Kitsche -tš, Pl.
-tšə(n) f.: 1. meist
-e-. a. Kerbe, Einschnitt;
en K. mache (haue, schnegge, stusse); en K. us dem Desch haue; do sen K.ə dren; en K. em Kopp (op der Stirn) han Verbr. wie kitschen 1 a α, dazu Neuw-Jungeroth, Aden-Barw Staffel Stdt, Bergh-Balkhsn Elsd Götzenk Heppend NAussem Quadr, Dür-NZier, Jül-Calr Bourh Hamb Roerd Tetz, Aach-Eschw, Erk-Bellinghv Hetzerath Körrenz, Geilk-Brachelen Immend Randerath, Heinsb-Hilfarth, MGladb-Rheydt, Geld (doch herrscht in diesem Geb.
katš, –ę- vor) [
-ē: Eusk-Firmenich;
-ø- Schleid-Marmag Üdelhv]. — b. Ausgestochenes. α. Keimauge der Kartoffel, das ausgestochen ist;
die K.ən ussteche Verbr. wie kitschen 1 a β. — β. Kerngehäuse des Kernobstes, ausgestochen u. noch im Obst;
en Appel-, Birrek.; de Appel hät en gehürege K. (en); de K. ussteche (-schnegge, herus-); de K. wegwerfe; enem de K. an de Kopp werfe; de K. metesse Rip, Allg.;
K. on Keər Heinsb; Verbr. ist diese Bed. (verbreiteter als kitschen 1 a α β) nach Wk. IV 18
n. einschl. der Südgrenze von Monsch, Schleid-Minschd Kambg NWolfert Roder Marmag Nettersh [südl. davon vereinzelt Prüm-Rommersh Schönf, Daun-Gönnersd Lissend; in Prüm-Auw Rott Schlausenb OLaschd Winterspelt Urb Heckhalenf GrLangenf Habschd <
bets, –ę-, –ǫ- +
ketš die Mischform
betš, –ę-, –ǫ-], Aden-Fuchshf Schuld Liers, ausschl. Ahrw-Kreuzbg Mayschoss Hepping Lohrsd, einschl. Ehling Löhnd Koisd, ausschl. NBreisig, rrhn. einschl. Neuw-Hönning NBreitb Kurtschd Breitschd Neustdt Krumschd (kurköln. Teil von Neuw), Sieg-Kircheip, die Sieg aufwärts bis Waldbr-Dattenf Rossel, Sieg-Enneb Ruppichteroth, Gummb-Nümbrecht Wiehl, Waldbr-Drespe, Gummb-Bickenb Stromb Windhg Marienheide, Wippf-Stdt, Lennep-Hückeswg, ausschl. Radevormwald Önkf Filde, dann die Ruhr treffend u. ihr völlig entlang rrhn. die Nordgrenze bildend [doch Dinsl-Hamborn
kets, Sterkr
-ī-, Holte
kitš]; lrhn. bildet die Nord-Grenze einschl. Geld-Leuth Niederd Hinsbeck Harzbeck, Kemp-Schmalbr Broich Orbr, Mörs-Vennikel Schwafh Östrum [
n. der Nord-Grenze herrscht
krōs, knōs; ketš u.
krōs Mörs-Utfort Hülsdonk Neuk Vluyn; auch im
ketš-Geb. von Mörs heisst der abgegessene Obstrest
krōs; südl. der Süd-Grenze lrhn. heisst die K.
bets, –ǫ-, –ø-, –a-; Rheinb-Willerschd Rupperath, Ahrw-Ehling Löhnd Koisd Westum haben für den Obstrest
bets, für das ausgestochene Kerngehäuse
ketš; rrhn. ö. des K.-Geb. herrscht in Neuw
pek, gruts, grints, kEr; in Altk
bEks(tər), geits, pek, meisel, grots, šēbən, n. Sieg ö. der L. in Waldbr, Gummb
pek, –ǫ-, pekəl, bikəl, meisel, nūəzəl, šsə, šprē(l), in Wippf
pekəl, nȳəzəl, knȳəzəl; in Lennep
kEn, knøzəl]; die lautl. Form ist durchweg
ketš [
-i- MülhRuhr, WSelfk;
kitšə im OBerg; vereinzelt lrhn.
