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keines

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Campe
Anchors
4 in 4 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

keines adj

Bd. 2, Sp. 910a
keines, adj. Ein Wort, welches als Gegensatz des Deutewortes, Zahlwortes, Beilegungswortes, Fürwortes ein für nicht ein, oft auch bloß für nicht gebraucht wird, und eine Sache so genau bestimmt, daß es weder eine Steigerung noch ein Deutewort bei sich leidet. Es wird sowol in Verbindung mit einem Grundworte, als auch ohne dasselbe gebraucht, und in beiden Fällen wie ein umgeendet. S. Ein. Man gebraucht kein: 1) Für nicht ein, sofern ein das unbestimmte Deutewort ist, wo es bei Grundwörtern oft auch so viel wie nicht bedeutet. Er hat keine Kinder, er hat nicht Kinder. Keine Frau ernähren können, eine Frau nicht ernähren können. Das ist keine Kunst. Kein Amt haben. Kein Mitleid haben. Da hilft kein Bitten, kein Drohen. Keinen Wein trinken dürfen. Auch wird es gebraucht, eine Eigenschaft der Sache, die das Grundwort bezeichnet, auf eine verneinende Art auszudrucken. Das ist eine Hütte und kein Haus, oder das ist kein Haus, sondern eine Hütte. Wir sind auch keine Narren. Wird die Eigenschaft durch ein Beilegungswort bezeichnet, und mit kein auf eine verneinende Art ausgedruckt, so ist diese Art des Ausdrucks oft eine Milderung, um den härtern bejahenden zu vermeiden. Dies ist kein kluger Einfall, für, dies ist ein dummer Einfall. Dies ist kein schöner Garten, für, dies ist ein häßlicher Garten. Der Ton wird dann auf kein gelegt. Oft druckt man sich auch auf diese Art aus, und nennt etwas nicht schön  was genau genommen nicht schön  ist, was man aber doch auch nicht gerade häßlich nennen kann oder nennen will. Gewöhnlich legt man dann den Ton nicht auf kein, sondern auf das dabei stehende Beilegungswort. Sie ist kein schönes Mädchen, aber  d. h. schön kann oder will ich es eben nicht nennen, aber  Wenn kein vor Beilegungswörtern gebraucht wird, so bekommen diese in der Mehrzahl das n eben so wenig angehängt, als wenn sie mit alle, viele, einige, manche, wenige  verbunden werden. Also: keine gute Kinder, keine freundliche Gesichter, und nicht, keine guten, keine freundlichen; wenn gleich guten Schriftstellern hierin zuweilen Nachlässigkeiten entschlüpfen, z. B. »Keine Französischen Grazien.« Wieland. Oft steht kein auch ohne Grundwort, beziehet sich dann aber auf ein vorhergehendes und vertritt zugleich die Stelle eines Fürwortes. Gieb mir Brot! — Ih habe keines! Man bringe mir die Briefe von der Post! — Es sind keine an Sie da! Man erblickt oft Gefahren, wo keine sind. Häufig wird auch das Grundwort, worauf sich kein beziehet, nicht genannt, sondern muß dazu gedacht werden. Dies ist besonders mit dem Worte Mensch der Fall, indem man für kein Mensch gewöhnlich nur keiner, sonst auch niemand sagt, es mag der Mensch eine männliche oder weibliche Person sein. Keiner trauet dem Andern. Keiner gönnt es dem Andern. Keiner weiß wo er geblieben ist, kein Mensch. Keiner will der erste sein. Es soll es keiner erfahren; besser, niemand. Auch mit dem zweiten Falle und den Verhältnißwörtern von und aus. Er ist keiner der Klügsten. Keiner von uns weiß es. Keiner aus unserer Mitte. Doch wird in dieser Bedeutung im gemeinen Leben auf eine schlechte Art auch keines gebraucht. Keines weiß mir es zu sagen. Vor Umstandwörtern und Zahlwörtern wird kein fehlerhaft gebraucht. »Deine Rede ist kein nütz.« Hiob 15, 3. Das thut in die Länge kein gut, für nicht gut, das taugt, nutzt am Ende, oder wenn es länger dauert, nichts. Es ist noch keine vier Uhr, noch nicht vier Uhr. Es sind keine funfzig Mann. 2) Für nicht ein, sofern ein das Zahlwort ist. Es ist in diesem Jahre hier keiner gestorben, auch nicht Einer. Noch keins dieser Kinder hat die Blattern gehabt. Ih mag kein Wort weiter darüber verlieren. Kein Mensch weiß es, es ist durchaus unbekannt. Keiner von beiden, weder der Eine noch der Andere; im O. D. keinetweder. Х Kein Mahl, nicht Ein Mahl; besser, niemahls. Da ist keiner, der dies nicht wünschte. Da war kein Haus, das verschont geblieben wäre. »Wenn ich Inen jemahls das vergebe, so werde mir meiner Sünden keine vergeben.« Lessing. Um kein in dieser Bedeutung noch näher zu bestimmen oder um es zu verstärken, wird oft noch einzig dazu gesetzt, oder man löset auch das kein in nicht ein auf. Es fehlt kein einziger. Kein einziger ist entronnen. »Da ist keiner, der Gutes thue, auch nicht Einer.« Ps. 14, 4. 3) Unrichtig wird kein gebraucht, wenn schon ein anderes verneinendes Wort da ist, wo dann entweder kein vermieden und nach Befinden ein dafür gesetzt oder das andere verneinende Wort weggelassen werden muß. »Habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen nie keinen.« Luc. 22, 35. — — (die Stimme) die sonst keine Geschöpfe nicht hörten. Klopstock. So auch nach einer Steigerung. Mehr als kein Mensch ertragen kann. »Schärfer denn kein zweischneidig Schwert.« Ebr. 4, 12. Oft wird es auch unricheig anstatt nicht gesetzt. »Resultate (Folgerungen) aus den Beobachtungen der Witterung sind keine gezogen.« N. allgem. Deutsche Bibl.
4905 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    keinesadv.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +1 Parallelbeleg

