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knusen

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 8 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
4
Verweise raus
11

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knusen

Bd. 11, Sp. 1526
knusen , kauen, in verknusen weitverbreitet. 11) das einfache wort gibt noch aus Schlesien Weinhold 45b: knusen, kauen, schlingen, dazu verknusen verkauen, verzehren. in Holstein im demin. knuseln, oft und viel essen, verknusen aufzehren Schütze 2, 309. letzteres in sinnlicher bed. auch noch im Göttingischen, dat ëten let sek verknûsen, schmeckt gut Schamb. 263a, obschon das auch wol aus der 2. bed. rückwärts angewandt sein könnte (einfaches knûsen kennt er nicht). 22) auszerdem nur bildlich, aber merkwürdig weit verbreitet, in doppelter oder dreifacher anwendung, verknûsen vertragen, leiden, z. b. ich kann den menschen nicht verknusen, und verstehen, z. b. das kann ich nicht verknusen; beides einigt sich in der bed. innerlich verarbeiten, daher auch von einem erlittenen unrecht, verwinden, z. b. in der Altmark (und wol allgemein) dat verknûs ik mîn læwdaog nich Danneil 238b. es ist deutlich kauen oder verdauen bildlich gebraucht, wie diese beide selbst (s.kauen 2. 3), vgl. tirol. kiefeln, eig. nagen, gleich verknusen sp. 667 (d). so herscht es nun besonders in Norddeutschland, aber auch vielfach in der mitte, wie schlesisch, sächs., thüring., in Nassau, Frankfurt, und wol überall nur bildlich, von einem knûsen scheint auszer Schlesien nichts mehr bekannt. doch als flämisch gibt Schuermans 266a 'knoezen, comprendre', und auch dänisch gilt volksmäszig knuse wie forknuse ganz im sinne unsres volkes (z. b. einen schnaps, eine beleidigung), es mag da entlehnt sein, doch angelehnt an ein heimisches wort. 33) n. knuse und forknuse heiszt nämlich quetschen, zerquetschen, zermalmen, wie auch nd. knusen brem. wb. 2, 832, westf. Fromm. 6, 79 (auch knûsten), holst., ostfries. verknusen (verknûsten) Stür. 312b, toknûseln zerknüllen. 286a, s. darüber knüssen 2. doch das rechte mutterwort ist jenes knûsen kauen, das aber schwer zu beurtheilen ist. ist das s stammhaft, so gehört es wol selbst mit zu knüssen, ist es aber nur ableitend, so tritt es wol mit dem knausen nagen, das unter knauser 2, b wahrscheinlich wurde, zu knauen nagen; freilich knöseln nagen und knûscheln kauen (s. unter knuschen) stimmen selbst besser zu dem stamme kn-s, dem auch knüssen angehört. 44) nebenformen sind ostfries. verknûzen Frommann 3, 427, 61, auch in Nassau verknuzen vertragen, und verknuten verstehn Kehrein 425, rotwelsch verkneisten verstehn (weim. jahrb. 1, 343b), vgl. das ostfr. verknûsten unter 3.
2447 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    knusensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    knusen , sw. V. Vw.: s. knüssen

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    knusen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    knusen , kauen, in verknusen weitverbreitet. 1 1) das einfache wort gibt noch aus Schlesien Weinhold 45 b : knusen, kaue…

  3. modern
    Dialekt
    Knusenm.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Knusen [knúZən Bo. Vbg. u. s.] m. dickes Stück: en K. Brot. — baier. 1, 1354 u. Gr. Wtb. 5, 1371 Knaus; lux. 232 Knauss;…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knusen

10 Bildungen · 2 Erstglied · 7 Zweitglied · 1 Ableitungen

knusen‑ als Erstglied (2 von 2)

knūsendikke

WWB

knūsen-dikke Adj. [ Dor Bch] faustdick; nur idW.: Hä hïet ’t knustendick ächter de Ōan’n sitten ( Dor Wl || mehrf.).

knusen II

RhWB

knusen II -ūz- = schmieren s. knausen III;

knusen als Zweitglied (7 von 7)

anabiknusen

KöblerAhd

anabiknusen , sw. V. (1b) Vw.: s. anabiknussen*

giknusen

KöblerAhd

giknusen , sw. V. (1b) Vw.: s. giknussen*

verknusen

DWB

ver·knusen

verknusen , verb. eigentlich verkauen ( s. th. 5, 1526), weitverbreitetes wort in den mundarten, in der schriftsprache kaum vorkömmlich. sch…

ziknusen

KöblerAhd

ziknusen , sw. V. (1b) Vw.: s. ziknussen*

Ableitungen von knusen (1 von 1)

verknusen

DWB

verknusen , verb. eigentlich verkauen ( s. th. 5, 1526), weitverbreitetes wort in den mundarten, in der schriftsprache kaum vorkömmlich. sch…

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APA
Cotta, M. (2026). „knusen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/knusen/dwb?formid=K09583
MLA
Cotta, Marcel. „knusen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/knusen/dwb?formid=K09583. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „knusen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/knusen/dwb?formid=K09583.
BibTeX
@misc{lautwandel_knusen_2026,
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