kętš, s. bei katschen;
-ē:- Schleid-Golb, Eusk-Bessenich Metternich NElvenich, Rheinb-Weidesh, Bo-Impekov Witterschlick, Köln-Widdersd, Bergh-Büsd Hüchelhv Mauh OAussem Quadr, Dür-Abenden Bergst Kelz Merzenich NAu Winden, Aach-Hehler, Neuss-Dormag Strabg Vanikum, Grevbr-Belmen Garzw Hemmerden Ökoven, Erk-Rurich, Heinsb-Rurkempen, Kemp-Dülken SHubert, Sieg-Menden Troisd, MülhRh-Forsb Hoffnungsth Rösr Schildgen, Sol-Dierath;
-E·ə.- Heinsb-Oberbr;
-ēə- Heinsb-Porselen;
-E:- Kemp-Broich, Geld-Hinsbeck Harzbeck;
-ī(ə)- Kref-Anr Verbg;
-ei- Jül-Bourh Inden Kirchbg, Sol-Dürschd;
-- Schleid-Berk Baasem;
kekš Monsch-Conzen Eicherschd Höfen Imgenbr Mützenich Stdt;
-ę- Kalterherbg;
kretš Kemp-Niep (<
krū·ə.s +
ketš); Eusk, Köln, Bergh, Dür haben vielfach
knetš, –ē:- (
s. Knitsch); die Bed. ist Kerngehäuse des Kernobstes, das beim Zurechtmachen ausgestochen wird; doch die lrhn. MA. geben K. auch die Bed. abgegessener Obstrest (der Apfel wird, ohne dass er durch ein Messer zerteilt und das Gehäuse herausgeschnitten wird, ganz gegessen u. der Rest, die K., weggeworfen); die rrhn. MA. unterscheiden durchweg
K. Gehäuse von
Peck, Peckel, Nüsel, Knüsel Schüp, Mäubes, Mäubel, Mäudel, Kauz, Mörmel, Kippe, Uərt; an der lrhn. Nord-Grenze
knōs (
s. d. W.); Düss-Eller
ketš Gehäuse,
kitš Rest; Pl.
-tšə(n), SNfrk auch
-džə. RA.:
Et es ken Äppelchen su rut on su rond, et es sech en K.chen dren; et es ken Mädchen su nett on su fein, et hät (führt) enen falschen Senn MülhRh.
Jeder Appel hät sin K. jeder Mensch hat in seinem Innern Schlechtes MGladb.
Do krit mer noch ken K. von so geizig ist er Monsch-Zweifall.
De deilt den Appel esu, dat ech de K. kreien un he dat ander Neuw-Asb.
Gef mir der Appel, dann krigs du de K.! abschl. Antw. gegenüber übertriebenen Forderungen Rip.
Wenn de Äppel noch düər (teuer)
send, dann frett mer de K.ən met Elbf. A.:
K.! B.: Körnt (Korn)
! A.:
Op wat för ne Kopp? B.: Op Jann sinne Kopp! u. Jann bekommt die K. an den Kopf geworfen, hebt sie wieder auf u. fragt jetzt seinerseits Mörs. Der Werfende sagt:
K., Keərn, ech werfen dech van Hetze (Herz)
gern! Sieg-Honnef. — Nach dem
Foch (nachbarlichem Ausschneiden des Obstes) werden die
K.ən einem Jungen oder Mädchen für die Haustüre geschüttet, zum Zeichen, dass man an sie denkt, oder um sie zu necken (als Verlobte) Gummb. —
Wammer op Adam- un Evasdag nen Appel iss, dann blif einem de K. em Stross (Kehle)
steche Köln, Verbr. — 2. übertr. a. sachl. α. der staubartige Überrest von Tabak in den Tabaksblasen,
Tabaksk. Dür, Sieg. — β. der hervortretende Kehlkopf des Mannes (Eva gab Adam den Apfel; als der Herrgott rief, blieb dem Adam vor Schrecken die K. in der Gurgel stecken);
he hät de K. voll ist betrunken;
enen an de K. packe (krigen); ech hau dich en för de K.; glich kriste eng onger de K.! Neuw, Sieg, NBerg, Schleid, Eusk, Bo, Aach, SNfrk;
dat steht mek en de K.ə hängt mir zum Halse heraus Barm. — β. in der Wend.:
De hat en gou (
fri zähe)
K. en hat eine gesunde Natur, —
ken (gou) K. en ist schwindsüchtig, —
en schlete K. en ist krank, hat ein falsches Herz Aach, Monsch, Jül, SNfrk. — γ. kleines Gehöft Mettm;
e jen K. Tanzlokal Aach-Strass; Polizeigewahrsam Mülh-Ruhr. — δ. Eselsbrücke der Schüler Rees-Wesel (K. 1 b β fehlt). — ε. im Fluche:
Donner, K.! Zell-Löffelschd, —
Kittschke! MülhRuhr. — b. persönl. α. mageres, unansehnliches Weib, alte vertrocknete Jungfer;
en al K. Eusk; unzufriedener Mensch Barm. — β. Pl. Neckn. derer von Eusk-Eschw.