lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Magnet

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

GWB
Anchors
15 in 15 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
9
Verweise raus
16

Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Magnet

Bd. 5, Sp. 1373
MagnetGoethe versteht den Magneten, mit dem er sich 1798 wissenschaftlich zu befassen beginnt, als ein sämtliche Gesetzmäßigkeiten der Welt auf elementarste Weise (symbolhaft) repräsentierendes Urphänomen ( GWBN11,148,20). Sein Vermögen des Anziehens wie Abstoßens prägt seiner Auffassung nach in je spezifischer Art alle unbelebten wie belebten Seinsformen, wirkt ebenfalls im Geistigen (vgl auch Goethes Terminologie von ‘Polarität’ u ‘Steigerung’, die er in entwicklungstheoretischem Sinne als die ‘zwei großen Triebräder aller Natur’ begreift GWBN11,11,3ff). Entsprechend steht er FAMesmers zeitgenössischer Vorstellung eines animalischen Magnetismus weitgehend befürwortend gegenüber, hat jedoch zu dem von diesem hierauf begründeten Heilverfahren eine distanzierte Haltung (s besonders ‘Magnetismus’ Bed c). Für Goethe stellte sich die Frage nach übergreifenden u dabei antidualistischen, Gegensätze vereinenden Naturprinzipien im Zshg der wissenschaftlichen Fundierung seines pantheistischen Weltbildes. Dabei begreift er die magnetischen Phänomene in einem hierarchisierenden Zusammenhang mit den elektrischen, galvanischen, chromatischen ua, wobei eben der Magnetismus für ihn die einfachste u allumfassendste Gesetzlichkeit bildet (s unter Pkt a, auch ‘magnetisch’, ‘Magnetismus’ sowie hinsichtlich HChOerstedts Nachweis der magnetischen Wirkung des elektrischen Stroms ‘Magnetnadel’ jeweils a).1)   a ein Metall anziehendes, auch abstoßendes Eisenstück; in etymologischer Betrachtung  Der nahme M.2) ist von der Stadt Magnesia entstanden in Griechenland, wo man diese Eigenschaft des Eisensteins zuerst entdeckte .. Gespr (Gr5,654) ChSchiller 2.10.05 öfter im Hinblick auf die Eigenschaften; wiederholt als (eigener) Forschungsgegenstand; auch ‘natürlicher M. für das von Natur aus, zumindest potentiell, magnetische Eisen bzw ‘künstlicher M. für mittels eines Magneten (verstärkt) magnetisiertes Eisen (od Stahl); ferner ‘idealer M. hinsichtlich einer vorgestellten wechselseitigen Aufhebung der Anziehungs- u Abstoßungskräfte; einmal ‘armierter M.  Alles Eisen ist ein natürlicher M. GWBN13,437,1 Plp  Jedes Eisen hat die Eigenschaft zum M. zu werden u. Polarität an zu nehmen Gespr(Gr5,654) ChSchiller 2.10.05  Der M. hat die Kraft — ihm gleichartige Körper mit sich u. unter einander der Länge nach zu verbinden; jeden zu einem, vor sich seyenden, M. umzuschaffen; indem er ihm zugleich Polaritet mittheilt u. zwar äussert sich diese in anziehender u. abstoßender Wirkung also: der eine Pol des M-s z. B. Plus, zieht den entgegen gesezten des andern an, Minus: u. stößt den ihm gleichen Plus, ab: u. so umgekehrt Gespr(Gr5,655) Schardt 2.10.05  Die beyden Pole in jedem M-en haben die Begier sich in sich selbst zu vereinigen .. Macht man das Hufeisen Elastisch so kann man das Begehren der Pole desselben M-s gegen einander in der Erfahrung zeigen .. Bindet man die beyden Schenckel fest an einander, so ist der M. in sich abgeschlossen GWBN13,434,6u23 Plp  ein Naturphänomen .. in seiner ganzen Totalität zu erkennen. Gilbert brachte auf diesem Wege [mittels Versuchen] die Lehre vom M-en weit genug GWBN4,46,26 FlH VI GegnerNewt  ich habe diese Zeit her mehr geschäftig als productiv zugebracht. Im Wissenschaftlichen sind einige artige Schritte geschehen. Von der Naturgeschichte war Botanik, von der Physik war der M. an der Reihe GWBB15,39,10 Knebel 12.3.00 GWBN13,435,18 Plp [Zit s v Magnetstein] GWBN13,437,7 Plp GWBN11,181,26 Magnet als (symbolhaftes) Urphänomen, als (erstes) Glied in der Kette elementarer Naturerscheinungen  Der M. ist ein Urphänomen, das man nur aussprechen darf, um es erklärt zu haben; dadurch wird es denn auch ein Symbol für alles Übrige, wofür wir keine Worte noch Namen zu suchen brauchen GWBN11,148,20 MuR(434) Das ganze Geschäft der Natur, besteht im Trennen oder differenziiren, u. sich wieder suchen u. vereinen. Von diesem allgemeinen Kreislauf, ist der M. das erste Glied, u. so zu sagen das Symbol aller übrigen WeltErscheinungen Gespr(Gr5,657) Schardt 9.