Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
PHLASTER stn.
1. pflaster zum verbinden der wunden. emplastrum ein plaster Diefenb. gl. 108. emplasma cataplasma pflaster voc. o. 25,14. cathaplasma pflaster czu wunden Diefenb. gl. 62. cataplasma plaster sumerl. 61,14. membrana eyn ploster (hieher? vgl. die anm.) Diefenb. gl. 179. ein phlaster guot ze wunden Erec 5131. mit diesem phlaster verbant der küneginne hant des ritters sîten das. 5147. man sol ein phlaster dar ûf machen von senfe und von rutensouge, von pibergeil und von aschen, der gebrant sî von menschen hâre arzneib. Diemer j. II. mache im phlaster ûf den magen das. l. V. swâ man sach ir wunden, die wurden an den stunden mit balsem gestiuret: rîchiu pflaster wol getiuret, müʒʒel und zerbenzerî, arômât und amber was derbî. swâ der pflaster keineʒ lac, dâ was immer süeʒer smac W. Wh. 451,23. si nâmen pigmenten, manc guot blaster, daʒ tiure alabaster, manige gute salben, zum einbalsamieren der leiche, pf. Kuonr. 260,28. ein krût, das hat solch kraft und gwalt glich wie die salb im alabaster, dar uss die scherer al ir plaster machent, al wunden heilen mit, es sîgen gswär, stich, brüch und schnit narrensch. 55,18. den gewunden unde sêren ein plaster unde semfticheit Pilatus, im leseb. 280,29.
2. cement, mörtel. die drî tugende haftent zesamene unde machent stâte alle des mannes guottâte, alse daʒ pflaster vil guot die steine an der mûre tuot zeitschr. 1,278,325. türne von quâdern grôʒ, der fuoge niht zesamene slôʒ kein sandic phlaster: si wârn gebunden vaster mit îsen und mit blîe Erec 7851. Moses erschlägt einen Aegypter und hieʒ in sâ zehant in das pflaster und in daʒ sant zerslahen und zerfüeren und diu stücke zerrüeren in dem pflaster (im kalk?) her und dar Ruod. weltchron. 69. b. Ziemann citiert noch Doc. miscel. 1,211.
3. mit steinen belegter fussboden. schon im voc. S. Galli, leseb. 27,15 (astricus plastar). machte man vielleicht die dielen zuweilen aus einer cementartigen masse? gemuoset was daʒ phlaster (: laster) mit golde und mit gesteine Hahn ged. 59,75. daʒ diu got an dem phlaster alsô ligent nider geströut das. 90,60. daʒ phlaster wart gar beströut mit edelen tepechen spæhe Mai 8,12. an daʒ phlaster er viel Servat. 1147. — strassenpflaster, vgl. münch. stdtr. II, 20 (s. 208 fg.). Ziemann citiert noch Doc. misc. 1,228. vgl. Graff 3,362.