Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
knotig
knotig
Knoten m. ‘Verknüpfung von Fäden, Stricken, Bändern’, auch ‘Verdickung, Anschwellung’, ahd. knoto ‘geflochtener Riemen’ (8. Jh.), mhd. knote ‘Verknüpfung, Verdickung’. Daneben steht bereits früh mit grammatischem Wechsel ahd. knodo ‘geflochtener Riemen’ (9. Jh.), ‘Fingerknöchel’ (11. Jh.), mhd. knode ‘Verknüpfung, Verdickung’. Zur t-Form gehört Knüttel (s. d.), zur d-Form Knödel (s. d.). Im Nhd. stehen die Doppelformen Knote, Knoten und Knode, Knoden lange nebeneinander, bis sich im 18. Jh. Knoten (mit auslautendem -n aus den obliquen Kasus) durchzusetzen beginnt. Auch die nächsten germ. Verwandten zeigen unterschiedlichen Auslaut der Wurzelsilbe. Zusammen gehören mhd. knotze ‘Knorren’, aengl. cnotta ‘Verdickung’, engl. knot ‘Knoten’, aengl. cnyttan ‘verknüpfen’, engl. to knit ‘stricken’, mnl. cnutten ‘knoten, festmachen’, mnd. knütten ‘zusammenknüpfen, -knoten, knüpfen, stricken’. Eine andere Gruppe bilden anord. knūtr ‘Knoten’ (s. Knute), schwed. knut ‘Knoten’, anord. knūta ‘Knochenkopf, Knöchel’. Außergerm. Verwandte finden sich im Balt., vgl. lit. gniùsti ‘drücken’, gniùtulas ‘Ballen, Knollen, Klumpen’, gnùtulas ‘(faustgroßer) Klumpen’. Erschließbar ist eine Erweiterung ie. *gneut- (wozu auch knutschen, s. d.) der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’, die in einer Vielzahl von (oft nur im Germ. vertretenen) Erweiterungen begegnet (s. Knopf, Knorren, Knust). – knoten Vb. ‘verschlingen, verknüpfen’, mhd. knoten. knotig Adj. (15. Jh.). Knoten m., meist im Plur., in der Seemannssprache Maßeinheit für die Schiffsgeschwindigkeit (Seemeilen pro Stunde), entlehnt (Anfang 18. Jh.) aus gleichbed. engl. knot, Plur. knots, eigentlich die Knoten in der Logleine zum Messen der Fahrgeschwindigkeit.