[?]10.05  Alle unsere Erkenntnis ist symbolisch. Eins ist das Symbol vom andern: die magnetischen Erscheinungen Symbol der elektrischen, zugleich dasselbe und zugleich ein Symbol der andern. Ebenso die Farben durch ihre Polarität symbolisch für die Pole der Elektrizität und des M-s. Und so ist die Wissenschaft ein künstliches Leben, aus Tatsache, Symbol, Gleichnis wunderbar zusammengeflossen Gespr(He2,45) Riemer 21.10.05  Dieses .. Werk [die ‘Farbenlehre’] beginnt mit einer Einleitung, in der zuvörderst die Absicht im Allgemeinen dargelegt wird. Sie geht kürzlich dahin, die chromatischen Erscheinungen in Verbindung mit allen übrigen physischen Phänomenen zu betrachten, sie besonders mit dem was uns der M., der Turmalin gelehrt, was Elektricität, Galvanismus, chemischer Prozeß uns offenbart, in eine Reihe zu stellen, und so durch Terminologie und Methode eine vollkommnere Einheit des physischen Wissens vorzubereiten GWBN4,388,1 Fl AnzÜbers Zwei Körperhälften, | Rechts und Links, | Atemholen. | Physische Erfahrung: | M. GWBN11,165,13 Polarität GWBN11,210,16 AtomismDynamism Gespr(Gr5,655) Schardt 2.10.05 GWBN11,191,15 Elektr im Vergl od im Bild; wiederholt speziell in Hinsicht auf die Vereinigung, Synthese des Gegensätzlichen  Wir haben Alle etwas von elektrischen und magnetischen Kräften in uns, und üben, wie der M. selber, eine anziehende und abstoßende Gewalt aus, je nachdem wir mit etwas Gleichem oder Ungleichem in Berührung kommen .. Gespr(FfA II 12,634,25) Eckerm 7.10.27  Anziehen deutet auf ein Abstoßen. Beides zusammen auf eine Scheidung, auf ein Entzweien, das, wie bei dem M-en, sein Entgegengesetztes, seine Totalität, sein Ganzes wieder sucht GWBN11,192,12 Elektr  [Tasso:] So bindet der M. durch seine Kraft | Das Eisen mit dem Eisen fest zusammen, | Wie gleiches Streben Held und Dichter bindet GWB10,127 Tasso 549  Wenn ich den M. und Turmalin Hermaphroditen nennen möchte, so würden die elektrischen Wirkungen schon getrennte Geschlechter haben GWBN11,171,11 PhysikalWirkungen GWBB30,6,17 JGZimmermann 3.5.75 im Übergang zu c  M-es Geheimniß, erkläre mir das! | Kein größer Geheimniß, als Lieb’ und Haß GWB2,218 GottGemüt Welt 65 iSv Magnetismus  Wie der M. im Eisen wirkt, so wirkt die Farbe im Auge! und ich möchte sagen: so hoch das Auge über dem Eisen steht so viel höher steht die Farbe über der magnetischen Wirkung GWBN11,173,5 PhysikalWirkungen   b in erweitertem Sinne für den Erdkörper  Weltkörper als M. | Arktischer und antarktischer Pol. Übergewicht des Eisens im Weltkörper GWBN11,177,16 Magnet   c metaphor, mBez auf eine anziehende, geliebte Person (auch Cornelia, ChStein u Christiane) od ein reizvolles, faszinierendes Objekt, Interesse; einmal ‘etw ist jds Augen ein M.’; attribuiert ‘lieber, großer M.  Von .. Streifpartien .. ward ich jedoch wieder nach Hause gezogen, und zwar durch einen M. [M-en Var], der von jeher stark auf mich wirkte .. meine Schwester GWB27,21,3 DuW 6  Südwärts liegen der Schätze wie viel! Doch einer im Norden | Zieht, ein großer M., unwiderstehlich zurück [Christiane] GWB1,329 Vs 428 VenEpigr 96  Die Weiber möchten auf der einen Seite lieben und auf der andern geliebt werden und so beide Pole ihres M-en beschäftigen. Wir wissen es; sie tun es unbewußt Gespr (He2,543) Riemer 2.7.10 [Nardo:] des Alten große Thaler | Sind ein Leitstern, ein M. GWB12,258 VereitelteRänke 67 [G/Vulpius?]  [Faust:] warum heftet sich mein Blick auf jene Stelle? | Ist jenes [Gift-]Fläschchen dort den Augen ein M.? GWB14,39 Faust I 687 GWBB6,101,15 ChStein 3.12.82 Korr Fränkel21,440 Gespr(He31,582) Kanzl Müller 23.9.23 uö(selten) GWBErd- GWBStahl- GWBWelt- 1) Zu Goethes Beschäftigung mit dem Magneten bzw dem Magnetismus, auch seinen theoretischen Übereinstimmungen hierbei mit Schelling s KHKiefer, Goethe u der Magnetismus. Grenzphänomene des naturwiss Verständnisses. In: Philosophia naturalis 20(1983),264-311 2) vgl RE 14, Sp 475 (s v Magnet) Michael SchilarM.S.
7889 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    magnetswm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    magnete , magnet swm. magnet Mgb. 429,14. 433,21. 451,22 ff. Dfg. 343 b .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    magnêtm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    + magnêt , -ât , m. , Magnetstein, „magnes ein magneet efte segelsteen ” (Vocabula 1579).

