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Origěnes

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Origěnes

Bd. 15, Sp. 121
Origěnes, der gelehrteste und fruchtbarste Schriftsteller der vorkonstantinischen Kirche, 182 oder 183 in Alexandria geboren, gest. 252 oder 253 in Cäsarea (nach andrer Überlieferung in Tyrus). Nachdem sein Vater Leonides 202 den Märtyrertod gestorben und das Familienvermögen vom Fiskus eingezogen war, ernährte O., indem er das Leben eines Asketen führte, seine Mutter und Geschwister durch Bücherabschreiben, während er zugleich an der christlichen Katechetenschule (s. Alexandrinische Schule) lehrte. Schon selbst Lehrer, war er zugleich Zuhörer des Neuplatonikers Ammonios Sakkas. Sein so emsiges Studium der Philosophie befähigte ihn, zahlreiche Proselyten unter Heiden und Häretikern zu machen. Unter Caracalla (211) besuchte er Rom, 214 Arabien, 215 Palästina. Mit seinem auf ihn eifersüchtigen Bischof Demetrios geriet er aber, nachdem er sich auf einer abermaligen Reise nach Palästina in Cäsarea 230 zum Presbyter hatte weihen lassen, in dauernden Zwiespalt. Eine alexandrinische Synode 231 exkommunizierte ihn, und das Abendland erkannte die Exkommunikation an, während O. fortan zu Cäsarea in Palästina wirkte. Der Verfolgung unter Maximinus Thrax entzog er sich durch die Flucht nach Kappadokien; um 238 begab er sich nach Athen, 244 nach Arabien. In der Verfolgung unter Decius erduldete er schwere Mißhandlungen, an deren Folgen er starb. Die Werke des O. sind teils exegetischen und textkritischen, teils dogmatischen und dogmatisch-apologetischen Inhalts. Leider sind viele ganz verloren gegangen, andre nur in lateinischen Übersetzungen erhalten, in denen das Original, um Ketzereien zu vermeiden, nicht immer sinngetreu wiedergegeben ist. Die exegetischen Schriften zerfallen in kürzere Scholien, in ausführlichere Kommentare über die meisten Schriften des Alten und Neuen Testaments und in praktische Auslegungen oder Homilien. In allen diesen übt O. die »allegorische Auslegung« (s. d.). Unter seinen textkritischen Arbeiten steht das große Bibelwerk »Hexapla« (s. d.) obenan. Die vier Bücher »De principiis« bieten einen ersten Versuch systematischer Entwickelung der Glaubenslehre, für deren wissenschaftliche Verarbeitung O. unter allen Theologen griechischer Zunge das meiste geleistet hat. Eine geistreiche Apologie des Christentums enthalten die acht Bücher gegen Celsus (s. Celsus 3; deutsch von Röhm, Kempten 1876–77, 2 Bde.). Unter den erbaulichen Schriften sind zu erwähnen: die »Ermahnung zum Märtyrertum« und »Über das Gebet« (deutsch von Kohlhofer, Kempten 1874). Die beste ältere Ausgabe der Werke des O. (mit Einschluß der unechten) ist die von de la Rue (Par. 1733–59, 4 Bde.), die handlichste die von Lommatzsch (Berl. 1831–48, 25 Bde.). Eine von der Berliner Akademie der Wissenschaften vorbereitete kritische Ausgabe ist im Erscheinen begriffen (Leipz. 1899 ff., bisher 4 Bde.). Die Schule des O. pflanzte sich sowohl in Alexandria als in Cäsarea fort. Während aber noch im 4. Jahrh. mehrere der ausgezeichnetsten Kirchenlehrer, ein Eusebios von Cäsarea, Basilius d. Gr., Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa u. a., vornehmlich dem Studium der Schriften des O. ihre theologische Bildung verdankten, behandelte ihn schon gegen Ende dieses Jahrhunderts Epiphanius als reinen Irrlehrer. Um 400 kam es unter den Mönchen in Ägypten, später auch unter denen in Palästina zu heftigen Zwistigkeiten (sogen. Origenistische Streitigkeiten), bis auf der fünften ökumenischen Synode zu Konstantinopel 553 der Orgenismus verurteilt wurde. Vgl. Redepenning, O., eine Darstellung seines Lebens und seiner Lehre (Bonn 1841–46, 2 Bde.); Böhringer, Die Kirche Christi und ihre Zeugen, Bd. 5 (2. Aufl., Stuttgart 1873); Denis, De la Philosophie d'Origène (Par. 1884); Bigg, The Christian Platonists of Alexandria (Lond. 1886); Harnack, Lehrbuch der Dogmengeschichte, Bd. 1 (3. Aufl., Freiburg 1894); Diekamp, Die origenistischen Streitigkeiten im 6. Jahrhundert (Münster 1899); Fairweather, Origen and greek patristic theology (Edinb. 1901).
3975 Zeichen · 66 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Origenes

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Origenes , wegen seines eisernen Fleißes Adamantios d.h. der Mann von Stahl geheißen, der glänzendste Vertreter der ganz…

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Cotta, M. (2026). „origenes". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/origenes/meyers
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Cotta, Marcel. „origenes". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/origenes/meyers. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „origenes". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/origenes/meyers.
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