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manigfalt

ahd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

manîgfalt

managfalt, manîgfalt, manîgfaltiAWB adj.,
im Abr (1,208,20 [Kb]) und weiteren Gl., O,
Oh, Ol, Os, MF, Ph, BaGB/WeGB, NBo, NCat,
Ni, NMC, Nps und Npw: ‚viel, zahlreich, ver-
schieden, verschiedenartig, vielfältig, mannig-
faltig, vielfach; frequens, largus, multifidus,
multiplex, multiplicatus, multipliciter, permul-
tus, varius‘, managfalt werdan ‚bekannt wer-
den, sich verbreiten‘, sô managfalto zîti ‚so-
lange Zeit über; tanto tempore‘, in manîgfalta
wîs / zi manîgfaltero wîs ‚auf mannigfache Wei-
se, in mannigfacher Vielfalt; multiplici mo-
do, multiplici varietate‘ (mhd. manecvalt adj.
‚mannigfaltig, vielfältig, zahlreich, groß, viel-
gestaltig‘, frühnhd. manigfalt adj. ‚vielgestal-
tig, vielfältig, unterschiedlich, wankelmütig‘,
ält. nhd. mannigfalt adj. ‚verschieden, unter-
schiedlich, vielgestaltig‘; as. managfald adj.
‚vielfältig‘ [Hel], mndd. mannichvōlt, mennich-
fōlt [flektiert -ld-] adj. ‚viel, vielfach, häufig,
mannigfach‘; andfrk. manigfalt adj. ‚vielfältig,
vielseitig‘ [a. 901–1000], frühmndl. menich-
vout adj. ‚mannigfaltig, zahlreich, verschieden,
unterschiedlich‘, mndl. menichvout, menich-
voude, menichfalt adj. ‚mannigfaltig, vielfältig,
zahlreich, veränderlich, unbeständig‘; afries.
monichfald, manichfald, menichfald adj. ‚man-
nigfaltig, zahlreich, mancherlei‘; ae. manig-
feald adj. ‚mannigfaltig, vielfältig, vielschich-
tig, zahlreich‘; aisl. margfaldr adj. ‚mannig-
faltig, viel‘ [zur Entwicklung von aisl. margr
s. manag]; got. managfalþs adj. ‚mannigfaltig‘:
< urgerm. manaǥ-falđa-). Das HG -falđa-, das
ein zum Suffixoid gewordenes Adj. *falđa-‚
‚-fach, -fältig‘ fortsetzt, dient zur Bildung von
Multiplikativadj. (vgl. Heidermanns, Et. Wb. d.
germ. Primäradj. 187 f.; vgl. auch Wilmanns
[1906–30] 1967: 2, § 388, 2). S. manag. – managfaltenma-
nagfaltenAWB
sw.v. I, bei I, in MF: ‚vermehren, aus-
breiten; multiplicare‘ (mhd. manecvalten sw.v.
‚vervielfältigen, bunt zusammensetzen, sich
unbeständig zeigen‘, ält. nhd. mannigfalten
sw.v. ‚vervielfältigen‘ [vgl. Herder das luft-
gefieder mannigfalte sich auf erden, zit. nach
Dt. Wb. 12, 1589]; mndd. mannichvōlden, men-
nichvōlden sw.v. ‚vermehren, verlängern‘, intr.
‚sich vermehren, wachsen‘; andfrk. manigfal-
den sw.v. ‚vermehren, steigern‘ [WPs und
LeidW], frühmndl., mndl. menichhouden sw.v.
‚vervielfältigen‘; ae. manigfildan sw.v. ‚ver-
vielfältigen‘: < westgerm. *managfaldii̯e/a-).
Faktitive Ableitung. S. managfalt. – managfaltîAWB,
manîgfaltîAWB f. īn-St., in Gl. 2,164,46. 176,43
(beide in Hs. vom Anfang des 9. Jh.s, Zeit der
Gl.einträge unbekannt) und in weiteren Gl.,
NBo, Nps, Npg und Npw: ‚Vielzahl, große
Anzahl, Menge, Vielfalt, Vermehrung, Zu-
wachs, Ertrag; affluentia, densitas, diversitas,
multiplicatio, multitudo, numerositas, quanti-
tas, turba, usura‘ (mndd. mannichvōlt, ma-
nichvalt f. ‚Vielheit, Mannigfaltigkeit‘; mndl.
menichvoude f. ‚Verschiedenheit, Unbestän-
digkeit‘). Deadj. Abstraktum. S. managfalt. –
managfaltîgAWB, manîgfaltîgAWB adj., seit dem 10. Jh.
in Gl., Nps: ‚vielfältig, zahlreich, mannigfaltig;
frequens, largus, multifarius, multiplex‘, ma-
nag inti managfaltîg ‚ungezählt, zahllos; in-
numerosus‘ (mhd. manecvaltec adj. ‚vielfältig,
mannigfaltig, ungleich, unbeständig‘, frühnhd.
manigfaltig, manigfältig adj. ‚vielfältig, viel-
gestaltig, verschieden, wankelmütig, wechsel-
mütig‘, nhd. mannigfaltig adj. ‚auf vielerlei Art
gestaltet, abwechslungsreich, vielfältig‘; mndd.
mannichvōldich adj. ‚zahlreich‘; frühmndl. me-
nichvoudich adj. ‚vielfältig, mannigfaltig‘ [a.
1240], mndl. menichvoudich, menechvoudich,
menichvuldich adj. ‚vielfältig, mannigfaltig,
verschieden‘; afries. monichfaldich, manich-
faldich, menichfaldich adj. ‚mannigfaltig,
zahlreich‘). Deadj. Ableitung mit dem Fort-
setzer des Suffixes urgerm. *-iǥa-. S. manag-
