lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Honigtau

GWB bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
12
Verweise raus
5

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Honigtau

Bd. 9, Sp. 533
Honigtau (Blatthonig, Melligo, Mel aeris, Ros mellis), eine zuckerhaltige, klebrige Flüssigkeit, die bisweilen auf den Blättern der Pflanzen als ein gleichmäßiger Firnis oder in Form kleiner Tröpfchen auftritt oder auch auf die darunter befindlichen Gegenstände abtröpfelt und dieselben befeuchtet. Am häufigsten erscheint H. in den heißen Sommermonaten, vorzugsweise an Holzpflanzen; besonders leiden Linden, Ahorne, Ulmen, Weiden und Nußbäume daran. Er enthält Mannit, Traubenzucker, Rohrzucker, Dextrin in wechselnden Mengen und wird nach Büsgen von Blattläusen erzeugt, die oft in zahllosen Scharen auf der Unterseite der Blätter und auf den jungen Trieben leben und mit ihrem Rüssel Saft aus der Pflanze saugen, den sie nach der Verdauung durch den After als Tröpfchen von sich spritzen; letztere fallen dann auf die darunter befindlichen Blätter und überziehen die Oberseite derselben als glänzender Firnis. Tritt H. bei Abwesenheit von Blattläusen auf, so rührt er von benachbarten, mit Blattläusen besetzten Pflanzen her. Der H. ist für die Pflanze schädlich,indem er einen oft mit Staub u. dgl. gemengten Überzug auf den Blättern bildet, der die Verdunstung und den Gasaustausch des Blattes stört; auch können an ihm sehr leicht die Sporen gewisser Pilze, wie besonders der Rußtauarten (Capnodium, Fumago), haften und sich darin weiter entwickeln; daher zeigt sich auf den davon überzogenen Stellen später Meltau oder Rußtau, der nach Büsgen nur in dem H. einen geeigneten Nährboden findet, in reinem Wasser aber nicht zur Entwickelung kommt. Jedoch wird nicht von allen Blattlausarten ein zur Ernährung von Rußtau geeigneter H. ausgeschieden; letzterer fehlt z. B. auf Blättern des Faulbaums mit Aphis Padi sowie des Spindelbaums mit Aphis Evonymi. Der H. beim Getreide erscheint besonders am Roggen nach der Blüte als eine trübe, süßliche Flüssigkeit, die zwischen manchen Spelzen hervordringt und oft abtropft. Der seit langer Zeit in der Praxis bestehende Glaube, daß, je reichlicher solcher H. sich zeige, um so mehr Mutterkorn später im Felde zu finden sei, ist wohlbegründet, weil eben diese Flüssigkeit von einem in der Getreideblüte lebenden Vorstadium des Mutterkornpilzes, der Sphacelia, abgesondert wird (vgl. Mutterkorn); letztere kann durch Insekten auf gesunde Getreideblüten übertragen werden, die dann ebenfalls nach kurzer Zeit H. abscheiden. Vgl. Büsgen, Der H. (Jena 1891).
2410 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Honigtau

    Goethe-Wörterbuch

    Honigtau meist -th-; überwiegend in natwiss Schriften süßlich-klebrige, unangenehm riechende schädl Ausscheidung der pfl…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Honigtau

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Honigtau ( Blatthonig , Melligo, Mel aeris, Ros mellis ), eine zuckerhaltige, klebrige Flüssigkeit, die bisweilen auf de…

  3. modern
    Dialekt
    Honigtau

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Honigtau Band 3, Spalte 3,1331

  4. Spezial
    Honigtau

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ho|nig|tau m. (-[e]s) melata f.

Verweisungsnetz

13 Knoten, 11 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 6 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit honigtau

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von honigtau 2 Komponenten

honig+tau

honigtau setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von honigtau (1 von 1)

Honigtaü

ElsWB

Honigtaü m. Honigtau, gern von den Bienen aufgesucht Bf. — Schwäb. 386.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „honigtau". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/honigtau/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „honigtau". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/honigtau/meyers. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „honigtau". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/honigtau/meyers.
BibTeX
@misc{lautwandel_honigtau_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„honigtau"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/honigtau/meyers},
  urldate      = {2026-05-19},
}