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Kägel

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Kägel m.

Bd. 4, Sp. 20
Wossidia Kägel m. Kegel: conus 'Kgel' Chytr. 303 1. der Kegel beim Kegelspiel, in zahlreichen Redewendungen, so von jem., der seine fünf Sinne nicht beisammen hat: dee hett einen nah 'n Kägel upsetten schickt HaHagenow@RedefinRed; der Tote möt bi Petrussen Kägel upsetten RoRostock@GresenhorstGres; is nah 'n Nobelskraug un sett't Kägel up PaParchim@SpornitzSporn; StaStargard@WulkenzinWulk; im wirren Lagerkorn hett de Düwel Kägel mank späält RoRostock@BörgerendeBörg; laute Geräusche geben den Anlaß zu folgenden Bildern: dee snorkt, as wenn de Düwel Kägel späält Wa; bes. vom Donner: de Oll is nich in, de Jungens spälen Kägel Wa; die Engel schieben Kegel Bartsch 2, 205; Moses späält Kägel Schw; Petrus späält Kägel mit de Dodenköpp WaWaren@SchorssowSchorss; ein Ähnliches berichtet die Sage vom Räuber Papedöneke (s. d.): Papedönnk hett mit de Kinnerköpp Kägel späält, de Fru hett se upsetten müßt Wo. Sag. 1, 115. Bei dem früher so beliebten Kegelspiel gab der Kegeljunge, dem das Aufsetzen der Kegel oblag, das Ergebnis eines jeden Wurfes in meist feststehenden, doch von Ort zu Ort wechselnden Wendungen an; wenn kein Kegel getroffen wurde, rief er: Pudel; Pudel Rehbuck; Anna Maria, Kukuk; Maria Magdalena, Kukuk; Nummer Null up Söcken; dat is 'n Sandhas'; ... 'n Sandlecker; dee geiht in 'n Kattentrogg lang; ... nah Muddern; ... in de Wicken; ... in 'n Sommerweg; dat Pierd hett keinen Hawer krägen; dee löppt hen, will grasen; dee geiht den Kraug vörbi, is bi Wääschen ankihrt; he will nich anbucken; beim Fall eines Kegels rief er: einen beluert; mit der Erweiterung: Möller kickt achter Schulten sin Puurt; einen von de Eck; Eckfranzos'; Stil; Sticken; Sticken vör de Puurt; ... vör de grot Dör; ... vör 't Rostocker Dur; ... vör 'n Schapstall; vör 't Hauhnerlock; ... vör 't Rökerlock; bei zwei Kegeln: Arm un Bein; Hack un Tehn; Hei un Sei; Hans un Greten; Adam un Eva; twei Trummelstöck; Kringel un Tweiback; Schinken un Mettwust; bei drei Kegeln: Schausterhüker; Kunturstohl; wenn die drei Kegel in der Mitte hintereinander standen, hieß es: drei grad' dörch; Hart ut 'n Liw; Berliner Landstrat; beim Fall von vier Kegeln: vier Glas Bier; vier Grenadier; viere (mit Ton auf der letzten Silbe und gewolltem Doppelsinn); der Spieler tröstete sich dann wohl: vier Reh sünd bäter as söß Hasen; bei fünf Kegeln: quinque; mit dem Zusatz: wi drink twee; quinquäk, Schilling liggt in de Bäk, s. unten; vivat; All' fif Finger; bei sechs Kegeln: halbe Dutz; bei sieben: Schuh; simpel; Stäwel ahn Schacht; Brut un Brüjam bliben stahn; bei acht: vivat acht; Achtung; acht, dat dunnert, dat 't kracht; Sluchter; Galgenfatt; Kukuk un Sœbenstiern; half Bataillon; wenn nur der König stehen blieb, hieß es: acht üm 'n König, Schilling deit mi nödig; acht üm 'n Kaiser; ... üm 'n Brüjam; ... üm 'n Grotvader; ... üm 'n Kruskopp; ... üm 'n Buern, up 'n Schilling kann 'ck woll luern; acht üm 'n Lümmel; ... 'n Schausterjung'; ... üm 'n lütten Jakob; oder: de König hett sin Volk verluren; alle Tassen üm den Kaffepott; bei Unverheirateten: dat is de Brüjamswurf; bei Eheleuten: ... de Kinnelbierswurf; der Fall aller Kegel, der dem aufsetzenden Jungen meist einen Schilling eintrug, wurde angekündigt: ganz Bataillon; de ganze Kumpani; ganze Rummeli, häufig mit dem Zusatz Schilling hüürt dorbi oder: Schilling för mi, sall 'ck henkamen un halen em mi? ferner: alle Nägen mit Glück un Sägen; alle Nägen, ick heff so lang' keenen Schilling krägen; vgl. Meckl. 8, 92 ff.; Nd. Kbl. 2, 37; Eekbom 28, 53 sowie die Zitate bei Kling'büdel, Mäkelbörger, nahschuben, Napoleon, Pudel, Reiper, schuben, Stutz, Teepott, Wackler, Wappen. 2. in übertr. Bedeutung a. ein beliebter Volkstanz mit verschiedenen Figuren und Verschlingungen Horn Selmsd. 1, 345; die Aufstellung ist stets die gleiche: vier Paare stehen im Viereck um ein Paar herum, der Herr des mittleren schwenkt zuerst die Dame des ersten, darauf die des zweiten Paares herum, das gleiche tut die in der Mitte stehende Dame mit den Herren der genannten Paare; in der zweiten Tour werden die Damen und Herren des dritten und vierten Paares herumgeschwenkt; in der dritten Tour geschieht das gleiche mit allen vier Paaren; nach Ablauf jeder Tour fassen die außenstehenden Paare sich an und tanzen einmal rechts und einmal links im Geschwindschritt um das Mittelpaar; bei dem sich anschließenden Walzer bestimmt das Mittelpaar seine Nachfolger durch Afklappen; der Tanz wird so lange fortgesetzt, bis sämtliche Paare in der Mitte gestanden haben. Dies die landläufigste Form; stellenweise wurden noch andere Touren wie Käd', Frugensmœhl, Mannsmœhl eingeflochten; ältere Leute berichten, daß früher nur ein Mann als Kägel in der Mitte gestanden habe Schö; SchöSchönberg@NiendorfNiendorf; de letzt Kägel würd' utlacht ebda; als Texte, die zu der begleitenden Musik gesungen werden, sind bekannt: 'Ich hab mein Herz noch niemals verschenkt, Ich hab 's in der Kammer an den Nagel gehängt' GüGüstrow@LübseeLübs; de Jung' is nich von mi, de Jung' is nich von mi, de Jung' dee is den Schulten sin, de Jung' is nich von mi Ro Rostock@KlockenhagenKlock. Vom Lagerkorn sagt man: dor hebben de Reh Kägel in danzt SchöSchönberg@CarlowCarl. b. kleines, munteres Kind: lütten Kägel HaHagenow@RedefinRed; Zs. Oorskägel. c. in der Weidmannsspr. vom Hasen: 'n Kägel maken Männchen machen; Dat Häschen lacht, putzt sick dei Snut, Makt Kägel, hukelt wire Welln. Volk 80. 3. kegelförmig aufgeworfener Erdwall zur Bezeichnung der Ackergrenze: he geiht up 'n Kägel GüGüstrow@BützowBütz; häufig mit Strauchwerk bepflanzt: 'Ebenso ist die Bepflanzung der sogenannten Kegel unter Aufsicht zu nehmen' Bül. Grunds. 256; Kägel RoRostock@MarlowMarl; WiWismar@BäbelinBäb; KMuls. 4. uneheliches Kind wie hd. in der Verbindung Kind un Kägel: he kümmt mit Kind un Kägel Ro; Kind un Kegel heww ick nich Reut. 7, 232; Ick heww kein Kegel un kein Kind 81. 5. FN.: Kägel, Kägelbahn, -brügg', -graben, -kul. — Mnd. kegel m. — Kü. 2, 62; Me. 3, 87.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kaegel

