Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
linta
und im H:
‚Linde, (übertr.) Schild aus Lin-(Tilia L.)
denholz; lentiscus, thyina, tilia‘
〈Var.: -y-; -nd-, ntt, -nth〉. Die übertr. Bed.
‚Schild aus Lindenholz‘begegnet im Ahd.
nur im H, kommt aber auch in der ge-
meingerm. Dichtersprache vor. Schilde wur-
den aus dem leicht zu bearbeitenden Lin-
denholz angefertigt (vgl. Lühr 1982: 726).
Die Baumbez. findet sich häufig in ON und
als FlurN (vgl. z.B. Lintburc [a. 910], jetzt
Limburg). – Mhd. linde sw./st.f.
‚Linde‘,
frühnhd. linde f.
‚Linde‘(auch topographi-
scher Orientierungspunkt, als Gerichtsstät-
te, Treffpunkt), phras. reuter unter der linde
halten sehen
‚Unwahrscheinliches sehen‘,
nhd. Linde f.
‚Laubbaum mit ausladender, nhd. mdartl. els., bair., pfälz. auch in der
Krone, herzförmigen, gesägten Blättern und
gelblichen, duftenden Blüten, Holz der Lin-
de‘
Bed.
‚Bast‘(s. u.); vgl. thür., osächs. lin-
denbast
‚Faser unter der Rinde der Linde‘.