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Lupe

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Meyers
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9 in 9 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Lupe

Bd. 12, Sp. 861
Lupe (einfaches Mikroskop, Vergrößerungsglas), eine Sammellinse, die dazu bestimmt ist, von einem kleinen Gegenstand, der um weniger als ihre Brennweite von ihr entfernt ist, dem von jenseits durch die Linse blickenden Auge ein vergrößertes (virtuelles) Bild zu zeigen (s. Linse, S. 583, Fig. 8). Die Gestalt der Linse ist für die Güte ihrer Bilder keineswegs gleichgültig. Bei einer beiderseits gewölbten (bikonvexen) Linse machen sich sphärische und chromatische Aberration in höherm Grade geltend als bei gleich stark vergrößernden plankonvexen Linsen, wenn man deren ebene Seite dem Gegenstand zukehrt. Man verringert diese Fehler, indem man durch eine Blendung die Randstrahlen ausschließt. Dieser Zweck wird auch durch die Zylinderlupe (Fig. 1) erreicht, ein zylindrisches Stück Glas, von dessen ungleich gewölbten Endflächen die minder gewölbte dem Gegenstand zugekehrt wird; hier können nämlich wegen der größern Entfernung der beiden Flächen nur die mittlern Strahlen austreten. Die Lupen von Coddington (Fig. 2) und Brewster (Fig. 3, Koneopside, Vogelaugenlinsen) sind Glaskugeln mit einer ringsum laufenden, ziemlich tief eingeschnittenen Rinne, die bewirkt, daß nur die mittlern Strahlen durch die L. gehen können. Bei stärkerer Vergrößerung wendet man statt einer starken mehrere schwächere Linsen an, wie in der Fraunhoferschen L. (Fig. 4), wo zwei plankonvexe Linsen, ihre gewölbten Seiteneinanderzukehrend, in geeigneter Entfernung in eine Fassung gebracht sind. Durch sehr ebenes Gesichtsfeld und gute Korrektion der Bilder zeichnet sich die Steinheilsche (sogen. aplanatische) L. aus; sie besteht aus einer gleichseitigen bikonvexen Crownglaslinse, an die beiderseits Flintmenisken angekittet sind. Die von Chevalier angegebene, jetzt in der Regel Brückesche L. genannt, besteht nach Art eines holländischen Fernrohrs aus einem achromatischen Objektiv und einer Negativlinse als Okular. Ihr Objektabstand ist relativ groß und kann innerhalb bestimmter Grenzen geändert werden. Lupen, die aus zwei oder drei Linsen bestehen, werden Duplets, resp. Triplets genannt. Die gewöhnlichen Lupen werden bei der Beobachtung in freier Hand gehalten; man befestigt sie aber auch an Stativen, die mit einem beweglichen, oft mit Gelenken versehenen Arm ausgestattet sind, oder gibt ihnen ein Gestell mit Objekttisch, Beleuchtungsspiegel etc.; solche Apparate heißen Präpariermikroskope. Lupen zum zweiäugigen (binokularen) Sehen sind in neuerer Zeit mehrfach in Vorschlag gebracht und ausgeführt worden. Durch Vorschaltung von Prismen mit schwachem brechenden Winkel wurde die Erhöhung der Plastik angestrebt (stereoskopische Lupen). Bei den Verantlupen von Zeiß wird ein scharfes, verzeichnungsfreies Bild dadurch erreicht, daß man den Kreuzungspunkt der ins Auge dringenden Bündel mit dem Drehpunkte des Auges zusammenfallen läßt. Über die dichroskopische L. von Haidinger s. Dichroismus.
2904 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    lupef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    lupe , f. glaslinse, vergröszerungsglas; aus franz. loupe entlehnt, vgl. Diez wb. 2, 363 . s. auch luppe.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lupe

    Goethe-Wörterbuch

    Lupe Vergrößerungsglas; auch im Vergl Man durfte sich übrigens diese Vergrößerung [ durch die Lithographie ] gar wohl er…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lupe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Lupe ( einfaches Mikroskop, Vergrößerungsglas ), eine Sammellinse, die dazu bestimmt ist, von einem kleinen Gegenstand, …

  4. modern
    Dialekt
    Lupef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Lupe f. : wie schd., Lupp [ KU-Brück ]. Südhess. IV 446 ; Rhein. V 626 .

  5. Spezial
    Lupe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Lu|pe f. (-,-n) linsa d’ingrandimënt f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lupe

12 Bildungen · 11 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

lupe‑ als Erstglied (11 von 11)

Lupenküster

RhWB

lupen·kuester

Lupen-küster -ø- Remschd m.: verächtl. einer, der gern an andern mit lächerlicher Miene mäkelt.

lupenrein

RDWB1

lupen·rein

lupenrein ein ~es Experiment - безукоризненный, безупречный, чистый эксперимент eine ~e Fälschung - подделка чистой воды

lūpens

WWB

lūpens Adj. [verstr.] 1. heimtückisch, hinterlistig; boshaft, streitsüchtig. Dē Rǖe es liupens ( Höx Kb ). — 2. heimlich ( Tek Hb ). — 3. In…

Lupercus

Herder

Lupercus , altitalischer Heerdengott; später mit dem griech. Pan verschmolzen, hatte am palatin. Berge zu Rom ein Grottenheiligthum und im F…

Luperkalĭen

Meyers

Luperkalĭen , in Rom das uralte, am 15. Febr. gefeierte Hauptfest des Faunus (s. d.), der unter dem Namen Lupercus (»Wolfsabwehrer«) am Pala…

Lūper(t)

WWB

Lūper(t) m. 1. hinterhältige Person [ Mes Bri]. — 2. Person, die herumspioniert, umherschleicht, horcht (HPaderb = NdKbl 62,13). ¶ Vgl.→ Lup…

lūpesk

WWB

lūpesk Adj. [verstr. nördl.] 1. hinterlistig, heimtückisch; streitsüchtig, falsch. — 2. (von Pferden) gern beißend (Frbg.) ( Mün Ha). ¶ Kont…

lupe als Zweitglied (1 von 1)

Zeitlupe

RDWB1

Zeitlupe f см. RDWB1 Zeit-

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Cotta, M. (2026). „lupe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/lupe/meyers
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Cotta, Marcel. „lupe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/lupe/meyers. Abgerufen 8. May 2026.
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Cotta, Marcel. „lupe". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/lupe/meyers.
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