Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
linz
Gl.:
‚Schleier(tuch), Sommerkleid, Borte;〈Var.: lind〉. Das Wort
limbus, theristrum‘
ist aus lat. linteum n.
‚Leinwand, Decke‘
übernommen. Unverschobenes mfrk. lind
in Gl. 4,209,50 (Trier, Hs. 61, 1. Drittel des
11. Jh.s) zeigt d für t in Lehnwörtern (vgl.
Franck [1909] 1971: § 100; Katara 1912:
58 f.). Der von Steinmeyer (Anm. zur Stelle)
erwogene Ansatz lîndôk für lind ist nicht
erforderlich (vgl. Katara 1912: 182 Anm. 9).
– Die nhd. mdartl. Belege sind über das Ndd.
und Ndl. vermittelt: rhein. (rip.) lint
‚schma-,
les Leinenband, Zierband, Haarschleife‘
märk. linte f.
‚Band zur oberen Einfassung, auch in lintband n.
von Röcken, Schürzen, Hosen und zur un-
teren an Hemdsärmeln‘
‚über die Schulter gehendes, vorn und hin-, westf. lint n.
ten am Rockgurt befestigtes Band zum Tra-
gen des Frauenrocks‘
‚glattes, schlesw.-holst. veralt. lint n.
Band‘
‚Bünd-, meckl. in lintels n.
chen an Hals und Ärmel der Männerklei-
dung‘
‚Rock- oder, preuß. lint(e) f.,
Schürzenbund, mit dem die Falten oben
zusammengefasst werden‘
selten lint n.
‚kleines Band, Borte, Saum am.
Rock, Hemd usw.‘