Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
innige Adv.
2 ‘innig, andächtig’
3 verschiedene Zugehörigkeitsverhältnisse ausdrückend (zu lat. familiaris , ‘zur familia gehörig’ , vgl. LexMA 4,254-256, 2 HRG 1,1496-1497), ‘jmdm./etw. zugehörig’
3.1 eine Person zu einer Gemeinschaft, subst.
3.2 Besitz zu einer Person
3.3 eine Eigenschaft zu etw.
1 ‘aus dem Innersten kommend, im Innersten angesiedelt’ von dem usgedrukten [herausgebildeten] bild uss sinem innigosten abgrúnde Seuse 181,16; mit einer inniger begerunge Tauler 279,7. 319,4; der munt der menschen sprichet von dem, daz ime innic ist Eckh (Pf) 424,28. – subst. Superlativ: daz lebet eigenlîche in sîme innegesten der sêlen Eckh (Pf) 135,32 (vgl. innersten Eckh 1:66,6 mit Anm.) 2 ‘innig, andächtig’ die bicht sol ouch sin innich als daz gebet PrLpz (L) 33,40. 57,39; der stein [ pirophilus ] gotes lichnam dütet; / wer innig den drückt an der sele herze / und in mit glouben trütet, / den mag gesterben nicht des todes smerze Mügeln 335,10; NvJer 18863; Pass III 433,50 3 verschiedene Zugehörigkeitsverhältnisse ausdrückend (zu lat. familiaris, ‘zur familia gehörig’, vgl. LexMA 4,254-256, 2HRG 1,1496-1497), ‘jmdm./etw. zugehörig’ 3.1 eine Person zu einer Gemeinschaft, subst.: unser lieber inniger der apte und der convent des closters ze Wiltzburch MGHConst 8:371,38 (a. 1347); so haben wir angesehen und bedacht unserr lieben innigen den abbte und convente dez chlosters ze Halspruͤnn ebd. 8:377,20 (a. 1347) 3.2 Besitz zu einer Person: sit daz vro Adeleid, [...], iren innegen widemen [Morgengabe/ Witwengut] besezen hat zehen iar [...] daz si den geruͦwecliche besitzen vnd niezen sol vnz an iren tot UrkCorp (WMU) N507,13 3.3 eine Eigenschaft zu etw.: ein ander werk ist noch inniger dem steine, daz ist neigunge niderwert [dass er niederfällt, wenn die Umstände entspr. sind] Eckh 5: 39,4
MWB 2 1929,17; Bearbeiterin: Baumgarte