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Hornblende

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Hornblende

Bd. 9, Sp. 559
Hornblende (Amphibol), Repräsentant einer Gruppe von Mineralien, Silikaten, die in mancherlei Beziehungen zu den Augitmineralien stehen (vgl. Augit, woselbst auch Näheres über die chemische Zusammensetzung und die Kristallisation der H. mitgeteilt ist). Die H. ist in ihren verschiedenen Gliedern charakterisiert durch die überaus gute Spaltbarkeit nach einem Prisma, dessen Winkel 1241/2° beträgt (im Gegensatz zu dem nahezu rechtwinkligen Spaltungsprisma des Augits), und durch die Härte 6. Rhombisch kristallisiert von den Hornblenden nur das dem Bronzit entsprechende Magnesiumeisensilikat (Mg, Fe)Si O3, der Anthophyllit, der derb in breitstängeligen Aggregaten von brauner und bräunlichgrüner Farbe besonders zu Kongsberg und Snarum in Norwegen (Snarumit) vorkommt. – Tonerdefreie monokline Hornblenden sind der Tremolit und derAktinolith. Tremolit (Grammatit), weiß, grau, hellgrün, eingewachsen und in stängeligen, strahligen, faserigen und dichten Aggregaten, perlmutter- oder seidenglänzend, halbdurchsichtig bis durchscheinend, spez. Gew. 2,9–3, findet sich in körnigem Kalkstein und Dolomit (so am Campolongo im Tessin) und im Talkschiefer. Aktinolith (Strahlstein), dunkelgrün, durchscheinend bis kantendurchscheinend, eingewachsen und in strahligen Aggregaten, in Talk-, Chloritschiefer und auf gewissen Erzlagern. Feinstrahlige, faserige und verfilzte Varietäten des Aktinolith bilden den Hornblendeasbest (Amiant, s. Asbest). Eine dichte Varietät des Aktinoliths ist der Nephrit (s. d.), ein grasgrüner Aktinolith der Smaragdit, der, gewöhnlich aus Diallag hervorgegangen, in Gabbrogesteinen Aggregate kleiner Nadeln bildet und mit Omphacit (s. Augit) verwachsen im Eklogit vorkommt. Die H. im engern Sinn entspricht in ihrer Zusammensetzung, zumal im Gehalt an Tonerde und Eisenoxyd, dem gemeinen Augit (s. d.). Nach Farbe und Vorkommen unterscheidet man drei Arten: Pargasit (grüne H.), bläulichgrün bis dunkelgrün, auch braun, in kurzen, stark gerundeten Kristallen und Körnern eingewachsen im körnigen Kalk von Pargas in Finnland u. a. O.; gemeine H., dunkelgrüne und dunkelbraune bis schwarze, kurzsäulige Kristalle, ein- und aufgewachsen, auch in körnigen, stängeligen und faserigen Aggregaten, auf Magneteisenerzlagerstätten (Taberg, Nordmarken in Schweden) und wesentlicher Gemengteil vieler älterer Eruptivgesteine (Syenit, Granit, Diorit etc.) und kristallinischer Schiefer (Hornblendegneis, Hornblendeschiefer); basaltische H., bräunlichschwarz, undurchsichtig, mit stark glänzenden Spaltflächen, sowohl in Kristallen als in grobkristallinischen Körnern sehr verbreitet in jüngern vulkanischen Gesteinen, wie Basalt, Trachyt, Andesit (vgl. Tafel »Gesteine«, Fig. 4 u. 5) und in Tuffen und Aschen, zumal in der Eifel, in Böhmen, am Ätna etc. In der basaltischen H. wird öfters ein Gehalt an Alkalien (Natron bis 4 Proz., Kali bis 2 Proz.), an Titansäure (bis 5 Proz.) und an Fluor (bis 3 Proz.) beobachtet. Eigentliche Alkali- und zwar natronreiche Hornblenden sind der Riebeckit, Arfvedsonit und Glaukophan. Der dem Akmit (s. Augit) ähnlich zusammengesetzte Riebeckit findet sich in meist mikroskopisch kleinen schwarzen, blau durchscheinenden Prismen in manchen Graniten und Trachyten, auch in Asbestform als sogen. Krokydolith (s. d.) in indigblauen, parallelfaserigen, seidenglänzenden Massen am Oranje River im Kapland und in dünnen Überzügen auch an andern Orten. Der Arfvedsonit kommt sowohl in Kristallen als in strahlig-blätterigen Aggregaten von tiefschwarzer Farbe, in Spaltbarkeit und Glanz der basaltischen H. gleich, als wesentlicher Gemengteil in den Eläolithsyeniten und manchen Graniten in Grönland, Norwegen und Colorado vor. Der Glaukophan, an seiner graublauen Farbe und dem starken Pleochroismus leicht erkennbar, ist in säuligen Kristallen und in blätterig-stängeligen bis faserigen Aggregaten ein Gemengteil der sogen. Glaukophanschiefer (Insel Syra, Zermatt, Korsika etc.). Den Glaukophan in den Eklogiten in Piemont und speziell einen 21 Proz. Tonerde enthaltenden Glaukophan von St. Marcel in Piemont hat man Gastaldit genannt. – Die einzige triklin kristallisierende H. ist der Änigmatit, der in seiner chemischen Zusammensetzung dem Arfvedsonit zwar ähnlich, aber reicher an Tonerde und Eisenoxyd ist, auch 1–2 Proz. Manganoxydul und 7,5 Proz. Titansäure enthält; er findet sich in samtschwarzen, großen Kristallen und derb, kristallinisch in Eläolithsyeniten der Halbinsel Kola, von Grönland und Arkansas, und in kleinen schwarzen, selten braun durchscheinenden Säulchen (Cossyrit genannt) in natronreichen trachytischen Gesteinen der Insel Pantelleria (früher Cossyra). – Die nahe Verwandtschaft der H. zum Augit (s. d.) äußert sich auch noch darin, daß der Augit unter dem Einfluß der Atmosphärilien und geodynamischer Vorgänge sich in H. umwandelt, und zwar sehr häufig unter Beibehaltung seiner Form und derart, daß die grünen Hornblendefasern parallel der Vertikalachse des Augits liegen. Diese als Uralit bezeichnete Paramorphose ist gerade bei dem gemeinen Augit in den sogen. Uralitporphyren im Ural, im südlichen Tirol und in Norwegen etc. sehr verbreitet. Umgekehrt kristallisiert die H., wenn sie geschmolzen wird, bei langsamem Erkalten als Augit aus.
5244 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hornblênde

