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nasz

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

nasz adj.

Bd. 13, Sp. 421
nasz, adj. uvidus, humidus, madidus. compar. nässer, sup. nässest, aber auch nassest. goth. nats (zu folgern aus natjan), alts. nd. nat, ahd. mhd. naʒ zu sanskr. nada flusz von wurzel nad, sanskr. ned strömen, flieszen. Fick2 108. nasz ist gegensatz von trocken. 11) flüssig: nasse waar, potus Denzler 210a, nasse waaren, liquors Ludwig teutsch-engl. lex. 2358; er gibt alles um nasse waar, legt alles an nasse waar, vertrinkt alles. Aler 1453b; kam so weit hinein, das alle schenken (geschenke) und was er in barem gelt mitt im dahin bracht, in nasser war und guoten biszlein dahin gienge. Wickram rollw. 95, 6 Kurz; das gold .. an fechten reiten tanzen und andere gute nasse wahre zu legen. Schoch stud. leb. a; die musicanten ... wendeten alles an die nasse wahre. Schuppius 539; ein nasser fall, die höhe des flieszenden wassers auf den fachbaum eines unterschlächtigen wasserrades. Jacobsson 3, 130b; bergmännisch, nasser weg, eine arbeit die mit flüssigen körpern verrichtet wird, gegensatz zu trockener weg, feuerarbeit. Chemnitzer bergm. wb. 597b; einem ein nasses geben, ihn so schlagen dasz blut flieszt. Fischart Garg. 206a (vgl. ein feuchtes geben th. 3, 1578, 6). 22) von flüssigkeit überdeckt oder durchdrungen, doch manchmal gleichbedeutend mit feucht: nasser, feuchter, madidus, udus. voc. 1482 x 2b, nasz machen, udare, humidare. ebend.; nassz sein oder nasz werden, immadere, nassz machen, madidare Maaler 303b; wo es allbereit nasz ist, da geust er (der teufel) mehr wasser zu, wo die leute allbereit traurig sind, da macht er sie noch trauriger. Schuppius 584; sprichwörtlich: gehe ins bad und werde nicht nasz. Melanchthon 19, 114; er ist noch hinder den oren nasz. Frank sprichw. 2, 13a; hatt die windeln am gesäsz kleben, war nasz hinder den ohren. Fischart (kloster 8, 234); bis auf die haut nasz. Kiechel 2. Ludwig teutsch-engl. lex. 1313; nasz wie eine gebadete maus, nasz wie ein laugensack. Spiesz henneb. idiot. 171. s.bach-, faden-, klatsch-, patsch-, platsch-, pfütz-, pudel-, tropfnasz und ähnliche volkssuperlative, die das vollständige naszsein anzeigen: den spot er denn zum schaden hat und sitzt da, wie ein nasser dachs. H. Sachs 1, 267, 17; da hättest du den kerl sehen sollen .. anfangen zu zappeln wie ein nasser pudel. Schiller 2, 85 (räuber, schausp. 2, 3); nasse wäsche, lintea humida Steinbach 2, 113; nasses gewand (eines ins wasser gefallenen). Wieland 34, 36. im einzelnen: 2@aa) an den bächen und nassen orten, mösern. Heuslin Gesners vogelb. 236 (in mösern 237); nasz feld, land, aquosior ager Aler 1453a; in klebern und nassen acker säe niemand, er bekommt keine pflanzen. Becher hausvater (1714) 51; ein nasser boden, ein sehr feuchter boden, der das wasser nicht gut durchläszt. Weber öcon. lex. 386a; ein nasser haufen, ein haufen genetzter gerste oder malzes. ebend.; nasser deich, ein deich an den das wasser unmittelbar anspült. ebend.; grün und nasses (gegensatz trockenes) holz. Steinbach 2, 113. 2@bb) nasses oder feuchtes wetter. Rädlein 667b, ein nasser winter. ebend., ein nasz jar, annus pluviosus Maaler 303b; von dem nassen jahre 1649. Logau 2, 1, 13 überschrift; wir haben es in nassen jahren sehr viel schlimmer gehabt. Lichtenberg 7, 55; ein nasser tag, regentag. Stieler 1334; zuletzt erwacht der fürst und läszt zu nassen flammen (heiszen quellen) die feinde seines reichs .. verdammen. Haller ged. 80 (6, 123 Hirzel) u. anm.; wenn auf dem schweren Nil der nasse südwind schwebt. Zachariä renomm. 5, 101; der mond ... windelt uns in ein nasses badgewand von wolken ein. J. Paul herbstbl. 3, 227; das nasseste windigste gewölk. 206. 2@cc) schweiszbedeckt: ehre jeder nassen stirn hinter'm pflug! Freiligrath (1870) 3, 147. 2@dd) besonders thränennasz: streich doch die locken weg von deinen nassen wangen. Opitz (1646) 1, 251; schon hast du, freund, der letzten letzte küsse auf nasse wangen uns gedrückt. Lessing 1, 92; ich bin ein kriegsmann, verstehe mich wenig auf nasse wangen. Schiller 3, 160 (Fiesko 5, 16); nasses auge, nasser blick: nun wäre viel zu gedenken, mit was vor nassen augen der abschied genommen worden. Weise erzn. 8 neudruck; es wird nasse augen setzen, lacrimabunt. Frisch 2, 9b; er führte den fremden an den tisch des fürsten, der ihm mit nassen augen entgegeneilte. Freytag ahnen 1, 55; dann kniest du nieder an der gruft und birgst die augen trüb und nasz. Freiligrath (1870) 2, 157; deines nassen blickes flehen will ich .. nicht verstehen. Gotter 1, 13; ich sah dir nach mit nassem blicke. d. j. Göthe 1, 270; und als ich jetzt mit nassem blick den theuern mann zur gruft begleitet. Schulze Cäc. 3, 52; nasser glanz (der augen). J. Paul Qu. Fixlein 46; ein nasses mitleid, seufzen u. dgl., wenn dabei thränen flieszen: ein nasses mitleid erwecken. polit. stockf. 