Eintrag · Rheinisches Wb.
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Maus IV das Wort ist allg., und zwar -au-, –ǫu-, –u-, –ou-, –ū-, –u-, –ȳ-, –y-, s. den Geltungsraum der Formen bei Haus; Pl. mais, –ęi-, –Ei-, im Geb. der Schärfung -ę·i.-, –ȳ:-; Demin. -sχə(n), –skə(n) mit Umlaut u. Schärfung wie beim Pl. [Nfrk zu mūs myskə] f.: 1. wie nhd., unterschieden in Haus-, Feld-, Wasser-, Scher-, Spitz-, Hotter-, Wühl-, Mollm. (s. d. W.). RA.: M., M., wat häste nette Jongen! so spricht der unaufrichtige Schmeichler Mörs. En M. met Maue (Ärmeln)! scherzh. Ausr. der Verwunderung Sieg-ODollend. Do mösse Mensche komme, ken Müs! vor dir fürchte ich mich nicht Bo-Stdt. On wenn et Müs rent (regnet)! ich komme unter allen Umständen Jül. Dat os: M., gehei (breid, s. bräuten Daun-Neroth) dei Muder! von Kindern gesagt, die ebenso schlecht u. zu allem fähig sind als die Eltern Trier, Bitb, Prüm. Dat as esu viel wie: M., komm eraus! vergebliches Lockmittel Bitb-Rittersd. Pott wie Deckel, M. wie Mor das bleibt sich gleich MGladb; (et es) M. as (wie, of, on) Mor (Mur), Sterte häbbe se all sie sind alle gleich, es ist kein Unterschied vorhanden Klevld, SNfrk, Berg; dat es M. wie Moder Sieg, Bo, Köln, Prüm-Steffeln; M. wie Murer einer so schlecht wie der andere Nahe, Hunsr; M. wie Mure, fehrschte iwer't Meer, dann kimmste bei Brure (Brüder)! wird den Müllern in den Mund gelegt, die den Bauer gleich gut oder gl. schlecht bedienen, so dass es einerlei ist, zu welchem Müller man geht Simm-Horn; M., Muder, Mirer (Grossmutter)! Birkf; M. wie Morrer, Stroh wie Furrer (Futter) oder M. wie Morrer, Katz wie Korrer (Kater)! OSiegld; dat es M. wie Moder, en Al preck zo (greift zu)! Ahrw. Met Mann on M. versupe Elbf. Allg. Mis get M. kleine Eltern haben kl. Kinder Siegld; Müs hecke Müs wie die Eltern, so die Kinder Rheinb-Meckenh; Meis ziele (mache May-Polch) Meis Prüm-Waxw. Van Müs könne kin Ratte komme hinsichtl. der Nachkommenschaft soll man keine hochgespannte Erwartungen hegen Kref, Mörs; vun Meisen kammer kän Raten zillen Saarbg-Faha. Wa mer ze gut es, dann hecken enem de Müs en de Täsche Waldbr-Eckenhg. Do hät mer Meis-chen sei (spiele) missen da hätte man aber lauschen sollen Trier, Allg. Kei Müs-che reppten un wegte sich es herrschte volle Stille Köln, Rip. Klen Meis hon och Uhren! Vorsicht beim Sprechen, wenn kleine Kinder zugegen sind Bitb; kleine Müse hät oft Eselsohren! Ess; klen Müs hamt ok en langen Schwanz! gesagt, wenn über Kleinheit eines Kindes oder Erwachsenen abfällig geurteilt wird; es hat auch mit kleinen Dingen seine Richtigkeit Gummb-Berghsn. Dat Müs-che hat e Stetzche (Sterz) kreəge die Sache hat unangenehme Folgen gehabt Aach. Gej mott noits (nicht) korter (kürzer) froge, as de Müs de Hör (Haare) häbbe! Emmerich. De hüərt de Müs köche (keuchen, husten) er hört sehr gut, hört mehr wie andere u. bauscht es auf, vermutet in allem die geheimnisvollsten Andeutungen Kemp-Grefr, — hosten Daun-Müllenborn, — das Meischen peife Simm-Heinzenb, — e Müske lope Heinsb-Kempen, — en M. övver de Bönn (Speicher) lopen Lennep-Dhünn. Wenn der singt, lafe die Meis fort Saarbr; de drescht esu ferm (feste), dat de Müs fortlofe Prüm-Ormont. Em es en M. öwwer de Lewer gelaupen er ist schlecht gelaunt Sol, Waldbr, Dür (gekroufe), Bernk-Rhaunen. De Kirch es aus, de Meis kommen raus sagt man, wenn nach der Messe die Leute die K. verlassen Merz. Doər danzen de Müs op den Düəsch (Tisch) die Eltern sind nicht zu Hause Kref, Verbr. De hät Hoəre, do kösse (könnten) de Müs dren nöste (Nester bauen) wirres, ungekämmtes Haar MGladb. — Kein Hus ohne M., kein Schör (Scheune) ohne Korn, kein Rus ohne Dorn Köln-Stdt; kan Scheier ohne M., ohne Kreiz kan Haus Trier. En al Hüser vill Müs, en al Petze vill Lüs Köln-Stdt. En en leddige Schüər küt ken M. Bergh, Köln. Motte, Müs, Möschen (Spatzen) un Made, wo se sin, do dunn se Schade Köln-Stdt. De Lus on de M. on der Afgus (Abgunst), de friss ganz Walleberg us Dorfspr. von Schleid-Wollenbg. — In dem Hohlraum eines Brotes is en M. drin Simm-Laub; de hät en M. em Mongk gehat er hat eine Zahnlücke Wippf-Linde; de hät de Müs em Bart einen unregelmässigen, ungepflegten Bart Rip, Allg.; mer ment, dem hädden de Meis an de Horen gefress (wären en den H. gewes) Mosfrk, Allg.; der hun die Meis un den Horen gesoff Trier-Schleidw. — Prost en alle Hötten, dann kriegen de Müs ock wat! scherzh. Prost Elbf, MGladb. De Mölder (Müller) on de Müs sin de leste, dij verhongere Geld-Kevelaer. Et löf ken M. ömesös (umsonst) öm ene Meəhlsack Schleid. Es es noch kä M. unner ne Heihaufe verstickt was man gewohnt ist, schadet nicht Saarbr-Sulzb; et blif ken M. unger nem Wan Heu dut Köln-Widdersd. De M. wess, wo der Speck es Aach-Bardenbg. Et es e fett Johr, sät de M., do fross se an der Specksick (-seite) Köln-Stdt. De M. bei et Speck sette den Bock zum Gärtner machen Klev, Allg., — in de Melltonn setten Rees-Haldern. Dem (Gutmütigen) kenne de Meis Brut aus em Sack fresse Goar-Boppard. De mächt e Gesicht, als wenn de Meis em et Brut al gehollt häten Bernk-Neumag. De Müs schlefe dir (der du zuviel gegessen hast) der Mag net fort Monsch, Aach. Dem is en M. von der Brothang gesprung (gehippt) dem ist ein Kind gestorben Hunsr, Daun-Strohn, — vun der Bruttrumm Bitb-Dahlem. Die werde von de Müs gefresse so arm sind sie Rip. Den kann wall met de Müs dor de Tralljes freten so mager ist er Mörs. Do finne honnert Meis kän Farem dren solche Unordnung herrscht drin Wend-Heimb. Do bitt (beisst) geine M. en Faəm van af es ist unabänderlich Gummb, Allg. Doə hät noch ge Müsken dran gebiəte das ist noch vollständig; wart marr bis moor (morgen), doə ... zu dem, der eine angefangene Arbeit noch den Abend fertig machen möchte Kemp; et konn der Dag noch mih, wo de Müs noch net an fressen han ich brauche heute noch nicht alles zu machen Malm-Weywertz; moərn fangen hondert Dag (Jouhr Wermelsk) an, do es noch ken M. an gewes MülhRh. Da sall dich doch dat Meis-che beisse! scherzh. Drohung zu Kindern Koch, May, Hunsr, Nahe, Saar. Die M. sagt: Weje (willst du) nit frete, wat ek bitt, so frett, wat ek schitt, — nit frete min