nägelein,
näglein,
n. demin. zu nagel,
verkürzt aus nägellein
wie schon mhd. negelîn
neben negellî
n. 11)
kleiner finger- oder zehennagel: nägelein an händen und füszen,
unguiculus Stieler 1323; kreidenweisz nägelein Fischart
Garg. 77
a; klopfs nägelin (
mach die nagelprobe). 208
b (
s. nägeleinklopfen); beim nägelein,
ad unguem, exacte Aler 1443
b; beim näglein haben wollen,
ad unguem exigere Schm. 1, 1732
Fromm. (
v. j. 1618); auf ein nägelein, auf einem nägelein kennen, wissen
u. s. w. (
s. nagel I, 1,
o); wo im (
dem weisen) abgang, und wisheit gbrist, versuocht er uff eim näglin sich. Brant
narrensch. 112, 7; auf ein negelin auszwendig wissen. Luther
tischr. 166
b. Fischart
Garg. 141
b; man müszte dann die gantz metaphysic Aristotelis auf eim negelin können.
bienenk. 228
b; er weisz .. alle .. kreutzgäng, alle weihungen der kirchen .. auf eim nägelin zu erzelen. 158
b; er kan dieselbe kunst auf ein nägelein. 124
a; ich kond doch den Donatt uff dem nägelin uszwendig. Th. Platter 36
B.; so sys doch ihres sinnes auf einem nägelin auszwendig kündten. S.
Frank weltb. 161
a; wird ich es ihnen nimmermehr gestehen, sondern auf dem nägele weg läugnen. Philander 1, 591;
schweiz. uffim negeli hersagen Seiler
Basler mundart 220
a;
bair. aufs nagel,
aufs haar, ganz genau Schm. 1, 1732
Fromm.; aufs nägelein ausztrinken,
exsiccare poculum Aler 1443
b (
s.nagel I, 1,
p); aim uffim negeli krazen,
ihm schmeicheln Seiler
a. a. o. 22)
kleiner nagel, stift u. dgl.: nagelin,
clavillus Dief.
gl. 126
b; nägelin,
clavulus Maaler 301
d. nägelein, zwicke der schuster,
claviculus Aler 1443
b; man hat ihm ein spitz näglein durch den schuh geschlagen,
er hat verdrusz gehabt. Lehmann 95;
schweiz. e sach fo aim negeli ans ander hänke,
immer wieder aufschieben, mit neuen schulden die alten bezahlen. Seiler 220
a (
s.nagel II, 4). 33)
einem nägelein
ähnliches. 3@aa)
das blumenpistill: zemittelst (
in der lilie) stêt ein gelbeʒ nägel dar inn, und dar umb stênt klaineu dingel mit gelben hauptleinn. Megenberg 406, 5. 3@bb)
die gartennelke (
dianthus)
oder eine nelkenartige blüte: grasblumen oder negelein (donder-negelein, wild negelein, feld-negelein
etc.). Bock
kräuterbuch 458
f.; zur lust wolt ich haben weisze lilien, roszmarien, rosenstöcke, violet und allerhand nägelein. Schuppius 100; der rosen milch und blut musz ihren wangen weichen, kein rotes negelein mag ihrem munde gleichen. Fleming 216, 13
L.; auf liebe nägelein, auf gönstige narcissen, auf schöne hiacynth ist sie schon ietzt beflissen. 60, 73; auch swertlein, lilgen, nägelein, narcisz und sonnenwendel. Spee
trutzn. 88
B.; nägelein,
betonica altilis, sive coronaria Stieler 1325;
bair. das nagerl (
s. Weinh.
bair. gr. s. 244) Schm. 1, 1732
Fromm., kärnt. nagile, nagerl Lexer 195,
tirol. nagele Schöpf 457,
schwäb. nägele Schmid 400,
schweiz. nägeli, nägli Stalder 2, 229. Seiler 218
a,
henneb. nägele Spiesz 169,
garten- und gewürznelke (
s. das folgende). 3@cc)
die als knospe gebrochene und getrocknete blüte des gewürznelkenbaumes (
caryophyllus),
die gewürznelke, mhd. negellîn, negelîn, negel: dâ lac der zuckersâme, diu muscât und daʒ negellî
n. troj. krieg 28297; muscât unde negelîn brâchen sî die hende vol.
Virginal 683, 11; des (nägelpaumes) früht sint nägell, die sint gar nütz den, die si gern smeckent und eʒʒent, ob si siech sint an der sêle kraft, wan si machent ain guot sêl. die nägel sint haiʒ und trucken und sint gar scharpf auf der zungen und haiʒent ze latein caryophyli. Megenberg 367, 25.
in vocabularien negelîn, neigelîn, negellî, negel,
caryophyllum Dief.
gl. 101
c,
nov. gl. 76
a; nägelein
alias gewürznägelein,
cariophylla. Stieler 1325; negilîn und och ingber das verkauffends an den fîrtagen.
teufels netz 9816; negel, muscat, plunen. U. Stromer 100, 28; negelein
städtechron. 2, 316, 26; acht lot negelen A. Tucher
haushaltbuch 12 (
v. j. 1506)
u. oft; so er .. ein süplin oder nägli oder zuckererbisz iszet. Schade
sat. 3, 175, 33 (neigelin 280, 3); nägelein machent dem leib ain guotten ruch und sterkent den magen. J. Tollat
maisterlichs büchlin 23
b; ceylonsche nägelein Brockes 2, 67; zimmet und nägelein
F. Müller 1, 29.