phantastisch vereinzelt fan-1) (zB GWBB1,182,10
); mehrf subst (auch Kleinschr); synkopiert GWB13
1,73,21
; mehrf in Hypallage a
auf der Phantasie, Imagination u deren Bildern beruhend, hierüber verfügend, auch: wundersam, zauberisch, märchenhaft, von außergewöhnlichem Geschehen erfüllt; weit überwiegend im literarisch-künstlerischen Zshg; einmal ‘geniale p-e Metamorphose’ für einen in Pflanzen-u-Tier-Ornamentik quasi ideal in Erscheinung tretenden Gestaltumbildungsprozeß; wiederholt im Bild; einmal pleonastisch ‘p-es Zauberwesen’ Unsere Einbildungskraft..durch die p-e [p-en GWBWerth
2] Bilder der Dichtkunst genährt GWBAA71,26 Werth
1 II [
mBez auf Wielands Verserzählung ‘Das Wintermärchen’] alles so kurios, so allerliebst toll, närrisch, p., daß ich auch nicht die Änderung der kleinsten Zeile davon mir würde gestattet haben GWBGespr(He2,766) Falk 25.1.13 [
betr ‘Wilhelm Meister’] Ew. Wohlgeboren werden den zweiten Theil meines Romans so freundschaftlich als den ersten aufnehmen..Sich vielleicht durch einen Blick in diese p-e Welt erheitern GWBB10,264,23 Stock 25.5.95 ist..zu merken, daß eine geniale p-e Metamorphose immer geistreicher, anmuthiger und zugleich möglicher sich darstelle, je mehr sie sich den gesetzlichen Umbildungen der Natur..anzuschließen und sich von daher abzuleiten das Ansehn hat. Was die p-en Bildungen und Umbildungen der menschlichen oder thierischen Gestalt betrifft, so haben wir zu vollständiger Belehrung uns an die Vorgänge der Alten zu wenden GWB49
1,181,25 u 182,3 Üb:Zahn,OrnamentePompeji [
Merkur:] bietet aller Bildung nicht die Schauspielkunst,|Mit hundert Armen, ein phantast'scher Riesengott,|Unendlich mannichfalt'ge, reiche Mittel dar? GWB13
1,73,21 Was wir bringen [1802] B29,299,22 u 300,27 Gf Brühl 1.10.18 B20,43,8 Bettina 3.4.08 B1,182,10 Oeser 24.11.68 35,260,13 TuJ 1806
uö iSv ungewöhnlich erscheinend, ausgefallen, extravagant, auch: exotisch [
betr Kostümierung der ‘Natürlichen Tochter’] Hofmeisterin und Eugenie..in Reisekleidern, daß man sie auch auf einer Spatzierfahrt hätte tragen können, wodurch den Schauspielerinnen Raum gelassen wird, etwas auch allenfalls P-es zur Zierde zu thun GWBB51,176 Kirms 27.6.03 [
Bildbeschreibung] Die bunte zigeunerhafte Gesellschaft, roh zugleich und p., seltsam und gemein, zu locker um Furcht einzuflößen, zu wunderlich um Vertrauen zu erwecken GWB24,355,13 Wj II 7 28,28,11 DuW 11 B7,365,17 Knebel 4.6.80
uö(selten) iSv leidenschaftlich-spirituell jenes [
visionäre Marien-]Bild, welches eine p-e Liebe und Sehnsucht hervorgerufen [
in Filippo Neris Schülern] GWB32,200,4 ItR b
mit pejor Akzent: lediglich od weitgehend auf Imagination od Einbildung beruhend, nicht auf Realem bzw auf Sachkenntnis gegründet, wirklichkeitsfremd, -fern Was ist..das Herz des Menschen? sind der würcklichen Uebel nicht genug? Muss es sich auch noch aus sich selbst p-e schaffen! GWBB2,189,7 Sophie La Roche 24.[8.74] Der Nuzzen aber den das auf meinen p-en Sinn hat, mit lauter Menschen umzugehn die ein bestimmtes, einfaches, daurendes, wichtiges Geschäfft haben, ist unsäglich GWBB3,195,1 ChStein 9.12.[77] Indem er [