33; ihr werdet .. denselben gott mit nassem säuffzen klagen. Opitz (1646) 1, 70; ja, ein derber und trockener spasz, nichts geht uns darüber, aber der jammer auch, wenn er nur nasz ist, gefällt. Schiller 11, 150, 400. 2@ee) ein nasser tod, ein nasses grab (im wasser): da uns ein nasser tod bei jedem athemzug in jeder welle droht. Wieland 18, 151; ach götter .. .. laszt well und wind sich legen. nur dieszmal laszt mich noch der nassen gruft entfliehn. Lessing 1, 209. 2@ff) nasz von (wofür mhd. auch der genetiv steht, von bluote naʒ oder bluotes naʒ Lexer 2, 43): vom regen, von thränen u. s. w. nasz; die wangen sind nasz vom weinen. Aler 1453b; von freudenthränen nasz. Brockes 1, 60. 2@gg) nasser, begosner oder trunkener, suffusus, ebrius. voc. 1482 x 2b; die vor sassen als die nassen auf der pank. O. v. Wolkenstein 126; der ander kleffer war noch nesser. H. Sachs 3, 353, 3; nach mittags ... so war ich leider allzu nas. Ringwald tr. Eckh. II 8a; nasz von wein, madidatus vino. Aler 1453b; da hebt er (der säufer) an zu denken, ob er den nassen hals will würgen oder henken. Rachel 6, 146; ein nasser bruder, bibaculus, potator Stieler 1334. Rädlein 667b; ein nasser oder ein nasser bruder, ein mensch der gerne trinkt. Schm. 1, 1758 Fromm. Schöpf tirol. idiot. 462, s. theil 2, 419 f. und dazu noch: den andern nassen brüdern ist sehr warm eingeheizt, wie dem reichen mann im Luca, da sie sich bis an den jüngsten tage .. abzudrücknen haben. Mathesius Sar. 10b; das sihet man an den nassen brdern wol, welche sich teglich .. zu sonderer ehr vollsaufen. Ringwald tr. Eckh. A 5a; die .. wären nicht so nasse brüder. Schuppius 539; ihr nassen brüder, follen schlukker. Rompler 37; hat denn die zunft der nassen brüder ein mittel recht vergnügt zu sein? Chr. Gryphius poet. wäld. 1, 608; so bebt auch ietzt die schaar von Raufbolds nassen brüdern. Zachariä renomm. 5, 132; wo jeder säuft .. und nasse brüderschaft so leichtlich bricht als machet. Rachel 6, 138; nasse schwester, multibiba Stieler 1334, der nasse bube, bursche, knabe, kunde u. dgl., der schlemmer, trunkenbold, zechgeselle, auch der abenteurer, der geriebene, verschlagene gesell: und weren sie schon die allerärgsten nassen buben, die auff erden gehen können. Fischart bienenk. 205a; man find zwar nasse buben, die disz (händebinden) durch geschwindigkeit artlich nachspilen können. Bodin (1591) 97; gleich wie der nasz bub frater Nasz. nachtrab 977; idoch mocht mir (dem podagra) ainer fürwerfen, ich fall nicht allein die nasse burst und gute mänlin an, sondern auch zu zeiten die allermäsigsten leut. podagr. trostb. (1577) J 3b; so oft man sich vor volle gläser setzt, wählt sich der nasse pursch ein mädchen. Zachariä renomm. 4, 258; vier menner, gar nasse knaben, hand auch gewaltig wollen sein. Liliencron volksl. 282, 66 (v. j. 1513); darum ist er ein nasser knab und suocht sin spis mit ödem fund. Murner narrenbeschw. 60, 48; man findt ietzund wol nasse knaben, die weder münz noch güldin haben. 82, 7; o du untrewer, nasser knab! H. Sachs 11, 232, 32; kam des abends ein nasser knab und ebentheurer. Kirchhof wendunm. 194b; ein nasser knab, geschmitzter gsel. Frank sprichw. 2, 99a; wann man nem solche nasse knaben, die solche feine künst thuont leren, und lies ihn das den henker weren. Wickram bilg. H 3, bl. 27; er heb sich diser galgenschwengel, der nasz, verschlagen, diebisch knecht. H. Sachs 4, 144, 17; ein alter erfahrener vom adel, ein rechter nasser kund. Fischart Garg. 224a; ir mögt wol sin der nassen kunden, das ir in widerwertigkeit mit gott zuo scherzen sind bereit. Murner narrenbeschw. 81, 40; also musst der pfaff die mess umbsonst gesungen haben, dann er besorgt an dem nassen vogel kain eer zu erjagen. Pauli schimpf u. ernst 54; was da auch ein nasser vogel unter den trabanten. Wickram rollw. 30, 4 Kurz; ein unnützer nasser vogel. 53, 5. 33) adverbial: es geht nasz nieder, es regnet ganz fein. Albrecht Leipziger mundart 176a; nasz (mit thränen in den augen) hinblicken. J. Paul friedenpr. 4. s. unten die participialen zusammensetzungen mit nasz.
8968 Zeichen · 232 Sätze

