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Leib IV

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Eintrag · Rheinisches Wb.

Leib IV

Bd. 5, Sp. 324
Leib IV das auf lib zurückgehende Wort ist allg., u. zwar Rhfrk bis zur bleib/bleif-L. laip, –ęi- (aber Dat. laif (-w); n. davon lęif, –ei- bis zur Diphtongierungsl. (Dat. lę·i.f) [Siegld lif, Dat. līw]; n. davon līf (Dat. lī:f); Klevld lif; Demin. -bχə, –fχə(n), –fkə(n) Sg. t. m. Rhfrk, Mosfrk, sonst n. (doch im Rip, NBerg, SNfrk oft m. für die Bed. ‘Körper’, n. für die Bed. ‘Unterleib’): 1. die alte Bed. ‘Leben, nur noch vereinzelt in alten formelhaften Wend.: Su jet han ech ming L. on ming Levven nit gesinn uWupp; he verspellt noch L. on Levve MüEif; ze Liben- on ze Lebdesdag net niemals Sieg-Ägid Eudenb; seng Leis- on Lebdesdag Altk-Wissen; bei Leiwen net! gewiss nicht Saarl, Merz, Saarbg, Trier, Bitb, Prüm, Birkf-Oberst; blī:vən: uet! Schleid-Glehn; bəlī:fs net! MüEif; bəlī:vən net! MülhRh-Overath. — 2. die Anwendung des Wortes in der Bed. ‘Körper’ ist nicht wie im Nhd. in jeder Beziehung möglich (z. B. en schöner, grader L.; den L. strecken, hinlegen hört man in der MA. nicht; da bes. hinsichtl. des Körpers die derbe Ausdrucksweise vorherrscht, steht L. in starker Konkurrenz mit Balg, Panz, Bauch); doch in festen Verb. (L. u. Seele), in RA. u. vor allem in präpositionellen Verb. ist der Gebrauch des Wortes durchaus fest u. häufig. a. der Körper des Menschen im ganzen, nur in festen Verb. u. RA. α. Gout esse (gess) on g. drenke (gedronk) hält L. on Seel sesame Birkf, Allg.; e wölle Kamesol hält L. un S. wärm; er war mit L. un S. debei Simm, Allg.; er ös met L. on S. dofür Rip, Allg.; he geht et öm L. un S. uWupp; L. en S. ütbreke sich gehörig übergeben Klev. Wickel di Wackel hät Lover (Laub) gedrage, Wickel di Wackel dräht ör ken miəh, W. di W. dräht L. on S. im Rätsel von der Wiege MGladb (u. so in zahlr. Var. dieses Rätsels). Wellste net an L. on Siəl verderve, da gangk jo net no Schwerve! Neckspr. auf Eusk-Schwerfen. — L. on S. anenanner (aneinander) Hose u. Leibchen des Kinderhös-chens, en Bocks met L. on S. Merz, Saarbg, Trier, Bo-Wehlem, Aach-Stdt. — β. in RA.: Eə, zwei, drei, mi L. es frei! Ruf des Kindes im Nachlaufesp.; fasst es bei diesem Rufe gleichzeitig einen Gegenstand von Eisen an, darf der Verfolger es nicht abschlagen Aach. Mann on Wif es en L. (ävver nit einen Därm) Köln, Rip, Nfrk. De ganze L. steht em, für ze singe, blos de Mul net Dür-Birkesd. Wat hät de en L.! einen Umfang Allg. We si L. (on Siel) verwahrt (be-), de v. (b.) kenn dauf (taube) Noss Rip, Nfrk, — genn full Eier Geld-Schravelen, — genn rotte Appel (verrotte Appele) Mörs, Klev, — hät Köste gespart Kemp-SPeter. Jedder mott si L. kenne MGladb, Kemp. Hen deit (däut, drückt) de L. von sich verächtl. er gibt sich vergebliche Mühe, etwas zu erreichen Prüm-Mürlenb. Drei L. het mi Wif ist an mehreren Stellen zugleich, arbeitet rüstig bald hier, bald dort; hät ech mar drei L.