Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
knouf stM.
2 ‘Knoten’
2.1 botanisch
2.2 künstl. i.S. einer festgezogenen Schlinge
1 als rundliches abschließendes (Zier-)Element an Gegenständen und Gebäuden ‘Knauf’ – am Schwert: den wurm er in daz houbet sluc, / so daz iz [das Schwert] gar besouf [versank] / von dem orte biz an den knouf Herb 1110; sie slugen vnd stizzen / [...] / mit des swertes knoufe ebd. 5411. 11918; Lanc 350,16. – am Dach von Türmen und Zelten: da was schon gesetzett auff / auff yeden turne ain gulden knauff HvNstAp 11085; in dem wane sie bliben, / sie solden in [den Turm zu Babel] uf triben / untz in des himels schiben, / den sin knouf solde erreichen Pass I/II (HSW) 10641; Wartb (H) 427:12,9; auff dem gezelde stund ain knuff HvNstAp 3956. – an einer Kopfbedeckung: sein haubt trüg ain reyches klaid, / [...] / es was inderhalb ain krone, / ain infell [Bischofsmütze] dar in getriben auff. / auff dem spitze was ain knauf, / der was ain liechter rubein HvNstAp 18193 2 ‘Knoten’ 2.1 botanisch: das man das rys [Pfropfreis] snyt von syme stamme benedin deme knoufe [...] in der lenge czweyger neyle eynis vingers Pelzb 120,17 2.2 künstl. i.S. einer festgezogenen Schlinge: – hier übertr. ‘Fessel’ dîns sinnes lôf / sturze mich in minnenknôf [Hs. dines sinnes loyph./ sturtze mich in minnen knoyph ] Wizlav L12,46
MWB 3,1 407,6; Bearbeiterin: Wemhöner