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klupf

mhd. bis nhd. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 6 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klupf m.

Bd. 11, Sp. 1302
klupf, m. schreck, mhd. klupf und klupfe wb. 1, 849a bei alem. dichtern. 11) es ist wesentlich schweiz., s. Frisius 960a, Maaler 246b. 361b, Stalder 2, 112, nach Schmidts id. bern. genauer plötzlicher schreck, chlupf, s. Fromm. 2, 483a; appenz. chlopf, pl. chlöpf Tobler 108b, der aus Zellweger app. urk. 2, 2, 179 einen sing. klüpf beibringt. sonst nur in Kärnten klupf m., das zucken des körpers bei einem plötzlichen schrecken Lexer 162, Fromm. 3, 118, wie schreck eig. das auffahren beim erschrecken ist. Frisch bringt aus Stettler ann. helv. 81 klupf im busen und erklärt 'herzklopfen für (vor) furcht', aber der 'plötzliche' schreck wäre damit nicht erklärt, und schweiz. heiszt es einen chlupf einnehmen Tobler 108b, wonach der klupf von auszen kommen musz. 22) dazu schweiz. klupfig, klüpfig adj., wer leicht erschrickt, und mhd. erklupfen in schrecken geraten wb. 1, 849b, auch erklopfen 847b, und erklepfen in schrecken setzen 835b. so noch schwz. erklüpfen, erklupfen in schrecken geraten und in schrecken setzen, derklüpfen Fromm. 6, 286 (vgl. 410), auch kärnt. derklupfen und klupfen (diesz nur intr.), und 'cimbrisch' dorklupfen, dorkluffen intr. (Schmeller 137a). 33) ursprung. 3@aa) ganz ähnlich wiederholt sich das wort im norden, nordengl. gloppen to be startled or greatly perplexed, und to frighten Halliw. 405a. mit andrer auslautstufe schottisch gluff (gloff) und gliff a panic, a sudden fear, auch als zeitwort plötzlich erschrecken, tr. und intr., jenes besonders impers., it glift him; die bed. ist aber dort noch reicher entwickelt. 3@bb) es heiszt aber da auch glocken, und diesem ähnlich schwed. kläck m. plötzlicher schreck (f en kläck, wie schweiz. einen chlupf einnehmen), auch klakk Rietz 331b, das verb. aber ist stark, kläkka, praet. klakk, und nur unpers., det klakk i mig, vom stärksten schrecken. ebenso norw. klekke (aber pers.), auch von plötzlichem schmerz, besonders am herzen von schreck u. ä., altn. klökkva von tiefen und starken eindrücken aufs gemüt überhaupt, mit adj. klökkr tief betroffen, bewegt. 3@cc) der stamm klap, mit nebenform klak, der sonst ein schlagen und starkes schallen zugleich bezeichnet, ist nicht zu verkennen. die eig. bedeutung war wol die wirkung die aufs gemüt ein donnerschlag (einschlagender blitz) übt, der oberd. eben donnerklopf oder klapf hiesz; zu jenem stimmt erklupfen, zu diesem erklepfen, wol mochte in mhd. zeit der redende dabei noch deutlich an den klopf oder klapf des donners denken. ebenso stimmt zu dem schwed. kläkka mhd. klac vom einschlagenden blitze (s.klack 2, vgl. klicken 2). es ist auch zu natürlich, dasz die bezeichnung des stärksten schrecks eben durch den stärksten schreck entstand, der dem menschen vorkommt. 3@dd) so denn auch in andern sprachen, z. b. im gr. ἐκπλήττειν, καταπλήττειν, in schrecken setzen, von πλήττειν schlagen, eben auch vom einschlagenden donner gebraucht, daher πληγὴ κεραυνία treffender donnerschlag, κεραυνοπλήξ vom blitz getroffen, auch πληγὴ θεοῦ von schwerem unglück meint wol eig. einschlagenden blitz, wie πληκτικός betäubend. ἐκπεπληγμένος ist ganz gleich erklupfet, wie es jetzt heiszt 'wie vom donner gerührt', auch verdonnert, angedonnert, lat. attonitus, das auch ahd. mit pidonarôt glossiert wird. ebenso wol perculsus, 'betroffen', wie engl. struck gleich thunderstruck bestürzt, auch struck with terror. unserm worte gleich ist auch franz. étonner, aus extonare geworden (Diez 625), mit ex, 'aus', wie ἐκπλήττειν, erklupfen.
3528 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KLUPFstm. swm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    KLUPF stm. , KLUPFE swm. schreck. Stalder 2,112. Haupt jahrb. f. wissensch. Krit. 1845, juli, sp. 117. in wart des êrste…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    klupfm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    klupf , m. schreck, mhd. klupf und klupfe wb. 1, 849 a bei alem. dichtern. 1 1) es ist wesentlich schweiz., s. Frisius 9…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klupf

5 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

klupf‑ als Erstglied (3 von 3)

klupfel

MWB

klupfel stM. auch klipfel. ‘Schlagwerkzeug, Knüppel’ (vgl. klepfel ): er [ein Ordensbruder] wart zû den stunden / ûf ein ros gebunden; / sul…

klupfen

Lexer

klupfen swv. erschrecken, in erklupfen.

klupfhërzig

Idiotikon

klupfhërzig Band 2, Spalte 1661 klupfhërzig 2,1661

Ableitungen von klupf (2 von 2)

erklupfe

BMZ

erklupfe swv. erschrecke. des erklupften die geste, wan er zwei scharpfiu meʒʒer truoc Lanz. 1118. des ünden wârn sô griulich daʒ ich erklup…

erklupfen

DWB

erklupfen , pavere, erschrecken, ein Schweizerwort. Frisius 959 b . 960 a . Maaler 112 d . Stalder 1, 112 . Tobler 170 b . vgl. klupf schrec…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „klupf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klupf/dwb?formid=K08284
MLA
Cotta, Marcel. „klupf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klupf/dwb?formid=K08284. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „klupf". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klupf/dwb?formid=K08284.
BibTeX
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