Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
infele stF.
2 vermutlich zu der lat. Bed. von infula ‘Binde’ hier wohl ‘Stoffstreifen’ (vgl. Anm.z.St.)
1 ‘Kopfbedeckung eines Kardinals, Bischofs oder Abtes’ (aus lat. infula ‘Mitra’): infula: infel VocOpt 18.040; nur die man infel tragen sach, / bischolf, ebt und cardinal, / der sach man dâ mit der zal / sehs und sehzic und hundert sterben Ottok 13524; ouf seinem haubete sach man scheinen / ein imfel mit zwæin schiezen [Giebelwänden, hier: spitz zulaufende Front- und Rückenseiten] Serv 581; Marner 14,59; Pass III 580,50; UrkCorp (WMU) 788,11. – auch als mitraförmiger Teil einer Kopfbedeckung: sein [des Heidenpapsts aus Ninive] haubt trüg ain reyches klaid, / das stund im harte schone: / es was inderhalb ain krone [...] ain infell dar in getriben auff. / auff dem spitze was ain knauf der was ain liechter rubein HvNstAp 18192. – übertr. für den Klerus, die kirchliche Macht: ein infel unde ein krône die pflegent nû der kristenheit KLD: Kzl 2: 7,1. 3: 1,2; geistlich gebærde unt vleischlich leben, / swâ diu zwei lûzent under infeln unt bî crumben steben, / dâ suoche ein wol versunnen keiser einen glîhsenære bî RvZw 141,5. – auch für den christl. Glauben: hievor lobt er der jüden rodel, / nu priset er der cristen buoch. / [...] für ein spitzez hüetelin / ein infel schœne und uzerwelt KvWGS 1419 2 vermutlich zu der lat. Bed. von infula ‘Binde’ hier wohl ‘Stoffstreifen’ (vgl. Anm.z.St.): ein phel grúen als ein gras, / den man wol aus tausenten lass, / daraus infele was geschniten, / porten mit spelichen siten / ze dem halse und zu den hannden Dietr 1164
MWB 2 1887,25; Bearbeiterin: Baumgarte