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Magnēt

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Magnēt , des -es, plur. so wohl von mehrern Arten, als auch von mehrern einzelnen zubereiteten Stücken, die -e, ein …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Magnet

    Goethe-Wörterbuch

    Magnet Goethe versteht den Magneten, mit dem er sich 1798 wissenschaftlich zu befassen beginnt, als ein sämtliche Gesetz…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Magnet

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Magnet , s. Magnetismus .

  6. modern
    Dialekt
    Magnetn., m.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Magnet n., m. : wie schd., Magnet [mancherorts, Gen. n.: NW-Wachh Lambert Penns 102], Mangnet [KU-Börsbn KB-Lauth Sunnda…

  7. Sprichwörter
    Magnet

    Wander (Sprichwörter)

    Magnet 1. Magnet zieht Eisen an. Dän. : Seglsteen drager jernet, og velvillighed hierterne. ( Prov. dan., 495. ) 2. Wen …

  8. Spezial
    magnet

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    magnet [ma·gnẹ̄t] m. (-ec) Magnet m. ◆ magnet por le publich Publikumsmagnet m.

Verweisungsnetz

28 Knoten, 18 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Kompositum 13 Sackgasse 11

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit magnet

132 Bildungen · 130 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von magnet 2 Komponenten

mag+net

magnet setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

magnet‑ als Erstglied (30 von 130)

magnetberg

DWB

magnet·berg

magnetberg , magnetenberg , m. aus magnet bestehender berg der fabel, der das eisenwerk der schiffe anzieht, vgl. über ihn die ausführlichen…

Magnetberge

Meyers

magnet·berge

Magnetberge , nach alten indischen und chinesischen Sagen Berge aus reinem Magneteisen, die eine so starke Anziehungskraft äußern, daß sie n…

Magneteisenerz

Meyers

magnet·eisenerz

Magneteisenerz ( Magneteisenstein, Magnetit ), Mineral der Spinellgruppe, besteht aus Eisenoxydoxydul Fe 3 O 4 mit 72,4 Proz. Eisen, zuweile…

Magnetelektrische Maschine

Meyers

Magnetelektrische Maschine ( Magnetmaschine ), Vorrichtung zur Erzeugung elektrischer Energie mit Hilfe permanenter Magnete; s. Elektrische …

magneten

DWB

magne·ten

magneten , verb. die kraft eines magnetes haben, magnetisch sein: wenn der eisenstein magnetet und kupfer und zin bei sich hat, .. so leszt …

Magnetenberg

GWB

magneten·berg

Magnetenberg einmal in der gleichwertigen Form -tberg a sagenhafter, aus Magnet bestehender (Schiffen die Eisenteile entziehender) Berg; ein…

magnetenkraft

DWB

magneten·kraft

magnetenkraft , f. kraft eines magneten oder wie eines magneten, magnetische, an sich reiszende kraft: wir trinken, kühl umschattet, den reb…

Magnetenpuppe

Wander

magneten·puppe

Magnetenpuppe Wie eine Magnetenpuppe am Fenster sitzen. ( Wolfenbüttel. ) Von müssigen Frauen, die am Fenster schausitzen.

magnetenstein

DWB

magneten·stein

magnetstein , magnetenstein , m. magnes: magnetstein, siderites, lapis heracleus. Stieler 2140 ; so sper das aug etwas auf und heb darfür ei…

magnetenstrom

DWB

magneten·strom

magnetenstrom , m. strom der durch den magneten zieht: wo ihr warmes leben leise nach magnetenstromes weise dir an leib und seele geht. Bürg…

magnetisch

DWB

magne·tisch

magnetisch , adj. und adv. magneticus Frisch 1, 633 c ; magnetischer stahl, magnetisches eisen; das eisen magnetisch machen; die magnetische…

Magnetische Curen

Herder

Magnetische Curen , die Anwendung des Magnets gegen gewisse krankhafte Zustände des Körpers, so namentlich zur Hebung von Nervenschmerzen un…

Magnetische Doppelfläche

Meyers

Magnetische Doppelfläche ( magnetische Doppelschicht, magnetische Schale ), eine ebene oder gekrümmte Platte von sehr geringer Dicke (δ), di…

magnet als Zweitglied (1 von 1)

giftmagnet

DWB

gift·magnet

giftmagnet , m. 1) ein stein: gifftmagnet indianischer schlangenstein ... man giebt vor, er werde in einer gewissen ostindischen schlangen g…

Ableitungen von magnet (1 von 1)

magnete

KöblerMhd

magnete , M. Vw.: s. magnes