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    nasz

    Althochdeutsches Wörterbuch

    nasz Gl 3,70,42 s. nasa.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    naszn.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    nasz , n. das substantivisch gebrauchte neutrum des adjectivs, mhd. daʒ naʒ die flüssigkeit, feuchtigkeit. a a) vom wass…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nasz

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nasz‑ als Erstglied (14 von 14)

naszarsch

DWB

naszarsch , m. der zaunkönig. Schmidt westerw. idiot. 121 . Kehrein volksspr. in Nassau 1, 291 ; davon unterschieden: so das zaunköniglein u…

naszbethaut

DWB

naszbethaut , partic. : hab ich nicht etlichmal erwählet bei nacht ein naszbetautes grasz. Neumark lustw. 75 .

naszbethränt

DWB

naszbethränt , partic. : liegend auf den knien mit naszbethränetem busen. Stolberg 11, 316 .

naszgalle

DWB

naszgalle , f. gleich galle th. 4 1 , 1188 f. Schm. 1, 890 Fromm. ( s. wassergalle): naszgallen nennt man solche stellen im feld oder auf wi…

naszgespritzt

DWB

naszgespritzt , partic. : am fall des Rheins, von schaume naszgesprüzt. Gökingk 3, 185 .

naszgeweint

DWB

naszgeweint , partic. : komm denn an die naszgeweinten wangen. Gökingk 1, 39 ; und achtest nicht ihr klaggeschrei am naszgeweinten bette? Ja…

naszhals

DWB

naszhals , m. , nnl. nathals, säufer gr. 2, 1016. vgl. nasz 2, e.

naszhauchend

DWB

naszhauchend , partic. : nimmer durchstürmte den ort die wut naszhauchender winde. Voss Od. (1781) 5, 478 .

naszheit

DWB

naszheit , f. liquiditas, liquor, maditas Dief. gl. 333 a . 342 c , udor, uditas. voc. 1482 x 2 b . gemma gemm. D 1 c .

naszkalt

DWB

naszkalt , adj. nasz ( regnerisch ) und kalt, vergl. feuchtkalt th. 3, 1580: wir haben einen naszkalten april. Bettine briefw. 1, 209 ; nasz…

naszkittel

DWB

naszkittel , m. trunkenbold, potator, bibaculus Stieler 1334 : der ein rechter naszkittel ist und ... trunkenbold. exemplar. priester (1690)…

naszländig

DWB

naszländig , adj. nassen boden habend: an feuchten, kalten und naszländigen orten. Hohberg 1, 461 b .

Naszód

Meyers

Naszód (spr. náßōd), Großgemeinde im ungar. Komitat Bistritz-N. (Siebenbürgen), an der Großen Szamos, mit Rindvieh- und Schafzucht, Holzhand…

naszschwer

DWB

naszschwer , adj. durch nässe schwer: die sonne über dem naszschweren gewitter. J. Paul bücherschau 1, 132 .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „nasz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/nasz/dwb?formid=N03102
MLA
Cotta, Marcel. „nasz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/nasz/dwb?formid=N03102. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „nasz". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/nasz/dwb?formid=N03102.
BibTeX
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