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Joseph

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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8 in 7 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Joseph

Bd. 10, Sp. 310
Joseph (hebr., entweder »er nimmt hinweg«, nämlich die Schmach der Kinderlosigkeit von Rahel, nach 1. Mos. 30,23, oder »er vermehre« das Mutterglück), 1) vorletzter Sohn des Patriarchen Jakob von der Rahel, erregte als der Liebling seines Vaters den Neid und Haß seiner Brüder, die ihn an eine arabische Handelskarawane nach Ägypten verkauften, wo er als Sklave in den Dienst des Hofbeamten Poliphar kam. Von dessen Frau, deren Verführung er keusch widerstanden hatte, beschuldigt, schmachtete er jahrelang im Kerker, bis der Pharao Ägyptens, den Träume beunruhigten, von seinem Mundschenk, dem J. einst einen Traum trostvoll gedeutet hatte, von ihm und seiner Begabung, Träume auszulegen, erfuhr. Nachdem er die Träume des Königs von den sieben fetten und den sieben magern Kühen, den sieben vollen und den sieben dürren Ähren auf sieben fruchtbare und sieben unfruchtbare Jahre gedeutet und ihm weise Ratschläge erteilt hatte, ward er zum Minister erhoben. Als solcher machte er in den unfruchtbaren Jahren die bisher unabhängigen Ackerbesitzer zu Kronbauern, die dem König jährlich den Fünften als Erbzins abgeben mußten Nachdem J. seinen durch die Hungersnot nach Ägypten zum Korneinkauf getriebenen Brüdern verziehen, veranlaßte er sie, sich mit ihrem Vater in Ägypten niederzulassen, wozu er ihnen das Land Gosen einräumte. Josephs von der Assnat, einer Priesterstochter aus On (dem spätern Heliopolis), geborne Söhne hießen Ephraim und Manasse, denen Jakob gleiches Erbrecht mit seinen übrigen Söhnen einräumte und von denen sich demnach zwei mächtige, volkreiche Stämme Israels ableiten. – Als Vorbild jugendlicher Reinheit sowohl als umsichtiger Klugheit und hohen Edelsinns, wie er sich seinen Brüdern gegenüber äußerte, bot die Gestalt Josephs poetische Motive für epische und dramatische Gestaltung, die vielfach verwertet wurden. Von den zahlreichen dramatischen Bearbeitungen aus dem 16. Jahrh. absehend, erinnern wir hier nur an Grimmelshausens sehr mäßigen Roman: »Des Vortrefflich Keuschen Josephs in Egypten Erbauliche Lebensbeschreibung« (1670), Zesens »Assenat« (Amsterd. 1670), eine sehr beachtenswerte Leistung, sowie an Bodmers »Keuschen J.« (1750) und Méhuls Oper (1807). Vgl. A. v. Weilen, Der ägyptische J. im Drama des 16. Jahrhunderts (Wien 1887). 2) J. der Heilige, Gatte der Maria, der Mutter Jesu, daher sein Nähr- oder Pflegevater genannt. Nach den Evangelien war er ein Zimmermann, wird aber nach dem öffentlichen Auftreten Jesu nicht mehr erwähnt und scheint deshalb vorher gestorben zu sein. Die christliche Sage läßt ihn erst im hohen Greisenalter die Maria heiraten, um jeden Gedanken an eine natürliche Erzeugung Jesu fernzuhalten. Sein Gedächtnis wird in der römisch-katholischen Kirche 19. März, in der griechischen 26. Dezember gefeiert. Pius IX. erhob 8. Dez. 1870 den Tag meinem Fest erster Klasse und J. zum Schutzpatron der ganzen Kirche. Der Hebung seines Kultes widmet sich seit 1860 die »Erzbruderschaft vom heiligen J.« Seit 1875 wird der Kult auch durch eine vielgelesene Zeit schrift: »Sendbote des heiligen J.«, gefördert, und Leo XIII. hat ihn durch Rundschreiben vom 15. Aug. 1889 den Gläubigen aus Herz gelegt. Vgl. Jesus Christus, S. 247. 3) J. von Arimathia (richtiger Arimathäa, d. h. Ramathem bei Lydda), Anhänger Jesu, dessen Leichnam er in einer Grabhöhle in seinem eignen Garten beisetzte. Nach biblischem Bericht war er Mitglied des Synedrions in Jerusalem, nach der Tradition einer der 70 Jünger und Apostel in England. Sein Tag: 17. März, bei den Griechen 31. Juli. 4) J. Barsabas, mit dem Beinamen der Gerechte (justus), wurde samt Matthias an Stelle Judas Ischariots als Apostel vorgeschlagen, doch entschied das Los gegen ihn (Apostelg. 1,23). Schon im 2. Jahrh. berichtet die Legende, er sei zum Giftbecher verurteilt worden, habe ihn aber ohne Nachteil für seine Gesundheit getrunken.
3860 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    joseph

