Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Maschinerie
Maschinerie
Maschine f. technischer Apparat zur Übertragung von Kraft und zur Ausführung von Arbeitsgängen. Im 17. Jh. wird frz. machine als Bezeichnung für militärische Werkzeuge und Apparate in Festungsbau und Belagerungskunst (zuerst in frz. Schreibweise, ältere dafür übliche Ausdrücke wie Handwerk, Rüstzeug, Kunst sowie in dt. Texten gebrauchtes lat. māchina verdrängend) übernommen. Mfrz. frz. machine ist entlehnt aus lat. māchina ‘technisches Gerät (im Bau-, Kriegs- und Transportwesen), Gerüst, Bühne, Kunstgriff, List’, übertragen auch ‘Weltgebäude’, aus griech. (dor.) māchanā́ (μαχανά), (att.) mēchanḗ (μηχανή) ‘Mittel, Hilfsmittel, Erfindung, Apparat, Kunstgriff’ (s. Mechanik). Im 18. Jh. gilt Maschine auch für die durch eine mechanische Vorrichtung auf die Szene gebrachte Göttererscheinung im Theater, die in die Handlung eingreift und Verwicklungen löst (vgl. nlat. deus ex machina ‘der Gott aus der Maschine’), dann auch (in Epik und Dramatik) ‘gewollt erscheinende, zufällige Lösung von Verwicklungen, unerwartet und unmotiviert eintretende Hilfe’. Maschine steht seit dem 18. Jh. häufig als Grundwort in Bezeichnungen für technische Neuerungen: Dampfmaschine f., Rechenmaschine f., Schreibmaschine f., Waschmaschine f., Nähmaschine (Mitte 19. Jh.). – maschinell Adj. ‘mit Hilfe einer Maschine, auf einer Maschine beruhend’ (19. Jh.), mit Suffixaustausch nach frz. machinal ‘maschinenmäßig, mechanisch’. Maschinist m. ‘Maschinenwärter’ (19. Jh.), zuvor ‘wer im Theater die technischen Einrichtungen bedient’ (18. Jh.), frz. machiniste. Maschinerie f. ‘maschinelle Einrichtung, Gesamtheit der Maschinen eines Betriebes’ (18. Jh.), anfangs häufig von Theatermaschinen, mit französierender Endung (gleichbed. frz. machinerie erst seit 1805).