Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
meißeln
meißeln
Meißel m. ‘keilartig zugespitztes Werkzeug’, ahd. meiʒil (9. Jh.), mhd. meiʒel, anord. meitill, norw. (mundartlich) meitel ist mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila- zu einem (im Nhd. ausgestorbenen) starken Verb ahd. meiʒan ‘(ein-, zer)schneiden’ (9. Jh.; vgl. gimeiʒan, um 800), mhd. meiʒen ‘hauen, schneiden, ab-, einschneiden’, got. maitan ‘hauen, schneiden’ gebildet (germ. *maitan, wozu auch Ameise, s. d.). Erschließbar ist eine d-Erweiterung der Wurzel ie. *mai- ‘hauen, abhauen, mit einem scharfen Werkzeug bearbeiten’, wozu auch air. māel ‘kahl, stumpf, ohne Hörner’ und (als t-Erweiterung) griech. mítylos (μίτυλος) ‘verstümmelt, ohne Hörner’ gehören. Ie. *mai- ist vielleicht als s-lose Ablautform der unter Schmied (s. d.) angeführten Wurzel ie. *smēi- bzw. *sməi- ‘schnitzen, mit einem scharfen Werkzeug arbeiten’ aufzufassen. – meißeln Vb., mhd. meiʒeln.