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marode

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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12 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

marode Adj.

marode Adj.

marode Adj. ‘ermüdet, erschöpft, entkräftet’ (18. Jh.), ursprünglich von Soldaten ‘marschunfähig, nach Verlust des Pferdes für den Kriegsdienst unbrauchbar’ (Ende 17. Jh.). Der Ausdruck geht letztlich auf frz. maraud ‘Vagabund, Bettler, Lump, schlechter Kerl’ zurück, dessen Etymologie nicht sicher geklärt ist. Vielleicht kann man (mit FEW 6, 1, 356 ff.) Übertragung von (nicht schriftsprachlichem) frz. maraud ‘Kater’ annehmen, einer onomatopoetischen, das Schnurren der Katzen nachahmenden Bildung, die sich (als ablautende und reduplikationslose Form) zu lautmalendem ie. *mormor-, *murmur- ‘murmeln, Gemurmel’ (s. murmeln) stellen läßt und mit der pejorativen Endung frz. -aud versehen ist. An frz. maraud ‘Vagabund, Bettler’ schließt sich ein Verb frz. marauder ‘im Kriege Lebensmittel stehlen, plündern’ (älter auch ‘betteln’) und ein aus diesem rückgebildetes Femininum maraude ‘Lebensmittelbeschaffung im Kriege, Plünderung’ an. Die frz. Wortgruppe wird offenbar während des Dreißigjährigen Krieges in Deutschland bekannt, verbindet sich hier aber mit dem Namen des schwedischen Obersten v. Merode, dessen Regimentsangehörige nach einer Meuterei (1635) für vogelfrei erklärt wurden und sich als Plünderer herumtrieben. So werden Soldaten, die mit dem Heer nicht Schritt halten können und als Nachzügler plündernd umherstreifen, im Dt. seit der Mitte des 17. Jhs. Merodebrüder, Marodebrüder genannt; vgl. ferner sich auf Merode begeben (17. Jh.), auf die Maraude gehen (18. Jh.) ‘auf Plünderung, Raub ausgehen’. Während frz. maraud nur vereinzelt in Mundarten adjektivisch im Sinne von ‘grob, plump, ungeschickt, dumm’ verwendet wird, entwickelt sich marode im Dt. seit dem späten 17. Jh. zum Adjektiv. – marodieren Vb. ‘als Nachzügler (auch aus vorgetäuschter Entkräftung) plündern, plündernd im Land umherstreifen’ (18. Jh.), frz. marauder (s. oben). Marodeur m. ‘plündernder Nachzügler, Plünderer’ (18. Jh.), frz. maraudeur.
1935 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Marōde

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Marōde , adj. et adv. abgemattet, müde. Marode seyn. Ein marodes Pferd. Marode Soldaten, welche auf dem Marsche nicht fo…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    marode

    Goethe-Wörterbuch

    marode -rr- GWB 33,358,12 ; auch subst a soldatensprachl: marschunfähig Lieutenant von Fritsch von des Herzogs Regiment …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Marode

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Marode , ermattet; Marodeurs , Soldaten, die im Marsche zurückbleiben, sei es aus Erschöpfung od. um zu plündern u. ande…

  4. modern
    Dialekt
    marodeAdj.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    marode Adj. : ' erschöpft, ermattet, krank ', marod (maˈrōd) [SOPf ( Heeger Nachl.) Bergz ( Kamm 20) mancherorts Don Krä…

  5. Sprichwörter
    Marode

    Wander (Sprichwörter)

    Marode Er ist marodi. – Sutermeister, 105. Kränklich, gebrechlich; seine Gesundheit ist nicht so wie sie sein soll. Dafü…

  6. Spezial
    marode

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    marode гнилой, прогнивший, ветхий Sie hat einen maroden Schuppen gekauft. - Она купила прогнивший сарай. übertr. прогнив…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit marode

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von marode 2 Komponenten

mar+ode

marode setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

marode‑ als Erstglied (6 von 6)

marodebruder

DWB

marode·bruder

marodebruder , m. vgl. die umdeutung Merodebruder unter dem ersten marode, welche sich wieder in ihrem ersten theile der adjectivform zuwend…

Maroderi

MeckWB

marod·eri

Wossidia Maroderi (zweite und vierte Silbe betont) f. ruhelose Bewegung im Bett statt des Schlafes Wa.

maroderitt

DWB

marode·ritt

maroderitt , m. ein commando bei der cavallerie zur beaufsichtigung und nachführung der marode. Eggers kriegslex. 2, 145 .

Marodeur

Pfeifer_etym

marode Adj. ‘ermüdet, erschöpft, entkräftet’ (18. Jh.), ursprünglich von Soldaten ‘marschunfähig, nach Verlust des Pferdes für den Kriegsdie…