Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
pfriemen
(wohl Anfang des 11. Jh.s): ‚zusammenheften;
conserere‘. Belegt ist nur das Part.Prät. kefrie-
nit (verschrieben). Das Verb ist denominal zu
erst mhd. belegtem pfrieme sw.m., pfriem st.m.
‚Pfriem, Ahle‘ gebildet. – Mhd. pfriemen sw.v.
‚mit einem Pfriemen stechen, verwunden‘, früh-
nhd. pfriemen sw.v. ‚jmdn. nötigen, zu etw.
zwingen‘, nhd. mdartl. thür. pfriemen sw.v.
‚nachlässig arbeiten, Beischlaf ausüben‘, märk.
priëmen sw.v. ‚mit einem Messer in etw. he-
rumbohren, etw. schlecht und eilig (zusam-
men-)nähen, mühselige Kleinarbeit verrichten‘,
preuß. pfriemen sw.v. ‚unordentlich nähen,
Beischlaf ausüben‘, osächs. mit intensiv-itera-
tivem l-Suff. pfriemeln sw.v. ‚kleine, zeitauf-
wendige Arbeiten (mit der Hand) ausführen‘,
auch ‚liederlich arbeiten‘.