Gebet, dann sas dou doch fr. min Geschet (Bess-Dress, Gebess-Geschess) Klevld, Nfrk, Rip. Wann de Meis sat sen, da as (schmecht) et Meəhl batter (bitter) Bitb, Allg. Doə spiələ de Müs Küəkemester (Küchenmeister) dort herrscht vollste Armut MGladb; bei dennen laufen sich de Müs Blodere (Blasen) an de Föss em Brutschrank (schaf, –kas) Neuw-Unkel, Allg.; hi kann sich wegen en Kräumelsche Bruat en M. im Schap duat laupe MülhRuhr; bei denne lafe de Meis im Kicheschank erum un han Träne in de Auwe Saarbr; den fresse och de Meis et Brot net Ottw-Merchw; do liggen de Müs för de Kas (Schrank) un sind kaput (dot) Duisb, Klevld, Geld; et es en knappe Tit, de Müs fallen för den Brotkas dot! Mörs; dat es en armer Mann, der kä M. ernähren kann Saarl-Niedaltorf; es em Haus kei Brut, dann lofen de Mäus fort Neuw; on wenn de Müs barste en de Kos (Schrank)! es geschieht doch Kemp. — En domm (schlechte) M. (schlemm für de M.), die (wenn se) nur e Loch hät Rip, Allg. De kann kän M. meh vor dat L. locke er sitzt arg in der Klemme Siegld-Marienborn. Em M. feind boll e Gatt (Loch) Mülh-Ruhr. — Met Speck fängt mer Müs Rip, Allg., — ävver ken Hase Aach-Warden, — ävver ken Jüdde Dür, Jül, Aach; al Müs fängk mer net met Speck Rip, Allg., — net met (dauwer) Kaf (Spreu) NBerg, — net mot Schworden (Speckschwarten) Prüm-Habschd. Anner Leit duhrer (tut er) Radde fänge an vor sich kriere (kriegt er) kä Meis er ist hilfsbereit, lässt aber seine eigene Arbeit im Stich Simm, Kreuzn, Birkf, Siegld. Der fängkt Meis er stiert nach einer Stelle Saarbg-Onsd. Minnetwege lött de Ratte Eijer legge on de Hunder (Hühner) Müs fange! Mörs-Veen. Wat wollt er dohn? Antw.: Müs fangen, on du salls de Schwänze (aneen)knöppen (knüpfen)! Gummb-Nümbrecht Wiehl. Müs op de Pinn (Pflock) driven faulenzen, Unnützes treiben Waldbr, Gummb, Wippf, Lennep, Mülh-Rh. Alles mutt ren sin, sät de Frau, do harr se en M. in der Kiərn (Butterfass) un de M. afgestrippt Gummb-Berghsn. Dat helpt (batt) för de Müs, säj dem Bur, du stockten hen de Schür im Brand Geld, Rees. — Gej hät selde gehört, dat de jonge Katte (Katzen ) de alde Müs brenge, mar wahl de alde de jonge Geld. Wofir geht kein M. inner dem Gritt (Grete) sein Hut? Et setzt en Kaz drinner sie ist ein katziges Weib Trier-Schleidw (s. weiter bei Katze). — Dor es gen M. en Sil (Seele) te siehn in dieser öden Gegend Rees. Er gesitt (sieht) (de) weiss Meis er hat den Säuferwahn Saarl, WMosfrk. He rückt (riecht) Müs es kommt ihm verdächtig vor NBerg, Ruhr, n. Ruhr, Klev, Mörs, Heinsb-Dremmen, Erk-Körrenz, Neuss; he merkt Müs NBerg. Geh, mach mer kä Meis! mach mir keinen faulen Zauber vor, schwatz keinen Unsinn Saar. Eich hon e Hunger, eich kennt Meis fresse! Simm-Bruschd. Hüser, frett Müser, fr. Ratten, fr. Katten! Gummb. De kotz Müs er erbricht sich gehörig Bergh-Hüchelhv. De kann kenn M. kraue (kratzen), dat se schirp (zirpt) er kann nicht bezahlen MGladb-Hockst. Müs en de Schohn han wenn die Schuhe knarren Schleid, Rheinb, MülhRh, Düss. Was haben wir gekocht? Antw.: Pott voll Müse Ess; jung Mäus on ale Lehm