Kaaz]..eine, Aquarell- und Deckfarben leicht verbindende Manier gebrauchte, rief er auch mich aus meinem p-en Kritzeln zu einer reineren Behandlung GWB36,37,21 TuJ 1808 33,264,14 Camp
uö iSv spekulativ, subjektiv, irreal, fiktiv, scheinhaft; auch mit der Konnotation idealisiert, verklärt; einmal in der adv Fügung ‘p. verfahren’ iSv in fiktionalem Sinne, idealisierend noch hatte mich die..den Eindruck der schönen Erdoberfläche vor dem Anschauen des Geistes zerstückelnde Geognosie nicht angelockt, noch weniger eine p-e Geologie mich in ihre Irrsale verschlungen GWB29,115,23 DuW 18 Die Maske des Platonischen Sokrates, denn so darf man jene p-e [<idealische] Figur wohl nennen, welche Sokrates so wenig als die Aristophanische für sein Ebenbild erkannte, begegnet einem Rhapsoden [
Ion] GWB41
2,171,18 Plato Mitgenosse christlOffenb Indem die Idee als p. erscheint, hat sie keinen Werth mehr; daher denn auch das P-e, das an der Wirklichkeit zu Grunde geht, kein Mitleiden erregt, sondern lächerlich wird, weil es komische Verhältnisse veranlaßt GWB41
2,71,1u2 Üb:SpanRomanzen Er [
Rizzetti] hat unsere physiologischen Farben unter der Rubrik der p-en oder imaginären..vorgetragen GWBN4,88,17 FlH VI Das antike Tragische ist das menschlich Tragierte. Das Romantische ist kein Natürliches, Ursprüngliches, sondern ein Gemachtes, ein Gesuchtes, Gesteigertes, Übertriebenes, Bizarres, bis ins Fratzenhafte und Karikaturartige. Kommt vor wie ein Redoutenwesen..es..ist..absurd und p. GWBGespr(He2,328) Riemer 28.8.08 Gespr(He2,243) Riemer 24.7.07 [
Zit s v Phantast a] GWB30,191,9 ItR [
für: fantastique] GWBN4,156,26 FlH VI Castel
uö iSv manieriert, (pathetisch-)gekünstelt Wegen ihrer idealen Natur führt sie [
die Architektur] leichter als eine andre Kunst zum phantastischen, welches hier gerade am schädlichsten ist. Weil sich nur die wenigsten zu einer freien Bildung nach bloßen Schönheitsgesetzen erheben können, so verfällt der Baudilettant leicht auf sentimentalische und allegorische Baukunst GWB47,306,26 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] Wilhelm hatte sie [
Mignon] in einigen Stücken gesehen, wo sie kleine Rollen so trocken, so steif und wenn man sagen soll eigentlich gar nicht spielte..Wenn er sie bat sich anzugreifen [
sich anzustrengen], so war ihr Ausdruck auf gemeinen und bedeutenden Stellen gleich angespannt, sie sprach alles mit einer p-en Erhebung, und wenn er das Natürliche von ihr verlangte..begriff sie niemals, was und wie er es wollte GWB51,252,10 ThS III 10 49
1,171,17 Üb:Zahn,OrnamentePompeji
iSv übertrieben, abstrus, bizarr [
mBez auf die Walpurgisnacht in ‘Faust I’] Unter den Geschichtforschern giebt es welche..die zu jeder Fabel, jeder Tradition, sie sey so p., so absurd als sie wolle, einen realen Grund suchen GWBB23,190,22 Zelter 3.12.12 Laboratorium im Sinne des Mittelalters, weitläufige unbehülfliche Apparate, zu p-en Zwecken GWB15