falt. – managfaltîgoAWB adv., nur in Gl. 1,506,32 (2.
Hälfte des 10. Jh.s, bair.): ‚auf vielfältige
Weise; late‘ (frühnhd. manigfaltig adv. ‚auf
vielfältige Weise, oftmals‘, nhd. mannigfaltig
adv.; mndd. mannichvōldige adv. ‚vielfach,
zahlreich, viel‘; mndl. menichvoudich adv. ‚auf
mancherlei Weise‘). S. managfaltîg. – managfaltlîchomanag-
faltlîchoAWB
, manîgfaltlîchoAWB adv., Gl. 1,804,5 (in 2
Hss., beide 10. Jh., bair.). 5/6 (Hs. 1. Hälfte des
12. Jh.s, Zeit des Gl.eintrags unbekannt, bair.):
‚auf vielfältige Weise; multifariam‘ (mhd. ma-
necvaltlîche adv. ‚auf mannigfaltige Weise‘;
mndd. mannichvōldelīke adv. ‚mannigfach, auf
vielerlei Weise‘; andfrk. manigfultlīko adv. ‚auf
vielfältige Weise; multipliciter‘ [WPs], früh-
mndl., mndl. menichvoudelike adv. ‚dss.‘; ae.
manigfealdlīce adv. ‚auf verschiedene Weise;
multipliciter‘). S. manîgfaltlîh. – managfaltoAWB,
manîgfaltoAWB adv., Gl. 1,506,30 (10. Jh.). 30/31
(10./11. Jh.). 31 (3. Viertel des 11. Jh.s). 804,4
(in 2 Hss., 10./11. Jh. und 3. Viertel des 11.
Jh.s); 2,328,41 (9. Jh., alle bair.), O, NBo, Nps:
‚auf vielfältige Weise, in der Mehrzahl; mul-
tifariam, multipliciter, pluraliter‘, sup. ma-
nagfaltôstolatissime‘ (mhd. manecvalt adv.
‚auf mannigfaltige Weise‘, frühnhd. manigfalt
adv. ‚oftmals, in jedem Fall‘, ält. nhd. mannig-
falt adv. ‚von mancherlei Art, von mancher-
lei Form‘; mndd. mannichvōlt, mannichvōlde
adv. ‚vielfach, mannigfach‘, mannichvōlt dū-
sent ‚viele tausend‘; frühmndl. menichvout adv.
‚öfters, in großem Umfang, sehr‘ [a. 1265–
1270], mndl. menichvoude, menichvoyde, me-
nichfout adv. ‚auf vielerlei Weise, öfters, in ho-
hem Maße, sehr‘; ae. manigfealde adv. ‚auf
vielfältige Weise, reichlich‘). S. managfalt. –
managfaltônAWB, manîgfaltônAWB sw.v. II, im Abr
(1,70,27 [Pa, Kb]), O, Nps, Npw und WH:
‚vervielfältigen, vermehren, steigern, verstär-
ken; augēre, multiplicare‘, sih manîgfaltôn
‚sich vermehren, fortpflanzen; multiplicare‘,
part.prät. gimanagfaltôt ‚vielfältig; multipli-
citer‘ (mhd. manecvalten sw.v. ‚vervielfältigen,
bunt zusammensetzen, sich unbeständig zei-
gen‘, ält. nhd. mannigfalten sw.v. ‚vervielfäl-
tigen‘; mndd. mannichvōlden, mennichvōlden
sw.v. ‚vermehren, verlängern‘, intr. ‚sich ver-
mehren, wachsen‘; andfrk. manigfalden sw.v.
‚vermehren; multiplicare‘ [WPs, LeidW], früh-
mndl. menichvouden sw.v. ‚vervielfältigen‘,
mndl. menichvouden, menechvouden sw.v.
‚vervielfältigen‘, intr. ‚sich vervielfältigen, ver-
mehren‘; afries. monichfaldia, manichfaldia
sw.v. ‚sich vervielfältigen‘; ae. manigfealdian
sw.v. ‚vervielfältigen‘). Deadj. Ableitung. S.
managfalt. – gimanagfaltônAWB, gimanîgfaltônAWB
sw.v. II, Gl. 4,6,41 (2. Viertel des 9. Jh.s, alem.
[-frk.]), Nps und Npw: ‚vervielfältigen, ver-
mehren; crebrescere, multiplicare‘ (andfrk. gi-
managfalden ‚steigern, verstärken, vermehren;
multiplicare‘ [WPs]; ae. gemanigfealdian, ge-
mænigfealdian, gemonigfealdian ‚vervielfa-
chen, vergrößern‘, intr. ‚reichlich vorhanden
sein‘). – managfaroAWB adj., Gl. 3,174,2 (Ende des
12. Jh.s). 377,63 (12./13. Jh.): ‚vielfarbig, bunt;
multicolor, polimitus [= polymitus]‘ (mhd. ma-
necvar adj. ‚verschiedenfarbig, bunt‘, frühnhd.
manigfar adj. ‚dss.‘; mndd. mannichvār adj.
‚vielfarbig‘). S. manag, faro. – managflahtîgAWB ?
adj., Gl. 2,417,54. 420,21. 423,27 (alle in Hs.
des 10. Jh.s, Zeit der Gl.einträge unbekannt,
bair.-alem.): ‚vielfach gewunden, mannigfach,
vielfältig; flexuosus, milleformis, multimodus‘.
Falls -fl- für -sl- verschrieben ist, sind die Be-
lege unter managslahtîg (s.d.) einzuordnen (so
Graff 4, 782). Ist der Ansatz mit -fl- richtig,
ist das HG eine Ableitung vom st.v. III fleh-
tan (s.d.). S. manag. – Ahd. Wb. 6, 222 ff.;
Splett, Ahd. Wb. 1, 211. 243. 594; Köbler, Wb. d.
ahd. Spr. 416. 756 f.; Schützeichel⁷ 214; Starck-
Wells 397 f.; Schützeichel, Glossenwortschatz 6,
256 f. 266.
7897 Zeichen · 311 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    manîgfalt