Aden-Virnebg. Besser en M. em Pott als gar ke Flesch Düss-Stdt. Dat es de Meis gepeff (gepfiffen) vergebliche Arbeit Birkf, Kreuzn; dat äs (wär) seine Meise gepäff das gefällt ihm Merz-Bergen, uSaar, Trier, — sinen Müs geflöt Malm. De lo grault käner M., wenn et och en Hengst ös er ist sehr ängstlich Trier-Thomm. He het der M. an den Zal (Zagel, Schwanz) gesehn hat ein Fest oder eine Veranstaltung bis zum Schluss mitgemacht Gummb, Wippf. — In Vergleichen. En Mann wie en M. zwengk en Fraumensch wie en Hus Sieg-Rhönd (s. weiter bei Mann). Stell (kusch, hösch) wie en Müske Nfrk, Allg.; et es alles so ruhig wei en Meis-chen Merz. Du bis su bang wie 'n M. Sol, Mörs. Allein wie en M. em Loch Sieg-Fussh, May-Kell, — en der Fall Neuw-Buchholz, — inne Kirk Mörs-Schaephsn. Su fett wie en M. Wittl-Meerf; ärm wie en M. Schleid. De hürt (lustert) wie en M. (Müs-che) Rip, Allg. Se sieht aus wie e frisch gewäscht Meis-che von einer Frau, die sich die Haare glatt u. dicht mit Wasser ankämmt Simm-Laub, — wie en M., de en et Wasser gefalle es Dür, — as en gestripete M. so zerzaust Gummb-Lantenb, — en geströfte (geströpte) M. Gummb, — wie en M. en er Wickel Werk (Werg) Saarl-Schaffhsn. Gen den baste wie en M. op dem Brut du bist ein Schwächling gegenüber dem Kräftigen Sieg-ODollend. De kemmt gefohr (schnell daher) we en M. aus er Kuscht (Kruste) Br. Trier. E kuckt elo eraus (aus den zu weiten Kleidern) (sticht dren, kit drinner eraus) wie en M. aus er K. Br. (Brotk.) Merz-Bergen, Mosfrk, Saargeb., — us dem Rockeweark, — Hode (Hut) Siegld; e kuckt so alert (munter) dran (drein) wie e M. aus er Brotkuscht Trier-Euren. Der geiht nevver dem wie en M., die henger em Brut hengk Sieg-Süchterschd. He is so arm as en M. em Fat (Fass) Wippf-Kreuzbg. He sett drennen (vermakt sech, floriert, sieht ut, kömmt dren, springk eröm, versüppt dren, pipt, hät en Stemm, — en Lewen) wie en M. em Mehldöppe (in de Mehltonn) Rip, Nfrk; he es so drell (beschäftigt) wie de M. em Mehldüppen Gummb-Dieringhsn; den os verlade (beschäftigt) wie en M. on dem Mellhecker Prüm-Ihren; dat klenkt wie en M. en et Mehldöppe Geld-Wachtendonk. En Gesicht as en Pöttschen voll Müs verdriesslich Elbf, Gummb-Lieberhsn. Hei süht ut, as wenn en de Müs tesamengedreiht (-gedreht) häən so erbärmlich Gummb. — In Wetterregeln. Wenn de Müs fange spelen, dann gef et Schnee Mörs-Asbg. Schoaren (scharren) de Meis dief sech on, dann werd et en harde Wonter sein Koch-Laub. Kommen de Meis en't Dorf vom Feld, brengt de Wenter grusse Kält Neuw (s. auch bei Gertrud met der M.). — In Kinderreimen. Hä, kiss, Müs-che! beim ätsch-machen Bergh-Mödr. Mäus-che, loss dech net erwösche, spröng iwer Bänk un Dösche! Altk-Willr. M., M., komm eraus, sos kräzt dir de Kaz de Auen aus! Trier-Mehring. Grau, gr. Meischen, bleif in deinem Heis-chen, friss mir nicht mein Butterbrot, sonst kommt die Katz on beisst dich tot! ebd. Grau, gr. Müs-che, blef en ding Hüs-che, sons könnt de Katz on friss dich op! Aach-Warden. Meis-chen, gihst de en dein Heis-chen! einem Mädchen zugerufen