Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
marode Adj.
marode Adj.
marode Adj. ‘ermüdet, erschöpft, entkräftet’ (18. Jh.), ursprünglich von Soldaten ‘marschunfähig, nach Verlust des Pferdes für den Kriegsdienst unbrauchbar’ (Ende 17. Jh.). Der Ausdruck geht letztlich auf frz. maraud ‘Vagabund, Bettler, Lump, schlechter Kerl’ zurück, dessen Etymologie nicht sicher geklärt ist. Vielleicht kann man (mit FEW 6, 1, 356 ff.) Übertragung von (nicht schriftsprachlichem) frz. maraud ‘Kater’ annehmen, einer onomatopoetischen, das Schnurren der Katzen nachahmenden Bildung, die sich (als ablautende und reduplikationslose Form) zu lautmalendem ie. *mormor-, *murmur- ‘murmeln, Gemurmel’ (s. murmeln) stellen läßt und mit der pejorativen Endung frz. -aud versehen ist. An frz. maraud ‘Vagabund, Bettler’ schließt sich ein Verb frz. marauder ‘im Kriege Lebensmittel stehlen, plündern’ (älter auch ‘betteln’) und ein aus diesem rückgebildetes Femininum maraude ‘Lebensmittelbeschaffung im Kriege, Plünderung’ an. Die frz. Wortgruppe wird offenbar während des Dreißigjährigen Krieges in Deutschland bekannt, verbindet sich hier aber mit dem Namen des schwedischen Obersten v. Merode, dessen Regimentsangehörige nach einer Meuterei (1635) für vogelfrei erklärt wurden und sich als Plünderer herumtrieben. So werden Soldaten, die mit dem Heer nicht Schritt halten können und als Nachzügler plündernd umherstreifen, im Dt. seit der Mitte des 17. Jhs. Merodebrüder, Marodebrüder genannt; vgl. ferner sich auf Merode begeben (17. Jh.), auf die Maraude gehen (18. Jh.) ‘auf Plünderung, Raub ausgehen’. Während frz. maraud nur vereinzelt in Mundarten adjektivisch im Sinne von ‘grob, plump, ungeschickt, dumm’ verwendet wird, entwickelt sich marode im Dt. seit dem späten 17. Jh. zum Adjektiv. – marodieren Vb. ‘als Nachzügler (auch aus vorgetäuschter Entkräftung) plündern, plündernd im Land umherstreifen’ (18. Jh.), frz. marauder (s. oben). Marodeur m. ‘plündernder Nachzügler, Plünderer’ (18. Jh.), frz. maraudeur.