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krasen

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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5 in 4 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

krasen

Bd. 4, Sp. 1391
krasen das Wort reicht von Monsch-Kesternich Witzerath, Schleid-Kirchseiffen Dollend, Daun-Boxbg OEhe (-:-), Aden-Kempenich, Ahrw-NZissen, Neuw-Hönning, Altk-Horhsn Bachenbg zur Sieg bis Waldbr-Dattenbg u. dann der alten berg. Grenze folgend über das Rip, Berg, die Ruhr, das SNfrk bis lrhn. Geld-Aldekerk, Mörs (im Kr. allg.), rrhn. über die Ruhr bis Dinsl, Rees-Wesel Haldern [südl. der Süd-Grenze noch in Kobl-Kapellen Stdt, Goar-NGondershsn, Kreuzn-Stdt, Bitb-Rittersd; n. der NGrenze noch in Klev-Stdt], u. zwar -:- im Geb. der Schärfung; -·ə.- SNfrk; -- im Geb. der Nichtschärfung [-·ā.- Mülh-Ruhr-Styrum; -ȳ·a.- Stdt] schw.: 1. von jeglicher Art des Arbeitens, je nach der Gemütsstimmung der Sprechenden lobend oder ärgerlich. a. geschäftig, mit aller Gewalt, angestrengt, eifrig, sehr viel arbeiten, sozusagen in der Arbeit wühlen; mer moss de ganze Dag kr., sech am kr. hale; erömkr.; em Hus (sech) erömkr.; die hät vill ze kr.; die hät och ühr Kr., dat se durchküt; wat hat ühr do ze kr.? Ühr doht jo grad, wie wann ühr an enem Dag rich werde wöllt; de krost sech dut; kr. on krabbele (brassele) Rip, Allg.; kr. on roəse (rasen) Aach; he kroəst on werkt on sorgt on spart von morges fröh bis oəves lat (spät) MGladb. — b. basteln, noch etwas arbeiten, still für sich a., bes. von alten Leuten u. Kranken; mi Vadder kann net völl miəh dohn, de kroəst mar jet (eröm); ene kr. loəte ohne ihm Hilfe aufzudrängen MGladb, Allg. — In etwas kr., etwa in der Kiste die Flicklappen heraussuchen u. sie liebevoll besehen, ohne etwas Bestimmtes dabei zu suchen u. vorzuhaben Berg. — c. Kleinigkeiten erledigen, tiftelig arbeiten Allg. — d. arbeiten, ohne viel Nützliches, Rechtes zu leisten, ohne Ordnung u. Eifer a., langsam, zur Unzeit a., mehr Unordnung stiftend; dat Steng (Christine) kros de ganze Dag do eröm on ovends sitt mer net, dat et jet gedohn hät Rheinb, Allg.; de krost sek wat terechte (binen beieinander) Ess, Allg. — e. spielen, im Drecke matschen, von Kindern; de Kenger kr. em Drecke (eröm) NBerg, Ruhr; sich im Sande puddeln, von Hühnern Lennep-Hückeswg Remschd. — f. sich unruhig im Bette herumwälzen, nicht schlafen können; du häs ävvel, dis Nät (Nacht) och wiər gekrost MGladb, Erk. — g. in Geburtsnöten sein; de Frau es am (eröm)kr. Düss-Stdt. — h. sich kr., sich in die Höhe arbeiten, sich emporarbeiten, sech eropkr.; sich herauskr., sich aus dem Zimmer machen; sech en der kaulen (kalten) Neit (Nacht) herutkr. nach aussen gehen; ut dem Gedöhns (Getue, Schwierigkeit, heikle Geschichte) herutkr.; se kann sech nit herutkr. trotz guter Meinung ihre Arbeit nicht bewältigen; he hät sech doch widder herutgekrost vom langen Krankenlager sich erholt; kros dich nit herut! nur keine Winkelzüge, Umschweife, rede dich nicht heraus; sech hemlech erafkr. herabsteigen; he wet (weiss) sek ömmer derdörchtekr. durchzuschlagen; he krost sich widder derdörch erholt sich von langem Krankenlager; loff vi (lasst uns) us op de angere Sitt kr.; jeder krosten sek op hem (heim) tu Sol, Mettm, Elbf, Barm, u. Wupp, Wippf (nfrk.). — i. de Wagen krost fährt langsam Düss-Hubbelr; et kröəset do in dem Eimpeltehoup (Ameisenhaufen) es wimmelt darin MülhRuhr-Styrum. — 2. herumwühlen, durchstöbern, alles durcheinander werfen u. Unordnung schaffen; suchend aufräumen, Ordnung schaffend; wat häs de do ze kr., du brängs mer alles durchənen; die krost sech jet zesamme kramt; en de Kes (em Schoss Schublade) am kr. sen; en jet erömkr.; alles durchənenkr. enənenkr., ongerenkr.; et ganze Schoss (Schublade) es durchənengekros; dran erömkr. herumstochern, im Finstern dran herumtasten; jet eruskr. aufstöbern Rip, Allg.; Gar utrenkr. entwirren Elbf.; jet fort-, wegkr. durch Kramen verstellen, dass man es nicht wiederfindet Allg.; he hät vill zesamengekrost zusammengespart Waldbr-Wildbg; me hatte Husbotz gehale, on bes ich all Schränk on Schösser gekros (aufgeräumt) hatt, kom ech net zo andere Arbet Dür, Allg. — Abl.: die Kroserei, dat Gekros, –ö-, sech zerkr. (Rip.).
4024 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    krâsen

    Mittelniederdeutsches Wb.

    krâsen „gracillare” (Hamb. dt.-lat. Gl.). Vgl. 1 krâschen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    krasen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    krasen , krempeln, kämmen ( wolle ), dazu krase f. wollkratze, livl. Hupel 125 ; schlesisch kraseln zusammenkratzen, sch…

  3. modern
    Dialekt
    krasen

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    krasen das Wort reicht von Monsch-Kesternich Witzerath , Schleid-Kirchseiffen Dollend , Daun-Boxbg OEhe ( -:- ), Aden-K…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krasen

6 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von krasen 2 Komponenten

kra+sen

krasen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

krasen als Zweitglied (2 von 2)

deckrasen

DWB

deck·rasen

deckrasen , m. viereckige rasenstücke um den boden in gärten, erhöhungen, böschungen eines grabens damit zu belegen.

Ableitungen von krasen (4 von 4)

bekrasen

RhWB

be-krasen: sich b., sich beschmutzen Lennep .

entkrasen

RhWB

ent-krasen: verwirrtes Garn e., entwirren Lennep-Stdt .

verkrasen

RhWB

ver-krasen: 1. etwas v. a. verlegen, verschleppen, verkramen, dass man es kaum wiederfindet Allg. — b. verschwenden Sieg , MülhRh , Gummb , …

zerkrasen

RhWB

zer-krasen: etwas z., zerwühlen Wippf .