    * keines adv. niemals Stagel

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    keinesadj

    Campe (1807–1813)

    keines , adj . ein Wort, welches als Gegensatz des Deutewortes, Zahlwortes, Beilegungswortes, Fürwortes ein für nicht ei…

  3. modern
    Dialekt
    kein(e)s

    Rheinisches Wb.

    kein(e)s kEs, –ē-, –ei- Mosfrk (auch kE:n Es ) lrhn. n. der pfälz.-kurtrier. Grenze (an der Saar von Saarl-OEsch an), rr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit keines

10 Bildungen · 9 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von keines 2 Komponenten

kei+nes

keines setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

keines‑ als Erstglied (9 von 9)

keinesfalls

SHW

keines-falls Band 3, Spalte 1243-1244

keineswegs

SHW

keines-wegs Band 3, Spalte 1243-1244

keinesfals

WWB

keinesfals Adv. keinesfalls, niemals ( Det Is).

keinesgleichen

GWB

keines·gleichen

keinesgleichen Mit einer Schnelligkeit die K. [ Ausg.l.H.: keines gleichen] hat, wirkten Gefühl und Betrachtung in ihr [ Ottilie ] gegen ein…

keinessinns

DWB

keinessinns , s. unter keineswegs 3, a.

keinesweges

DWB

keinesweges , adv. nullo modo, nequaquam, zusammengewachsen aus den adverbial gebrauchten genitiven keines weges, nullibi, dann zu einem sta…

keineswegs

Pfeifer_etym

kein Indef.pron., das Vorhandensein einer Person oder Sache vollständig ausschließend, ‘nicht ein, nichts von’ in substantivischer Verwendun…

keines als Zweitglied (1 von 1)

dekeines

KöblerMhd

dek·eines

dekeines , Adv. nhd. jemals E.: s. dehein W.: nhd. DW2- L.: Hennig (dekeines)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „keines". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/keines/campe
MLA
Cotta, Marcel. „keines". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/keines/campe. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „keines". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/keines/campe.
BibTeX
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