Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
manschaft stf.
1. homagium, der lehnseid, die lehnshuldigung, die eigenthümliche weise, in welcher der mann bei der verleihung zu lehnrecht die treue gelobt, eine weise, die bei der verleihung an die dienstmannen zu hofrecht nicht stattfindet. vgl. Homeyer, Ssp. 2,1, 596. Haltaus 1311. guot mac der herre setzen einem man âne manschaft Schwsp. hg. Lssbg. LR. 94. b. swer die hende recket durch manschaft Lohengr. 163. daʒ ander künge ir krône durch manneschaft ze lône von sîner hende enpfiengen W. Wh. 9,30. daʒ die hende und diu zunge mir bieten rehte manschaft Krone 151. a. daʒ er an mich keiner manschaft begert das. 151. b. si buten ime ir manschaft das. 172. b. und biutet sîne manschaft.... sô enphâhet in ze man Flore s. 4872. homagium holdung vel manschaft. omagium manschaft vel holde Diefenb. gl. 147.
2. die lehnstreue, lehnspflicht selbst. die durch manschaft nâmen sînes gebotes war Lohengr. 110. dem (den?) ir manschaft von sînem vater niht versmâht das. 121. wer im wære dienesthaft und lêhen oder manschaft enpfangen hæten von im Otte 414. manschaft und lêhen Haltaus 1310. manschaft schuldig sîn das. 1311. manschaft und verbindlichkeit das. manschaft unde dienst das.
3. inbegriff der mannen eines herrn, erst in urkunden seit dem 14. jh., dem 13. jh. noch fremd. vgl. Homeyer a. a. o. die erbære manschaft in der pflege Wurzen geseʒʒen Haltaus 1312 und 1313.