Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kumberhaft Adj.
1.1 allg.
1.2 auf eingeschränkte materielle Verhältnisse, (finanzielle) Bedürftigkeit bezogen
2 ‘bemüht, eifrig beschäftigt’ , in der Verbindung mit/ umbe etw. ~ sîn
1 ‘belastet, bedrängt, in Mühsal/ Not befindlich’ 1.1 allg.: swâ sîne [Ritter im Kampf] wâren kumberhaft, / die lôste er mit siner kraft Mai 116,5; der machte in ûf dem plâne / sêr unde vaste kumberhaft, / wand er von sîner ritterschaft / allenthalp wart umbezogen KvWPart 21641; dâbî tuot mich kumberhaft / an muote und an lîbe, / daz ich irz [meine Liebe] nit tar gemachen kunt SM: Te 9: 1,4; ~ belîben, werden KvWPart 12944; KvWTroj 8716. 16053; wie [...] / der guͦte Gerhart loͤste / von grossem untroste / ain edel kumberhafte diet RvEWh 15635; ~ iu schar RvEGer 1876. – chumberhaft sint iuriu lant Dietr 7594; ~ ez leben AlexiusA 688; Frauentrost 334; ~ ez leit Mai 13,33; ~ iu nôt ErnstD 2276; UvEtzAlex 27437; mit kummerhaften sinnen HeinzelJoh 65,6. – subst.: als die kummerhaften tuont Ottok 63860 1.2 auf eingeschränkte materielle Verhältnisse, (finanzielle) Bedürftigkeit bezogen: der milde [Fürst] [...] / erfröute, waz so was kummerhaft Kreuzf 1017; ~ werden PrBerth 1:333,29; manec schüzzel silberîn / wart von der milten hende sîn / geworfen ûf die ritterschaft, / diu nœtic unde kumberhaft / sîner helfe gerte KvWTurn 60; kumberhafte liute, witewen und weisen, arme liute und dürftige PrBerth 2:158,19; zwêne kumberhafte man, / die truogen ärmeclîchen an / dêmüeteclîchiu krankiu kleit RvEBarl 1703; manec trûrec man kumberhaft / hie vreude enpfienc von mîner hant Wh 455,24; der kumberhafte werde man Parz 170,29; Wh 240,29; der kumberhafte ellende ebd. 455,29; ~ iu diet Parz 336,18; Ottok 31484. – subst.: swenne es der kumberhafte gert, / dem bit in teilen sîne habe Parz 345,10; dû solt den kumberhaften buoz / swære unde sorge machen KvWPant 2056; den armen [La. kvnberhaften ] WernhSpr (Z) 40,11; Wh 245,10; KvWPart 3915; KgTirol 40,3 2 ‘bemüht, eifrig beschäftigt’, in der Verbindung mit/ umbe etw. ~ sîn (vgl. → kumbern 2, bekumbern 2.2): die gâben ime geselleschaft, / die wâren mit im kumberhaft / mit manegem hovemære Tr 13182. – wohl hierher (oder doch zu 1.1 ?): si geswüeren alle wol, daz wir / vil harte wæren kumberhaft / mit valschlîcher vriuntschaft Tr 14749; ir herzen hazzes lære / wurden [...]. / diz hatte bî der zîte / diu mahelschaft erwendet. / dâ von wart gepfendet / manic herz an sorgen, / daz âbent unde morgen / um den kriec was kunberhaft. / alsus kan der minne kraft / vîgentschaft verrihten Reinfr 24357
MWB 3,2 676,55; Bearbeiter: Bohnert