Trier, Bitb. Knusper, kn., Müsken, we knuspert an min Hüsken? Barm. Et war e emol Männche, de kroch in's Kaffekännche, uwe eraus, un unne eraus, am letzte war et wie e M. Hunsr. M., M., M., du bös drus; Hahn, H., H., du bös dran! Abzählr. Köln-GrKönigsd; ene, mene, Micke, dan musst kriege; ene, m., M., dan bäst aus! Altk-Weitef; hänger osem Haus leit en decke, dure M.; we do drof tritt, de äs aus ebd.; 1—12, em Keller es e Gewölf (Gewölbe), em G. es e Loch, em L. es en M., die M. well erus! MülhRh-Overath; 1—7, op de Beəkstroət (Bachstrasse) Nummero siəve, do wackelt dat Hus, do pippt de M., on du bös drus! MGladb-Rheydt; 1—7, in der Strasse N. 7 steht ein Haus, rennt de M. trippel, trappel, und du bist aus! Saarl-Felsbg; eine kleine Mi-Maus lief über's Rathaus, schine wipp, sch. wapp, on du bös ab! Mettm-Wülfr. Et kom en M. dorch et Hus, es et ganz Verzällche us! gesagt, wenn Kinder nach einem Erzählstückchen verlangen Aach; zu Trier op der Karthaus, do läft en rout M., mein Exempelchen (et Liedchen) es aus! Saarbg, Trier. Hennen osen Hus, do laift en decke, fette M., on die hät gesät, de Hippche wär us! Bastlösespr. Siegen; henner Pastorsch Haus, do kuckt en weiss M., die well net meh eraus, un mei Hippche es aus! Simm-Belth. Holz schniə, alle de Wiə (Weiden), Klompe make, dat se krake; en den Bäckersch Hüske, doə wonnt e kle Müske; wie sät dat M.? Dat M., dat s. pip! MGladb-Rheind. Anne Petronellche soss ens en e Kännche, keck et ens erus, do koəm en M., kreg et sech de M. met der Stetz (Sterz), bess et se ens en de St., da worp et se weck, Anne P. wor ene Geck Aach-Warden. Ek gohn no Hus on broj (brate) mei en M. on legg se op en Sten on et se allen (allein)! Mörs, Rees, — op de Trapp, dann mene se (mennt min Modder), et was en Ratt Rees, Kemp-Breyell, — op den Dösch, dann mennt mi Moder, dat wör ne Fösch (Mösch) MGladb-Rheydt. Eich kehren dat Haus, eich streppen de M., eich machen meiner Motter e Poar Hänschen (Handschuhe) draus! Trier-Schleidw (mit Var. im Mosfrk verbr.). Miller hat sei Fra verlor, sucht se met de Hunn; de Katze schlahn de Trumm, de Ratte kehre de Stuwe aus, de Meis drahn de Dreck eraus usf. Saarbr, Rhfrk verbr. Mamma, Babba, M. em Deppe! Deck se zo, dann hät se Roh (Ruhe)! Neuw-Dierd. Burger, B. Deckkäpp (-köpfe) fressen de Meis met de Spetzkäpp, se drenken gar de rude Wein, de Deiwel hellt eich, Burger Schwein! Neckspr. auf Goar-Burgen. — Im Rätsel. Spreng en Lop gingen op et Feld spaziere, acht Ben en ene Stort (Sterz). Wat es dat? Frosch u. Maus Klev. Annemänn on Pennemänn ... Mörs. — Im Kindersp. Müske spiəlen die Spieler stehen im Kreise; einer mit verbundenen Augen muss einen zweiten im Kreise suchen; der Suchende fordert diesen auf, sich zu melden: Müsken, pip ens!, worauf dieser pip machen muss; wird er erhascht, so ist er der Sucher Erk-Elmpt, Verbr.; pip spiəlen MGladb-Kleinenbr; pip, Müs-che, wo bes du? Rheinb-Meckenh; Müske, M., wat deihs de ä men Hüske? Eup, — en mengem Hüs-che? Speck fresse! O, ich sall dir Sp. fr. Dür; Meis-che, M. es verstoch en dem dunkle