heunisch,
adj. 11)
aus der bedeutung heune 2
oben hat sich wol die vorstellung des ungeschlachten, unflätigen, groben entwickelt (
wenn man nicht zusammenhang von heunisch
mit dem eben angeführten verbum heunen
annehmen will): unzüchtig und hewnisch. H. Sachs 1, 469
b; sichst nit, wie sicht dein man so heunisch, tückisch, hemisch und wetterleunisch. 3, 3, 44
a; mich dünkt es sei ferr in die nacht, mein man möcht werden ungeschlacht, er ist heint wol gewest so heunisch, so wunderlich und wetterleunisch.
bei Fromm. 1, 257; er spricht gar oft dem wirte zu, wen er in will zornig machen, er hab senfkorner in wein gethon, er macht in gar heunisch zu lachen.
volkslied v. 1502,
bei Soden
geschichte des weilers Affalterbach (
Nürnb. 1841)
s. 145.
Vielleicht dasselbe wort, dessen vorstehend gegebene belege nur den bairisch-fränkischen gegenden angehören, ist Maalers hewisch, erschrockenlich,
trux, crudelis, ein röuwisch oder hewisch angesicht,
vultus trux 220
d,
wenn der nasal der volkssprache gemäsz unterdrückt ist; auch das bei Stalder 2, 42
als schaffhausisch angeführte heulen
sich roh und laut betragen (
mit heuel,
person von wenig sittlicher verfeinerung),
das doch zunächst für heuelen
steht, kann wol aus heunelen,
eigentlich nach art eines Heunen sich gebaren, hervorgegangen sein. —
Auf dem bairischen walde und bei den Walsern ist heunisch, hünisch
heiszhungerig. Schm. 1, 1119
Fromm.: dasz klein geflügel wird umb
s. Veitstag so heunisch werden, dasz es frei mit dem gröbsten bawren die milch wird ausz der schüssel essen. Fischart
groszm. 112. 22) heunischer wein, heunische traube,
ahd. hûnisc drûbo
balatinae (Graff 4, 960)
bezeichnet, wie Wackernagel
kl. schriften 1, 93
vermutet, Lexer
mhd. wb. 1, 1309
ausführlich darlegt, nicht ungarischen wein, sondern eine geringe hartschalige traubenart, die einen schlechten, säuerlichen wein gab. das adjectivum geht also auch hier von der bedeutung 1
aus: balatine hunische drubin Dief. 29
c; heunische weintrauben,
uvae spioniae seu duracinae Stieler 832; heunische trauben,
uva spionina, bumamma Frisch 1, 449
a,
mit der bemerkung '
wegen der groszen beere'; heunschen,
baurenweinbeere Nemnich;
das öcon. lex. (1731) 2639
hat den namen in heymische trauben
entstellt, und bezeichnet dieselben als den elbischen trauben
zunächst stehend, mit dünnschäligen und hellen beeren, die einen schlechten und wässerichten wein geben. vergl. auch hartheunisch
sp. 513.