ər! Geld-Leuth. Wer do schleiht si Wif, triff sin eige L. Köln-Stdt. Der Deiwel soll der de L. verschlahn! Fluch Ottw-Bub. Es kann noch heissen he hat ne L. van Iser (Köln), es klingt aber gemacht. — γ. Genitiv-Verb.; er hät Lifs genog, ävver he es ze ful er besitzt einen starken Körper, ist aber zu träge MüEif; loses Lifs gohn (verreisen) ohne Gepäck, ohne etwas mitzunehmen Schleid-Hellenth; lebendiges Leifs verbrennen Trier, Daun; gesondes Leifs sterwen durch Verwundung, Schlag Trier. — δ. in Verb. mit Präp. αα. der L. schlechthin u. in seiner Gestaltung; de kann op sine L. en gou (gute) Partie make er ist so stattlich, dass er reich heiraten kann MGladb, Erk; dat Mädchen kann sech op senge L. bestaden (heiraten) so wohlgebaut u. schön ist es Waldbr-Rosb; he stong stif op sin L. Elbf; den as got bei L. wohlgenährt Prüm-Mürlenb; et Fleəsch fellt em va je L. so magert er ab Aach; de get (reiss sech, zehjt sech) et Hemd vom L. Allg. Me süht eim op et L., ävver nit dren wohl auf die schönen Kleider, aber nicht, ob er schlecht isst Sol. — ββ. der L. nach aussen hin als Ort, woran sich etwas befindet; de hät ken Hemb am L.; de hät necks am L. (keine Kleider) er ist sehr arm Rip, Allg.; dat es anem (einem) wie en Orme (Arm) om L. das braucht man ständig Goar-Weiler; der ziddert am ganze L. Allg.; et Dier am L. han Unlust zur Arbeit, Neigung zum Trunk, Faulenzen Sieg; en Gewidder am L. han unruhig sein Sieg; lech am L. sen übel Sieg-Fussh; öm es der Egal an et L. er ist gegen alles gleichgültig Erk-Örath; de hat awer en Zog am L. er trinkt hastig Kobl; die hange alles an et L. bei Kleiderpracht Allg.; den wäss (wächst) genn gut Hor (Haar) op et L. er ist ein Lump Geld-Wetten; aimol em de L. rem eine derbe Rundumbrotschnitte Siegld-Kromb. — γγ. als Ziel feindseligen Handelns; enem gehüreg an et L. kunn (gohn) prügeln, die Meinung sagen Eif, Rip, Nfrk; he lit (liegt) mech ömmer a ge L. er quält mich um Erweisung eines Gefallens Eup, Aach, Dür; dem kömmpt der alde Dag (das Alter) an et L. MGladb, Erk; enem op et L. rötsche zu L. rücken Schleid; do muss er marr (nur) ens jet op dat L. kuəme ans Fell gehen Kemp; dat schniəd (schneidet) mich dor et L. das tat mir sehr weh (seelisch) MGladb-Viersen; äm iwer L. kommen ihn ergreifen, überraschen, o weh, wenn ich dir iwer L. k.! Trier-Mehring Fell; einen ower et L. hauen prügeln Mörs; en Schur geiht eim övver't L. beim Schaudern, Erschrecken Sol; ze L. setze zu L. rücken Schleid-Hellenth; enen öm et L. packe Allg. Wen en Neihərsch (Näherin) nömmp äs Wif, ös gestroff an sin eige L. Mörs-Neuk. — δδ. als Träger einer Last (Belästigung, Übels); ich weit (weiss) neit, wat mich an et L. is was mir fehlt Selfk, Allg.; he hät et om L. er ist nicht gut gelaunt, unruhig, aussergewöhnlich aufgelegt, sowohl in bezug auf gesellige Unterhaltung, als auch in polternder, zänkischer Weise, ausgelassen, in lustiger Stimmung Rip, Nfrk; den hat och jet om L. auf dem Herzen, was ihn drückt Eif, Rip, Nfrk; er hat was vor, ahnt etwas Sol; de hät se om L. hat übele Laune Bo-Dransd; de hät en ärm Der (Tier) (et Leid) om L. ist sehr traurig Köln; et Bagere op et L. häbbe (kriege) Unruhe Klev, SNfrk; den Schudder om L. han (op et L. krige) Schaudern, Entsetzen