11 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kaegel 2 Komponenten

kae+gel

kaegel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kaegel‑ als Erstglied (11 von 11)

Kägelgraben

MeckWB

kaegel·graben

Kägelgraben m. Grenzgraben mit kegelförmigem Erdwall Schö Grev ; 'es gibt einige deutsche Staaten, wo Millionen von Quadratruthen unnützer W…

Kägeljungensarbeit

MeckWB

kaegeljung·ens·arbeit

Kägeljungensarbeit f. mühevolle Arbeit ohne Ende: Frugensarbeit is Kägeljungensarbeit, se krigen nie nich uparbeit't Gü Gülz .

Kägelkadrillj

MeckWBN

Wossidia Kägelkadrillj f. Kegelquadrille, ein Volkstanz Sta Stargard@Neubrandenburg NBrand .

Kägelkugel

MeckWB

kaegel·kugel

Kägelkugel f. Kegelkugel; von der Pflugfurche heißt es, sie muß so gerade sein: dor möt 'n ne Kägelkugel in lang smiten kœnen Sta Sad ; wenn…

Kägelscheiten

MeckWB

kaegel·scheiten

Kägelscheiten n. Kegelspiel: 'also bringet ock de bOese unde lose Rotte der Leddichgenger de gude Tydt gahr unntlick ... tho mit ... Boselw…

Kägelslagg

MeckWB

kaegel·slagg

Kägelslagg m. guter Wurf beim Kegelspiel: dat wir kein Kägelslagg Ro Klock .