Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Madrigal n.
Madrigal n.
Madrigal n. Die Bezeichnung für eine bestimmte Art mehrstimmiger Lieder lyrisch-idyllischen Inhalts, die besonders im 16. und 17. Jh. beliebt sind, wird mit dem Liedtyp gegen Ende des 16. Jhs. aus dem Ital. übernommen. Die Herkunft des Ausdrucks ist nicht geklärt. Die frühesten Belege stammen aus Oberitalien, mlat. matricale (um 1320), ital. madriale (2. Hälfte 14. Jh.); danach konkurrieren miteinander ital. madriale und madrigale, bis sich (im 17. Jh.) die letztere Form durchsetzt. Es bleibt unentschieden, ob an lat. mātrīcālis ‘zur Mutter gehörig’ (zu lat. mātrīx ‘Mutter’) oder an lat. māteriālis ‘zur Materie gehörig, stofflich’ (zu lat. māteria ‘Stoff, aus dem etw. hervorgeht’) anzuknüpfen ist. In beiden Fällen kann von der Vorstellung ‘einfaches, natürliches (Gedicht, Lied)’ ausgegangen werden, die durch den einfachen, naturverbundenen Inhalt der Lieder gestützt wird. Vgl. 3, 183 und FEW 6, 1, 495. Als Dichtungsform bezeichnet Madrigal ein kleines lyrisches, später satirisch-philosophisches Gedicht mit epigrammatischem Schluß, wie sie Petrarca und Tasso in Italien, im 18. Jh. Hagedorn, Gotter, Voß und auch Goethe in Deutschland gepflegt haben.