Kellerloch! Kobl-Metternich; Müske in de Melkpott Rees-Wesel. Meis-chen, M., Maus, bo (wo) es de M.? Em Ormehaus! Bo es et O.? Afgebrannt! Bomet (womit)? Met Feier! Bo es et F.? Ausgelöscht! Bomet? Met Wasser! Bo es et W.? En de Bach! Bo es de B.? Ausgesoffen! Bovon (wovon)? Vom Ochs! Bo es de O.? En de Heck! Bo es de H.? Afgehauen! Bomet? Met de Ax! Bo es de A.? Beim Schmidd! Bat sot de Schm.? Haut drof, h. dr., h. dr.! Wechselgespräch beim Blindekuhsp. Neuw-Dierd, Koch-Mörsd, Kreuzn-Dörreb; blenne M. spillen Wittl-Bausend, Altk-Bachenbg; bling Müs-che Grevbr-Höning; blengk Müske MGladb; blender M. Wend-Heimb, Merz-Morscholz; bleng M. jage Wippf, Gummb, Monsch-Vossenack. M., unner der Bank! man versteckt einen Gegenstand, den die andern suchen müssen; wer ihn findet, darf ihn weiter verstecken Saarl-Wadgassen; Müske verbergen MGladb-Viersen. — Im Volksgl. Zeigen sich weisse M. im Hause, so stirbt bald jmd. aus dem H. MülhRuhr-Broich; nagen M. an den Kleidern eines Schlafenden, so stirbt dieser bald Sol; singen die M. im Hause, so stirbt bald einer aus dem H. Mettm-Velbert; zeigen sich viele M., so kündet das Krieg an NBerg; in Sagen erscheinen sie als Rächer von Untaten. Eine Schwangere soll sich vor dem Anblick von M. hüten; erschrickt sie vor einer M., so bekommt das Kind das Muttermal einer M. Verbr. Wenn man Brot isst, an dem die M. genagt haben, bekommt man kein Zahnweh Birkf. Ist einem Kinde ein Zahn ausgefallen, so soll es ihn hinter sich werfen, sprechend: Meis-che, M., do hos de meine alde Zahn, geb mer wiere en naue! Simm, Allg. oder — gef mer en Zant, kris de meinen alen Z.! Bernk-Graach (s. Zahn). — Volksbr. Bei der Hochzeitsfeier kamen die Knete (Burschen von 13—18 Jahren) vor das Hochzeitshaus, um de M. ze scheren; sie erhielten ein ordentliches Nachtessen, wobei Braut u. Bräutigam sie bedienten Bitb-Malbgweich (schon 1856 veralt.). — 2. übertr. a. persönl. α. Rufn. für eine Kuh Eup. — β. gel M. Goldammer Rees-Haldern. — γ. die zweibänig Meis scherzh. die naschenden Kinder; die zw. M. woren dran gewes Bernk, Allg. — δ. da's en M. ein sonderbarer Mensch Sieg-Eudenb; en nette Zort Müs verächtl. schlechte Menschen, Gesindel Jül, Sieg, MülhRh, Sol, Elbf, Düss; da's en Z. M. Gesinnungsgenossen Kemp. — ε. de M. Spuckgestalt Eusk-Blessem; de alt M. Ottw-Illing. — ζ. mei Meis-chen, klän M. Kosew. für kleines Kind; lief M. dass. u. für die Geliebte Mosfrk, Allg. [auch Maus, Maus-chen Rhfrk, Mosfrk; Mauselchen Bitb-Kyllbg; Maus (also in nhd. Form), Mäus-che, Mäuske (neben Müs-che, Müske für die Geliebte u. für das Kind) Rip, Nfrk; Mauske MGladb-Helenabrunn. — η. Müs Pl. Neckn. derer von Geilk-Üb. — θ. wisse Müs scherzh. Polizisten, die Kraftwagen kontrollieren Bo, Allg. — b. sachl. α. am Körper. αα. Sg. t. Handballen, Erhöhung der Handfläche am Daumenansatz Allg.; Muskel am Arm Bernk-Rhaunen; he hat Müs ist sehr stark Sol-Herschd. — ββ. Mus, Müske durch Quetschung entstandene blutunterlaufene Stelle am Finger, an der Hand; sech en M. geklemmt häbbe; ech han en M. an de Hand