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    joseph , nach 1 Mos. 39, 6 ff. als bild für einen keuschen menschen, vgl. unten Josephssinn. aber auch für einen geduldi…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Joseph

    Goethe-Wörterbuch

    Joseph 1 Sohn des alten Jakob u seiner zweiten Frau Rahel (1.Mos 30,23f) Ich erinnere mich noch, daß ich [ um 1760 ] ein…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Joseph

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Joseph , der Stammvater der israelitischen Stämme Ephraim und Manasse, war der zweitjüngste Sohn und Liebling des Patria…

  4. modern
    Dialekt
    Josephm.

    Mecklenburgisches Wb.

    Joseph m. Joseph, biblischer PN.; sprw. bes. der Sohn Jakobs (1. Mose 37 ff.): 'wo ick nicht ... mit einem ryken Joseph …

  5. Sprichwörter
    Joseph

    Wander (Sprichwörter)

    Joseph 1. Der heilige Joseph (19. März) sagt: Wenadit (Benedict) steh af und bou Hawan. Benedict aber antwortet: Is noch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit joseph

24 Bildungen · 24 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

joseph‑ als Erstglied (24 von 24)

Joseph ben Gorĭon

Meyers

Joseph ben Gorĭon ( Gorionides , »Sohn des Gorion«), jüd. Befehlshaber im Aufstand gegen die Römer (67–70 n. Chr.), der mit dem Hohenprieste…

Joseph II

Herder

Joseph II. , deutscher Kaiser, geb. 13. März 1741, Sohn Franz I. und Maria Theresias, folgte seinem Vater als Kaiser den 18. Aug. 1765, wurd…

Josephine

Herder

josep·hine

Josephine , Kaiser Napoleons I. erste Gemahlin, geb. den 23. Juni 1763 auf Martinique, aus der Familie Tascher de la Pagerie, heirathete 177…

Josephīten

Meyers

Josephīten , Name einiger französischer Ordensgenossenschaften und Kongregationen, deren älteste von dem Chirurgen Jakob Cretenet (gest. 166…

Joseph, Père

Meyers

joseph·pere

Joseph, Père , eigentlich François le Clerc du Tremblay , geb. 4. Nov. 1577 in Paris, gest. daselbst 18. Dez. 1638, diente zuerst 1597 im Kr…

Josephsehe

Meyers

joseph·sehe

Josephsehe ( Engels - oder Jungfernehe , Matrimonium virginĕum ), eine nach Joseph, dem Gatten der Maria, benannte Ehe, bei der durch vorher…

Josephsorden

Meyers

joseph·s·orden

Josephsorden , großherzoglich toskan. Orden, gestiftet 1514, erneuert 1807 von Ferdinand III., zweiter im Rang, in drei Klassen, von denen d…

josephssinn

DWB

joseph·s·sinn

josephssinn , m. : schwer wars dem kältsten Josefssinn, sie ohne lüsternheit und sehnsucht anzuschauen! Wieland 23, 205 ( Oberon 11, 8).

Joseph, St

Herder

Joseph, St. , der Nährvater Jesu, ein Abkömmling Davids, zur Zeit seiner Vermählung mit der hl. Jungfrau ein armer Zimmermann zu Nazareth. D…

Josephstadt

Herder

joseph·stadt

Josephstadt , ehedem Pleß, böhmische Hauptfestung am Einfluß der Aupe und Metta in die Elbe, 1780 angelegt; mit 2000 E.

Josephstag

Wander

joseph·stag

Josephstag 1. Am Josephstag (19. März) wirft man das Licht in Bach. Auch in Oberitalien betrachtet man diesen Tag als das Ende des Winters. …

Josephus

Herder

josep·hus

Josephus , Flavius, Geschichtschreiber der Juden, geb. 37 n. Chr. zu Jerusalem aus dem Geschlechte der Makkabäer, Pharisäer, lebte lange zu …

Joseph von Arimathäa

Herder

Joseph von Arimathäa , ein Benjamite, Mitglied des hohen Rathes zu Jerusalem, erwies sich als Anhänger Jesu Christi, indem er nach der Kreuz…