Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Literat
Literat
Literatur f. ‘Gesamtheit des Schrifttums, alle über ein Wissensgebiet veröffentlichten Werke, das gesamte Gebiet der Dichtung, Belletristik’, Entlehnung (16. Jh.) aus lat. litterātūra ‘Buchstabenschrift, Sprachlehre’, spätlat. auch ‘Schrifttum’, einer Bildung zu lat. littera (älter lītera) ‘Buchstabe, Handschrift’, Plur. ‘Schriftstück, Brief, sprachlich-literarische Bildung, Gelehrsamkeit, Wissenschaft(en)’. Entsprechend bezeichnet Literatur bis ins 18. Jh. die ‘Gesamtheit des Schrifttums’ sowie die ‘Sprach(en)kunde, Gelehrsamkeit, Wissenschaft’ überhaupt, wird aber dann zunehmend auf die schöne Literatur (s. Belletristik), auf die Werke der Dichtung bezogen. Bis ins 19. Jh. gilt die Schreibung Litteratur. – literarisch Adj. ‘der Literatur entsprechend, eigen’, nach einem vereinzelten Frühbeleg (16. Jh.) geläufig seit dem 18. Jh.; vgl. lat. litterārius ‘zum Lesen und Schreiben gehörig, schriftlich’. Literat m. ‘Schriftsteller’ (19. Jh.), älter ‘Gelehrter, Wissenschaftler’ (16. Jh.), heute auch geringschätzig ‘unschöpferischer Vielschreiber’; lat. litterātus ‘schriftkundig, gelehrt, wissenschaftlich gebildet’. Literaturgeschichte f. (18. Jh.), gleichzeitiges Literarhistorie, Literargeschichte (nlat. historia litteraria) und Literärgeschichte (frz. histoire littéraire) allmählich verdrängend. Literaturwissenschaft f. (19. Jh.).