Rip, Allg.; he leit enem de ganzen Dag om L. etwa mit Bitten, macht mir zu schaffen; dat (die Sach) leit mer om L. (wie en Sten) quält mich, die Sache möchte ich mir vom Halse schaffen Mosfrk, Allg.; et log mir om L. ich ahnte es, dass dieses Unglück geschehen werde Sol, Mettm; de hängk mer om L. er drängt mich Sieg; der Duət es mich op et L. sagt der schwer Kranke MGladb; dat es mich ope L. gefloəge diese Krankheit Aach; dat woər öhm wie op et L. geschmiəte so plötzlich wurde er krank Kemp; de Schwennzog (Schwindsucht) sech op et L. pife durch Tabakrauchen Aach-Merkst; de moss noch vill Holz op et L. gelet (gelegt) krige Schläge bekommen Bo-Röttgen; dem kannste övver et L. schörge so empfindungslos, geduldig ist er MGladb-Hockst; bleib mer (domet) vom L., schaff mer den vom L. Rhfrk, Allg.; blif (gangk) mer zehn Schrett (drei Stond) vam L.! Rip, Allg. Rent (regnet) et op Maria Sif (M. Heimsuchung), dann rent et enem noch viezig Dag öm et L. Eusk-Friesh. — εε. vom Innern des gesamten L.; de git et Herz aus em L.; loss der dat us dem L.! trinke es nicht; der kotz (erbricht) sech et Herz (de Siel) us dem L.; sech de Siel us dem L. däue (drücken) (trecke) mit grösster Anstrengung drücken, ziehen; enem et Herz us dem L. risse Rip, Allg.; ech meint, et drähnt (dreht) sech mir alles em L. eröm Neuw-Asb, Allg.; dat Wif hät der (lebendege) Düvel em L. Rip, Allg.; al (alte) Lück (Leute) han de Kalender em L. ihr Körper ist von der Witterung beeinflusst Köln-Stdt; de hot jo Perdsknochen (Mattes ‘Kraft’ Prüm) em L. Trier; der es su düərn (mager), dat mer em de Reppe em L. zälle kann Rip, Allg.; et Herz em L. lach mer; de hät ken Herz em L. Allg.; kän Scheamd (Schamgefühl) (Rauh ‘Ruhe’, e grussen Eifer ‘Zorn’) am L. han Bitb, Allg.; mer mant (meint), den hät e glihdige Forz em L. Trier; du bis woll nich ganz drü (trocken) im L. verrückt Gummb; enem e Louch (Loch) en et L. kicke einen starr ansehen Schleid-Hellenth; de hät ge Schloət (Schloss) en't L. kommt körperlich nicht vorwärts Kemp; dem Al (Alten) ös de Siel en et L. geros (gerostet) er ist hartherzig Köln-Widdersd. Wat mer net em Kopp hat, hat mer em L. Goar-Boppard. Mer hät rasch en Sau em L., ävver net r. widder herus von der Leidenschaft Sieg-Thomasbg. — b. der Unterleib (den önnerschte L. Schamgegend Bitb-Mettend). α. das Wort Bauch hat in der MA. einen mehr oder weniger starken Nebensinn des Verächtlichen; will man dezent sprechen, so wendet man das Wort L. an; en lang L. han tüchtig essen können Gummb; e harde L. hon (s. hartleibig); e offene L. hon Birkf, Allg.; he es ope Liffs der Stuhlgang ist in Ordnung Eup; hei es äner offenen Leifs wenn einer gefurzt hat Kobl-Bend; den L. open hollen für Verdauung sorgen Barm; die Kuh is so los im L. mistet dünn Simm; he het et L. voll ist gesättigt MülhRuhr; sech e Lif(ken) dran gemak habbe einer Speise ordentlich zugesprochen haben Kemp; nu han ek äwwer genugt geten, sös mutt ek et L. noch in den Arm nemmen Gummb-Berghsn; ech ho gegesse, dat mer der L. ge (gegen) der Nase nufstonn Siegld; he hät (krit) nüs en de L. kein Essen Rip, Allg.; he het drei