Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
mântag
(Hs. 12. Jh., Zeit des Gl.eintrags unbekannt).
396,68 (Anfang des 13. Jh.s, [rhein-]frk.):
‚Montag; dies lunae, feria II, secunda feria,
secunda sabbati‘, eigtl. ‚Tag des Mondes‘
<〈Var.: mâne-, men-; -dac, -dach>〉. Das De-
terminativkomp. ist eine Lehnübersetzung von
lat. diēs Lūnae ‚Tag des Mondes, Tag der
Mondgöttin Luna‘, das wiederum nach gleich-
bed. gr. ἡμέρα Σελήνης gebildet ist. – Mhd.
mântac, mêntac, montac, mæntac st.m. ‚Mon-
tag‘, der guote mântac ‚blauer Montag (als
Nachfeier des Sonntags)‘, der stolze mântac
‚der Montag nach Pfingsten‘. Die umgelautete
Form mæntac, die folgendes -i- zur Voraus-
setzung hat, geht wohl auf ahd. *manitag in
Analogie zu tulditag, giburtitag (s.dd.) zurück
(vgl. P. Wiesinger, FS Skála 1988: 364–366).
Frühnhd. mantag, mäntag, mentag m. ‚Montag‘
(mit hoher Funktion als Gerichts-, Markt-,
Zinstag), geschworener montag ‚Tag eines un-
gebotenen Gerichtes‘, der unsinnige montag
‚Rosenmontag‘, der gute montag ‚blauer Mon-
tag‘ (s. o.), nhd. Montag m. ‚erster Tag der Ka-
lenderwoche‘, blauer Montag ‚Montag, an dem
jmd. ohne triftigen Grund nicht zur Arbeit geht‘
(urspr. wohl nach dem arbeitsfreien Montag vor
Beginn der Fastenzeit und der für diesen Tag
vorgeschriebenen liturgischen Farbe Blau).