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Kiemen

Lex. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
4 in 4 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kiemen

Bd. 10, Sp. 890
Kiemen (Branchiae), bei den Tieren zumeist nach außen gerichtete Faltenbildungen der Körperoberfläche, im Gegensatz zu den wie sie die Atmung besorgenden Lungen und Tracheen, die als Einstülpungen am Körper entstehen. Bei den K. handelt es sich stets um die Wasseratmung, d. h. um die Zuführung des im Wasser gelösten Sauerstoffs zum Blut. Sie sind daher im wesentlichen mit einer sehr dünnen und durchlässigen Haut bekleidet, und in ihrem Innern zirkuliert das Blut entweder in vielen feinsten Gefäßen oder in Lücken zwischen Organen und Geweben, so daß es dem Wasser möglichst nahe gebracht wird. Die K. liegen frei oder sind durch Hautfalten u. dgl. bedeckt, so daß sie sich dann geschützt in besondern Höhlungen befinden. Um dem Wasser auf kleinem Raum eine große Fläche darzubieten, werden sie kamm-, blatt- oder baumförmig. Sie finden sich bei sehr vielen niedern Wasser- und auch manchen in feuchter Luft lebenden Landtieren vor, also bei Schnecken (Ausnahme: Lungenschnecken), Muscheln und andern Weichtieren, bei Würmern, bei Krebsen etc., ferner ganz allgemein bei den Fischen und bei den Larven (und einigen Erwachsenen) der Amphibien. Die durch Tracheen atmenden Insekten besitzen kiemenähnliche blatt- oder fadenförmige Körperanhänge in Verbindung mit Tracheen. Meist ersticken die durch K. atmenden Tiere rasch außerhalb des Wassers, weil sie hier durch die K. nicht atmen können und die Kiemenblättchen leicht eintrocknen, aber auch im Wasser, sobald dessen Sauerstoff verbraucht ist. Manche Fische und Krebse sind jedoch durch besondere Vorkehrungen (die z. B. das Atemwasser von neuem mit Sauerstoff versorgen) zu längerm Aufenthalt außerhalb des Wassers befähigt; die Kiemenhöhle der Landschnecken wird zur Lunge (s. Lungenschnecken). Von andrer Bedeutung sind die sogen. Wasserlungen der Stachelhäuter (s. d.).
1833 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kiemen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Kiemen , die Athmungsorgane der im Wasser lebenden Thiere, bestimmt zur Wasserathmung wie die Lungen zur Luftathmung. In…

  2. modern
    Dialekt
    kiemen

    Rheinisches Wb.

    kiemen -īm- Simm-Külz ; -msə Saarl-Lisd schw.: nach Anstrengungen lebhaft atmen, keuchen. — Abl.: die Kiemerei, dat Geki…

  3. Sprichwörter
    Kiemen

    Wander (Sprichwörter)

    Kiemen Ich brauche die Kiemen so nothwendig wie die Flossen, sagte der Karpfen zum Krebs. – Altmann, V, 85.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kiemen

19 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

kiemen‑ als Erstglied (19 von 19)

kiemenartig

DWB

kiemen·artig

kiemenartig , adj. branchiorum instar: bei den räderthierchen hat man deutlich kiemenartige athemwerkzeuge bemerkt. morgenblatt 1847 s. 367.

Kiemenbogen

Meyers

kiemen·bogen

Kiemenbogen , die knöchernen Bogen, die jederseits zu 3–4 am Halse der Fische liegen, die Kiemen tragen und die Kiemenspalten umgrenzen, für…

kiemendeckel

DWB

kiemen·deckel

kiemendeckel , m. die breiten theile der kiemen, womit die öffnungen verschlossen werden, kieferdeckel. Adelung.

Kiemenfuß

Meyers

kiemen·fuss

Kiemenfuß ( Branchipus Schäff .), Gattung der Krebstiere aus der Ordnung der Blattfüßer ( Phyllopoda). B. stagnalis L . lebt in seichten Süß…

Kiemenfüße

Herder

Kiemenfüße (Branchiopeda) , die letzte Ordnung der Insekten, sämmtlich Wasserthiere, frei oder schmarotzend auf andern Thieren, mit einer dü…

kiemenhaut

DWB

kiemen·haut

kiemenhaut , f. haut am kiemendeckel, welche die kiemen von auszen bedeckt, kieferhaut. Adelung.

kiemenwurm

DWB

kiemen·wurm

kiemenwurm , m. lernaea, ein wurm der sich an fischen, besonders an die kiemen ansaugt, auch kiefenwurm. Nemnich. s. kieferwurm.