Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
meiligôn sw. v.
sw. v. (zum Ansatz eines ôn-Verbs vgl. Schatz, Germ. S. 358), mhd. meilegen, meiligen, frühnhd. meiligen (vgl. DWb. VI,1911), nhd. dial. bair. (älter) mailigen Schm. 1,1585. — Graff II,720 s. vv. gameiligan, gameiligôn.
ge-meilig-: part. prt. -ot Npw 105,28 (oder verschr. für geheiligot (?), vgl. Ausg. Heinzel S. XXVIII); -it S 342,22 (S. Galler Gl. u. B. II, 12. Jh.).
sich versündigen: mit huore, mit uberhuoren, mit meinen eiden, mit manslahten ... mit lugen unte mit ander manegen den gelichen habent ir si (die bei der Taufe empfangenen weißen Gewänder) gemeiligit unte bewollen quas ... fornicationibus, adulteriis, periuriis, homicidiis ... mendaciis et aliis multis his similibus commaculastis S 342,22; hierher wohl auch (Entstellung u. Umdeutung von heiligôn ‘weihen’, vgl. dazu Ausg. Heinzel a. a. O.): inindes uurtin sie (die Israeliten) gemeiligot Priapo, also der poto chuit daz sie in den uuirsisten sin chomene so uerro iruuotin, daz offene gotes racha an in skein initiati sunt Belphegor et comederunt sacrificia mortuorum Npw 105,28 (Np inin des uuurden sie Priapo geheiligot).
Vgl. ungimeiligôn.