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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

längste adj, adv

Bd. 3, Sp. 26a
längste, adj. u. adv. ein Wort, welches überhaupt die größte Ausdehnung an einem Körper, in welcher die größte Menge seiner Theile nach derselben Richtung neben einander liegen, zu bezeichnen dienet; in Gegensatz derjenigen Ausdehnungen, welche durch die Wörter breit, dick und hoch bezeichnet werden. Es wird entweder allein für sich mit bestimmter Angabe des Maßes dieser Ausdehnung oder beziehlich gebraucht. 1) Allein für sich. Das Haus ist 50 Fuß lang und 25 Fuß breit. Ein Fuß ist zwölf Zoll lang. Das Wort, welches das Maß dieser Ausdehnung angiebt, steht gewöhnlich im vierten Falle, zuweilen aber, besonders im O. D. auch im zweiten. Einer Elle lang. Zweier Schritte lang. Eines Armes lang. Oft wird das Maß dieser Ausdehnung nur unbestimmt ausgedruckt, oft wird es auch gar nicht angegeben. Das Haus ist so lang als die Straße, in welcher es liegt. Eins ist so lang als das Andere. Eins ist so lang als das andre breit. Der Länge lang, im gemeinen Leben, so lang es ist, so lang man ist. Der Länge lang hinfallen. Sich der Länge lang hinlegen. Lang hinstrecken, in seiner ganzen Länge. Bei den Dichtern wird der Tod lang hinstreckend genannt. — Die Stunde des lang hinstreckenden Todes. Voß. Uneigentlich, von der Zeitdauer. Eine ganze Stunde lang warten; Tage lang fasten. »Dreimahl neun Tage lang.« Ramler. »Nächte lang saß er bei einer kleinen öldurstigen Lampe.« Kl. Schmidt. (R.) So auch in den Zusammensetzungen stundenlang, lebenslang  I einem andern uneigentlichen Sinne sagt man sprichwörtlich im gemeinen Leben, wer lang hat, läßt lang hängen, wer großen Staat hat, zeigt großen Staat, wer viel hat, läßt viel drauf gehen  2) Beziehlich, in Gegensatz von dem, was kurz ist, eine beträchtliche, oder eine größere Ausdehnung der gedachten Art als gewöhnlich habend. Eine Lange Linie, die aus vielen nach Einer Richtung neben einander liegenden Punkten besteht, im Vergleich mit einer, die kürzer ist. Eine lange Straße, die von mehrern Häusern gebildet wird als eine andere, oder als die andern. Daher wird vorzugsweise eine solche Straße in den Städten als mit einem Eigennamen die lange Straße oder Gasse genannt. Eine lange Reihe. Х Etwas auf die lange Bank schieben, s. Bank. Einen langen Hals haben. Einen langen Hals machen, den Hals ausstrecken, um etwas zu sehen, was oft aus Neugierde geschieht, daher es auch uneigentlich gebraucht wird, seine Neugierde zeigen, verrathen. Lange Finger haben. Х Lange Finger machen, uneigentlich, heimlich nach etwas die Finger ausstrecken, es zu nehmen. Auf ähnliche Art sagt man, die Fürsten haben lange Arme, d. h. ihre Gewalt, Macht reicht weit, oder doch weiter, als die Macht gewöhnlicher Menschen. † Ih weiß es von langer Hand, durch die dritte Hand, durch Umwege, mittelbar. — — Mir ist von langer Hand Das wie (Wie) und wann (Wann) der Sache wohl bekannt. Wieland. Lange Beinkleider, die sowol weit hinauf, als weit hinunter reichen; in Gegensatz der kurzen. Ein Kleid mit langen Ärmeln, mit langem Leibschnitt. Etwas lang halten, an einem langen Stricke , so daß es größern Spielraum hat, oder auch etwas weit von seinem Ende halten. Eine lange Elle, die länger ist als eine andere. Die Brabanter Elle ist länger als die Sächsische. Zuweilen gebraucht man lang so wie kurz, auch von der Ausdehnung in die Höhe für hoch, groß. Ein langer Mensch, ein großer. Lang sein, hoch oder groß sein. I den Hütten= und Pochwerken sind lange Herde solche, die als Schlemmherde für das Frischmehl dienen und einen Fuß Fall haben. Lange Latten bei den Seidenwirkern die langen Stäbe an dem Webstuhl derselben, die nach der Breite des Stuhles angebracht und mit dem einen Ende am Gestelle desselben beweglich befestiget sind. Lange Maschen bei den Strumpfwirkern, solche die länger als gewöhnlich sind, besonders an den Zwickeln. Uneigentlich gebraucht man es auch in dieser beziehlichen Bedeutung, besonders von der Zeit. I den langen Tagen, in den Tagen des Sommers, die länger als die übrigen, besonders als die kurzen Tage im Winter sind. Die langen Winternächte werden dem Bekümmerten noch länger. Die lange Nacht, eine festliche Nacht bei den Juden, die sie mit verschiedenen Gebräuchen in ihren Schulen feiern. Ein langes Leben. Das längste Leben, dessen Ende vom Anfange so weit entfernt ist als es nur sein kann. Einem langes Leben wünschen. Es ist sehr lange Zeit her. Im währt oder wird die Zeit lang, die Zeit scheint ihm langsamer zu vergehen, wegen Mangel an Unterhaltung, Beschäftigung. Mir wurde bei ihm Zeit und Weile lang. »Sie wird Inen die Zeit nicht lang werden lassen.