1,101 Faust II Regiebem vor 6819 Diesem großen, schönen, heitern Leben [
der Mediceer] setzt sich ein fratzenhaftes, p-es Ungeheuer, der Mönch Savonarola..fürchterlich entgegen..dieser unreine Enthusiast erschüttert..die Stadt [
Florenz] GWB44,347,22 CellAnh X N10,196,11 ArchitNathistProbl 27,43,25 DuW 6 18,298,23 GutWeiber
uö c
für: übersinnlich, -natürlich; mit kritischem Akzent Höchst bemerkenswerth bleibt es immer, daß Menschen, deren Persönlichkeit fast ganz Idee ist, sich so äußerst vor dem P-en scheuen. So war Hamann, dem es unerträglich schien, wenn von Dingen einer andern Welt gesprochen wurde GWB42
2,143,9 MuR(265) Walter Scotts Demonology. Ein Werk, das immer interessanter wird, indem er den Wahn einer wirklichen Verwandtschaft, eines bestehenden Verhältnisses zu außernatürlichen, p-en Wesen historisch gar anmuthig entwickelt GWBT13,1,4 v 1.1.31
uö(selten) phantastisch-flügelmännisch
‘phantastisch-flügelmännische Beschwörungsgebärden’ iSv zauberisch-ausholende, kraft besonderer Befugnis (quasi der des Flügelmanns, sd) vollzogene Beschwörungsgesten (zwecks Herbeirufung der Höllenteufel) [
Mephisto, bei Fausts Leichnam:] leider hat man jetzt so viele Mittel|Dem Teufel Seelen zu entziehn.|..muß ich Helfershelfer holen.|..(Phantastisch-flügelmännische Beschwörungs-Gebärden.) Nur frisch heran!..|Ihr Herrn vom g'raden, Herrn vom krummen Horne,|..Bringt ihr zugleich den Höllenrachen mit GWB15
1,318 Faust II Regiebem vor 11636 phantastisch-praktisch
zu ‘phantastisch’ a [
mBez auf Rameaus Neffen] ein nicht ganz talentloser, phantastisch-praktischer Musikus GWB45,208,9 RamNeffeAnm phantastisch-religios
zu ‘phantastisch’ b Dieser seltsame Gast [
Zacharias Werner] war..großer Ansichten über Welt und Leben fähig, die ihm aber bei einem zerstörten Innern..nicht genug thaten und die er daher mit phantastisch-religiosen Gesinnungen verknüpfte GWB36,391,23 TuJ 1807 Plp Phantastisch-Wunderbare
zu ‘phantastisch’ a [
betr die Preisaufgabe von 1801] Achilleus im Kampf mit den Flußgöttern..eine Aufgabe..auf der Gränze des Erhaben-Poetischen und Phantastisch-Wunderbaren GWB48,67,22 Kunstausstellg 1803 phantasticus
lat ‘colores phantastici’: der menschlichen Einbildung angehörende Farben Diese Farben..weil sie dem Subject, weil sie dem Auge..zugehören..wurden bisher..als Täuschung und Gebrechen betrachtet..heißen sie colores adventicii nach Boyle, imaginarii und phantastici nach Rizzetti, nach Buffon couleurs accidentelles, nach Scherffer Scheinfarben..Wir haben sie physiologische genannt..weil wir sie als die nothwendigen Bedingungen des Sehens betrachten GWBN1,1,16 FlD 2
uö(ebd; selten) → GWB
über- GWB
gleichzeitig-p. GWB
opernhaft-p. GWB
poetisch-p. GWB
philosophisch-p. Syn zu a
dichterisch fabelhaft märchenhaft mythologisch poetisch wunderbar wundersam zauberisch zu b geistig imaginär zu c außernatürlich außerweltlich übernatürlich übersinnlich 1) zur dt Schreibung s die Lemmatisierung in CampeFremdwb S 313 s v fantastisch Michael SchilarM.S.