Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
houbetsiech Adj.
1.1 beim Menschen
1.2 bei Tieren
2 wohl verstärkend ‘schwer-, todkrank’
1 allg. im Bereich des Kopfes leidend ‘Kopfschmerzen habend; geistig, seelisch verwirrt, verstört’ 1.1 beim Menschen: ist ein chreiz ob dem harne, sô ist sie [ daʒ wîp ] houptsiech oder hât die vil ubelen hitze an ir lîbe Barth 131,20; rotten, herphen, videln / und ander seitenspil / hôrt man dâ sô vil, / wær ein houbtsiecher man / niht schier entrunnen dan, / er wære gar betôrt Ottok 73457. – schlechte Gesellschaft macht houbetsiech (vgl. TPMA 4,423 und 10,149): von ungesellen wirt der man / vil dicke houbetsiech: ir werden jungen, denket dran: / swelch houbetsiech wirt iuwer, der muoz mit schanden an sîn ende leben RvZw 183,5; ein spruch was bi den alten: / geselleschaft, die bosheit kan, / von der wirt houbetsiech ein man Frl 7:33,18 1.2 bei Tieren: welch ros hoͤupt sich ist, so nym retich unde latich Albrant 2,1; welch ros roczig ist unde houpt sich, so nym boum wolle unde quecsilbir ebd. 2,2. 3,57. – und die alten schaf dú sint allú hoͮbtsiech, wan sú moͤgent nit essen die gesunden weide, die da wahset an den hohen bergen Mechth 6: 21,17 2 wohl verstärkend ‘schwer-, todkrank’ in armuͤte girikeit und lugenhaftig in der warheit, trege zuͦ der barmherzekeit, honsam spot in der gegenwertekeit, in der ordenunge versumekeit: disú fúnf ding unvollekomen machent hoͮbtsiech geistlich leben Mechth 7: 44,4.
MWB 2 1719,52; Bearbeiter: Luxner