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +2 Parallelbelege

    managfalt, manîgfalt, manîgfaltiAWB adj., im Abr (1,208,20 [Kb]) und weiteren Gl., O, Oh, Ol, Os, MF, Ph, BaGB/WeGB, NBo…

  2. modern
    Dialekt
    Manigfalt

    Elsässisches Wb.

    PfWB RhWB Manigfalt [Mànikfàlt Horbg. ; Mànifàlt Ingw. ; Màniχfàlt Betschd. ] f. Blättermagen des Rindviehs. Giebt man d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit manigfalt

9 Bildungen · 9 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von manigfalt 2 Komponenten

manig+falt

manigfalt setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

manigfalt‑ als Erstglied (9 von 9)

manigfaltig,

FWB

1. ›vielfältig, vielgestaltig, verschieden, unterschiedlich‹, von zählbaren (meist konkret gedachten) Bezugsgegebenheiten gesagt, die von ei…

manigfaltigen,

FWB

1. ›etw. erhöhen (z. B. die gnade), steigern (z. B. die unkräfte); etw. lobend verbreiten (z. B. js. namen)‹; refl.: ›sich wandeln, ändern (…

manîgfaltgî

AWB

manîgfaltigî st. f. — Graff II,765. manih-ualtigi: nom. sg. Gl 2,251,6 ( M, clm 14689, Hs. 12. Jh. ). Vielzahl: manihualtigi [ multum vero e…

manigfaltigkeit,

FWB

1. ›Unterschiedlichkeit, Mannigfaltigkeit zählbarer, oft als sinnlich wahrnehmbar gedachter Bezugsgrößen, der Dinge (res)‹; 2. ›Vorkommens-,…

manîgfaltlîcho

EWA

managfalt, manîgfalt, manîgfaltiAWB adj., im Abr (1,208,20 [Kb]) und weiteren Gl., O, Oh, Ol, Os, MF, Ph, BaGB/WeGB, NBo, NCat, Ni, NMC, Nps…

manîgfaltlîh

AWB

manîgfaltlîh adj. ; afries. monich-, manichfaldelik ( vgl. Afries. Hwb. S. 336 ); ae. manigfealdlíc. — Graff II,764 s. v. manacfaltlîho. man…

manîgfaltôn

EWA

manig·falton

managfalt, manîgfalt, manîgfaltiAWB adj., im Abr (1,208,20 [Kb]) und weiteren Gl., O, Oh, Ol, Os, MF, Ph, BaGB/WeGB, NBo, NCat, Ni, NMC, Nps…