MGladb, Grevbr, Neuss, Kref, Kemp, Mörs-Hülsdonk; Müs-che Bo-Kessenich. — δδ. Müs-che Penis bei kleinen Knaben; fau, döht doch et M. eren! Aach-Walh. — εε. Mäus-che die empfindliche Stelle am Ellenbogen Ahrw-Waldrf; Maus Altk-Birkenbeul; et geckige Mäus-che May-Polch. — ζζ. Mücken Niere vom Schwein Lennep, Sol, Kemp-Lobberich; twiə Müskes en de Schmeər (Fettfeder) MGladb-Viersen. — ηη. Filetstück beim Schwein Saarbr, Wend, Simm, Sieg-Mond (Mus u. Müs-che). — θθ. Löffelstück vom Rind Ahrw-Sinzig, Mülh-Rh-Overath, Grevbr-Wickr, MGladb, Kemp-Dülken, Geld; Müske Klev; kleine M. ein unter dem Schild liegendes Stück Emmerich. — ιι. Meis Schweinespeck Saarbr-Güding, Birkf. — β. Müske scherzh. Nasenpopel MülhRuhr; Mäus Sg. f. Mörs-Neuk. — γ. Meis-cher Pl. scherzh. kosend die Zähnchen der Kinder Ottw-Wiesb. — δ. der Teil des Wendepfluges, auf dem das Schar befestigt ist Bernk-Merschd. — ε.αα. Meis Pl. t., Meis-chen Ölkrappeln, zu Fastnacht gebacken Saar, Trier bis Bernk, Wittl, Bitb; Mus Heinsb-Lümb. — ββ. Müs, Müskes Pl. ungeteilte gedörrte Äpfel oder Birnen Elbf, Mettm, Düss; gebackene Müs uWupp. — γγ. Meis-cher Pl. eine Art Knödel Merz-Mond. — ζ. Früchte αα. Müs, Müs-cher, Müskes Pl. t. Nierenkartoffeln Schleid, Monsch, MGladb, Mörs-Wallach; Meis-cher Kreuzn-Langenlonsh; Meis Bitb-Ehlenz; andere Kartoffelsorte: ruə Müs Eup-Raeren; blaue M. Dinsl, Duisb; krappege M. Rees-Haldern. — ββ. Meis-che Erdnuss, lathyrus tuberosus uNahe. — η. Pflanzen. αα. Vergissmeinnicht, myosotis stricta uNahe. — ββ. blinn Meis-cher Pl. t. Blattwinkeltriebe, Geizen am Rebstock Bernk-Veldenz. — θ. Mäus-cher Pl. t. Flausen in der Tasche Schleid-Dollend. — ι. Meis-chen, –chin kleinster Klicker Saarl-Differten, Simm-Dichtelb; Müske Klev-Hau. — κ. Kreisel Geld-Stdt. — λ. Meis-cher machen einen Stein so über eine Wasserfläche werfen, dass er mehrfach aufhüpft Trier-Stdt Kürrenz, Wittl-Stdt, Kobl-Stdt. — μ. Müsjere mache herumgestikulieren Aach-Merkst; enem blo Müs fürmake Vorspiegelungen Gummb-Berghsn. — ν. Meis-cher machen mit einer Spiegelscheibe die direkten Sonnenstrahlen auffangen (auch M. fänken) u. seinem Nachbarn ins Gesicht reflektieren lassen Trier-Stdt. — j. Meis-cher fange zum Scherz an Haustüren klingeln, von nichtsnutzigen Kindern Rip (in den Städten), — stritze Bo-Vilich; setze blive, Müs-cher fange! Spottr. für den in der Schule Nachsitzenden Schleid-Hellenth.
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Maus IV das Wort ist allg., und zwar -au-, –ǫu-, –u-, –ou-, –ū-, –u-, –ȳ-, –y-, s. den Geltungsraum der Formen bei Haus…
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Cotta, M. (2026). „mausiv". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/mausiv/rhwb?formid=M03030
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Cotta, Marcel. „mausiv". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/mausiv/rhwb?formid=M03030. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „mausiv". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/mausiv/rhwb?formid=M03030.
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