Dag kenn warmen Lepel (Löffel) em L. gehat Elbf; der hat ka Gebinn (Gebünn, Bodem, Ongergebongk) eam L. wird nicht satt May, Allg.; der siecht aus, äs wie wenn er kän Treip (Darm) em L. hätt er sieht elend aus Ottw-Theley; den hat de Spillmann om (im) L. Magenkollern Prüm; et rommelt (rumpelt, rubbelt, spillt usf.) mer em L. dass. Allg., — mer mänt (meint), et kem aus em ehmige Fass (Ohmfass) Simm-Horn; dem seiht mer et Brut em L. so mager ist er Aden, Allg.; dat (et) geht all en en L.; ech moss jet Wärms (Fettiges) en et L. han Rip, Allg. RA.: De Uəgen (Augen) send gröter wie et L. NBerg. Better, dat et L. barscht (berstet), as dat de gude Kost verdirft von dem gesagt, der über seine Bedürfnisse hinaus isst Gummb. He het en harden L. ist geizig Barm. Beəter wat en et L. (gegessen) als öm et L. (das Geld für Kleider auszugeben) Kref, Allg. (op et L. MülhRuhr); he hat nüs em L. on nüs öm L. er ist sehr arm Monsch; de Kinder jet en et L. es besser we öm et L. Köln-Stdt. Et hät nicks em L. äs en paar warm Därm Barm. — He hät Pin (Weh) en't L. Leibschmerzen SNfrk, Allg.; ech han (et) Risse (Petsche) em L. Rip, Allg.; hätts de't am (im) L.! Verwünschung Bitb, Mosfrk; er hat et en de L. Leibschmerzen Saarl, Merz; er hät et em L. Rip, Berg. Sech de Bein in't L. stohn Mörs, Allg.; he hät en Bruch am L. OBerg. — β. Mutterleib; grovves Lifs hochschwanger Dür. RA.: De läft (läuft) lorem (daherum, so einsam) wie va Modder L. Bernk-Morb. — γ. Mastdarmvorfall, bei Kindern; em geht et L. ut (af) NBerg, uWupp, Selfk. — δ. Gebärmuttervorfall in Form einer Blase bei Kühen, Schafen; dot Der (de Koh) geht et L. ut Erk, Heinsb, Mörs; de Koh ärbet et L. erus Dür, Bergh, Köln, Bo, Rheinb, Eusk, — dreift et L. af Altk, Neuw, Waldbr, Sieg, MülhRh, — drängt et L. af Sieg-Ägid; der Koh geht dat L. af Sieg-Fussh, — küt et L. herus Sieg-Mond. — ε. weibl. Geschlechtsteil, bes. die Scheide, bei Frauen u. weibl. Tieren Bergh, Grevbr, Dür, Eup, Mörs, Klev, Rees. — 3. übertr. a. sachl. α. in der Wend.: Heə es jet langk va L. von einem dünnen Weine Aach-Stdt. — β. in der Wend.: Et lidd (lädt) net L. hat keinen Erfolg, geht nicht von statten; dat well net L. laden; nach Beseitigung der Hemmnisse wiərd et wahl L. l.; winneh (wann) läd dat Dengen es (einmal) L.? nimmt Gestalt an, kommt der Auftrag zur Ausführung Prüm. — γ. Leibchen (s. d.), Taille, Mieder Koch-Laub, Schleid-Hellenth, Eusk-Gymnich, Aach-Stdt, Erk-Körrenz, Heinsb-Erpen, Mettm, Düss-Stdt (sonst das Demin.; s. auch L. on Seel aneinander). — b. persönl. dat lange L. verächtl. eine hagere, grosse Person Nfrk (o. O.).
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Cotta, M. (2026). „leibiv". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leibiv/rhwb?formid=L02778
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Cotta, Marcel. „leibiv". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leibiv/rhwb?formid=L02778. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „leibiv". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leibiv/rhwb?formid=L02778.
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