Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
kreiseln
kreiseln
Kreisel m. gleichmäßig um eine Achse gebauter, drehbarer Körper als Kinderspielzeug. Mhd. kriusel, (md.) krūsel (13. Jh.), frühnhd. Kreusel, Kräusel, mnd. krǖsel, krūsel, nd. Krüsel, daneben (mit Metathese und nachfolgendem r-Ausfall vor s?) mnd. kǖsel, nd. Küsel ‘Kreisel’, auch ‘Wirbel, Haarlocke, Wirbelwind’. Der aus dem Nd. stammende, dann im Omd. und schließlich in der Literatursprache verbreitete Ausdruck kann als Bildung mit l-Suffix zu mhd. mnd. krūs ‘gekräuselt, faltig, wellig, wirr’, nhd. kraus (s. d.; vgl. auch mnd. krǖsen ‘kraus machen’) gestellt und auf die dort genannte s-Erweiterung ie. *greus-, *grūs- der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ zurückgeführt werden, wobei für ‘Kreisel’ von ‘wirbelnd drehen’ auszugehen ist. Im 17. Jh. entwickelt sich durch Anlehnung an Kreis, kreisen (s. d.) die heute herrschende Form Kreisel. Zur Herkunft vgl. in: Zs. f. Mundartforsch. 31 (1964) 239 ff. – kreiseln Vb. ‘(sich) drehen wie ein Kreisel, mit dem Kreisel spielen’ (16. Jh.); vgl. mnd. kǖseln ‘im Kreis herumwirbeln, sich schnell drehen’.