Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
neunzig
neunzig
neun Num., ahd. (um 800), mhd. niun, anord. nīu, schwed. nio, got. niun, mit g aus w vor u asächs. nigun, mnd. nēgen, mnl. nēghen, nl. negen, afries. niugun, niugen, niogen, aengl. nigon, engl. nine (germ. *newun) vergleichen sich mit aind. náva, lat. novem (mit m nach septem ‘sieben’ und decem ‘zehn’), air. nōi n- und lit. devynì, aslaw. devętь (ti-Abstraktum, eigentlich ‘Neunheit’), russ. dévjat’ (девять), letztere mit dissimilativem d gegen n, gefördert durch d in lit. dešimtìs, aslaw. desętь, russ. désjat’ (десять) ‘zehn’. Daraus ergibt sich ie. *neu̯ṇ ‘neun’, während griech. ena- (ἐνα- aus *ἐνϝα-) ‘neun’ in Zusammensetzungen und Ableitungen wie énatos ‘neunter’ (s. unten) eine vokalisch anlautende Variante ie. *enu̯ṇ voraussetzt. Möglicherweise besteht Beziehung zu neu (s. d.) im Sinne von ‘neue Zahl der dritten Vierergruppe’ (s. als ‘zweimal vier’ interpretiertes acht). – neunter Num. Ord., ahd. niunto (8. Jh.), mhd. niunde, asächs. nigundo, mnd. nēgende, nēgede, got. niunda, griech. énatos (ἔνατος), apreuß. newīnts, lit. deviñtas, aslaw. devętъ, russ. devjátyj (девятый) sind Bildungen mit ie. to-Suffix, während lat. nōnus (aus *nou̯enos), aind. navamáḥ, air. nōmad ein no- bzw. mo-Suffix aufweisen. neunzehn Num., ahd. niunzehan (um 1000), mhd. niunzehen. neunzig Num., ahd. niunzug (9. Jh.), mhd. niunzec, niunzic (s. -zig). Neunauge n. in Gestalt und Lebensweise fischähnliches Wirbeltier, dessen Augen, Nasenlöcher und je sieben Kiemenlöcher auf jeder Seite als neun Augen gezählt werden, ahd. niunouga (9./10. Jh.), mhd. niunouge, mnd. nēgenōge, nl. negenoog.