Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
kausal Adj.
kausal Adj.
kausal Adj. ‘auf dem Zusammenhang von Ursache und Wirkung beruhend’, in der Grammatik ‘den Grund angebend’. Von lat. caus(s)a ‘Veranlassung, Ursache, Angelegenheit, Rechtssache’ abgeleitetes spätlat. causālis ‘zur Ursache gehörig, den Grund angebend’ lebt in der lat. Wissenschaftssprache, namentlich in der Terminologie der Sprachlehre (z. B. coniunctio causalis ‘begründendes Bindewort’), bis in die Neuzeit fort und wird (entsprechend älterem frz. engl. causal) um die Wende zum 19. Jh. zu causal (Ende 19. Jh. kausal) eingedeutscht; nach Campe (1801) ersetzbar durch begründend, ursächlich. Dazu, ebenfalls als grammatischer Terminus, das Kompositum Kausalsatz m. ‘den Grund angebender Gliedsatz’ (19. Jh.). – Kausalität f. gesetzmäßiger Zusammenhang zwischen zwei Erscheinungen, nach dem die eine als Ursache notwendig die andere als Wirkung hervorbringt. Der Ausdruck, eine schon in der Antike erörterte, wichtige philosophische Kategorie bezeichnend, ist im Dt. seit Ende des 18. Jhs. bezeugt (zunächst Causalität, wofür Campe 1801 die Übersetzung Ursächlichkeit vorschlägt); er setzt eine gelehrte lat. Substantivbildung (bereits mlat. causalitas, vgl. mfrz. frz. causalité, 15. Jh., engl. causality, 17. Jh.) zum Adjektiv spätlat. causālis (s. oben) fort. Übliche Benennungen des begrifflich zugrundeliegenden Verhältnisses von Ursache und Wirkung sind Kausalverbindung f. (um 1800), Kausalzusammenhang m. (Mitte 19. Jh.), Kausalnexus m. (2. Hälfte 19. Jh.), vorher causaler Nexus; vgl. lat. nexus ‘das Zusammenknüpfen, Verschlingung, Verbindlichkeit’ (von lat. nectere ‘binden, verknüpfen, anfügen’).