« Gellert. Unrichtig setzt derselbe in einer andern Stelle lange für lang: »Bei mir soll Inen die Zeit, nicht lange werden.« Eben so unrichtig stehet es in folgender Stelle: Wie lange wird mir da die Zeit. Cronegk. S. Lange. Die lange Weile, die unangenehme Empsindung, welche man hat, wenn die Zeit, während man ohne Beschäftigung, Zerstreuung und Unterhaltung ist, länger zu weilen, nicht so schnell zu vergehen scheint, als sie wirklich vergehet. Lange Weile haben. S. Langweile. Etwas für die lange Weile thun, um sich die Zeit zu vertreiben; oft auch etwas Überflüssiges, Unnützes. Das ist für die lange Weile. I Scherz nennt man an einigen Orten den Kofent lange Weile, im gemeinen Leben in Langwel, Langsel, Lampsel verderbt. Die lange Schicht, im Bergbaue, die zwölfstündige Schicht oder Arbeit in den Gruben, die vier Stunden länger dauert als die gewöhnliche; auch die Kühschicht. Eine lange Krankheit, die lange anhält. Eine lange Erfahrung bestätiget es, d. h. eine Erfahrung, die man lange Zeit, viele Jahre hindurch gemacht hat. Ein langes Gebet. Eine lange Predigt. Eine lange Silbe, eine gedehnte, zu deren Aussprechung mehr Zeit erfodert wird als zum Aussprechen einer kurzen oder geschärften. Einen langen Athemzug thun, tief Athem holen und in längern Zwischenzeiten athmen. Eine lange Reise, die lange dauert, viel Zeit erfodert. Eine lange Abhandlung, zu deren Lesung oder Anhörung viel Zeit erfodert wird. So auch ein langer Brief, ein langes Gedicht ein langes Stück, Schauspiel  Х Ein Langes und Breites schwatzen, viel, lange schwatzen, oft auch viel Unnützes schwatzen. ○ Zuweilen wird ein Langes und Breites auch umstandwörtlich gebraucht für lange, viel. »Wir wandelten ein Langes und Breites in seinen Hallen.« Kosegarten. Х Über lang oder kurz, irgend einmahl, sei es spät oder bald. »Ih würde über lang oder kurz selbst darauf gefallen sein.« Gellert. Ehemahls gebrauchte man nicht über lang auch für bald, in Kurzen. I gemeinen Leben und in den Kanzeleien verbindet man lang auch mit Jahr und sagt: in langen Jahren, vor langen Jahren, nicht sowol eine Zeitdauer von Jahren als einer langen Zeit, oder von Jahren die einem lang d. h. langweilig geworden sind, als vielmehr viele Jahre zu bezeichnen. — — Ih hab' in langen Jahren Was wahr ist, selbst geprüft, was falsch ist, selbst erfahren. Schlegel. Ein vor langen Jahren verstorbener Mann (R.). I gemeinen Leben wird lang noch auf verschiedene Art uneigentlich gebraucht. So nennt man in den Küchen, eine lange Brühe, eine dünne, die wenig feste und nahrhafte Theile enthält; in Gegensatz einer kurzen oder dicken. Der Wein hingegen wird lang, wenn er dick, gleichsam zäh wird, und sich wie Honig im Gießen ziehet. Х Eine Speise wird im Halse lang, wenn sie gleichsam nicht hinunter will, sich im Halse lange aufhält, übel schmeckt, oder mit Widerwillen und Ekel genossen wird. Einen kurz und lang nennen, in der niedrigen Sprechart, ihn mit allerlei Schimpfnamen belegen.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    längsteadj, adv

    Campe (1807–1813)

    längste , adj . u. adv . ein Wort, welches überhaupt die größte Ausdehnung an einem Körper, in welcher die größte Menge …

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längstens

DWB

laengs·tens

längstens , adv. , weiterbildung von längst. 1 1) gebraucht wie längst, seit lange: längst, längstens und vorlängst, diutius, jamdudum, jam …

Längstert

RhWB

laeng·stert

Längstert -ę- Monsch-Rohren Höfen ( -stər ), Sieg-Wellerschd Ruppichteroth , Sg. t. n.: dass.

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Cotta, M. (2026). „laengste". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/laengste/campe
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Cotta, Marcel. „laengste". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/laengste/campe. Abgerufen 8. May 2026.
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Cotta, Marcel. „laengste". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/laengste/campe.
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