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Hornblênde , plur. inus. im Bergbaue, eine grobblätterige schwarze Blende, vermuthlich wegen des scheinbaren hornart…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hornblende

    Goethe-Wörterbuch

    Hornblende a mineralog u geol: Amphibol, Gruppe von Silikaten als Bestandteil von (Ur-)Gesteinsarten; auch iZshg mit The…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hornblende

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Hornblende (Amphibol) , Mineral. Zu den Arten der H. gehören der Tremolith, der Strahlstein, die basaltische und gemeine…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hornblende

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Zerlegung von hornblende 2 Komponenten

horn+blende

hornblende setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

hornblende‑ als Erstglied (13 von 13)

Hornblendefels

Meyers

hornblende·fels

Hornblendefels ( Amphibolit, Amphibolfels, Hornblende - oder Amphibolschiefer ), ein wesentlich nur aus dunkelgrüner Hornblende bestehendes,…

Hornblendegang

GWB

hornblende·gang

Hornblendegang geol: mit Hornblende (sd Pkt a) ausgefüllte Gesteinsspalte Feldspath. Klein cristallisirt auf einem H. 34 2 ,114,2 ReiseSchwe…

Hornblendegestein

GWB

hornblende·gestein

Hornblendegestein mineralog u geol: für ein aus Hornblende (sd Pkt a) als Hauptgemengeteil u weiteren Mineralien (wie Feldspat, Glimmer) bes…

Hornblendeglimmer

GWB

hornblende·glimmer

Hornblendeglimmer Bindestrichschr in geol u mineralog Zshg; wohl Lesefehler der WA für ‘Hornblende — Glimmer’ (vgl s v Hornblende Pkt b ) N1…

Hornblendekristall

GWB

hornblende·kristall

Hornblendekristall -kry-; meist Bindestrichschr; AkkPl -en N9,119,25 Die aus Böhmen mitgebrachten Hornblende- und Augit-Krystalle (Amphibole…

Hornblendekugel

GWB

hornblende·kugel

Hornblendekugel kugelförmige Konkretion der Hornblende In der Masse mehrerer Ur- und Übergangsgebirge zeigen sich Kugeln aus der eignen Gebi…

Hornblendepunkt

GWB

hornblende·punkt

Hornblendepunkt -ct punktförmiger Hornblende-Einsprengling der rothe Grund .. carneolartig .. eingesprengt Feldspatkrystalle und H-e N10,83,…