Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
heißhungrig
heißhungrig
heiß Adj. ‘sehr warm’, übertragen ‘leidenschaftlich, heftig, erregend’, ahd. (9. Jh.), mhd. heiʒ, asächs. mnd. hēt, mnl. nl. heet, aengl. hāt, engl. hot, anord. heitr, schwed. het gehören mit ablautendem got. heitō ‘Fieber’ und den unter Hitze (s. d.) behandelten Substantivbildungen zu einer d-Erweiterung der Wurzel ie. *kā̌i-, *kī̌- ‘Hitze’, an die sich ahd. hei ‘Brand an Pflanzen’ (9. Jh.), heia ‘Hitze’ (um 1100), giheii ‘Brand’ (Hs. 12. Jh.), mhd. gehei(e) ‘Brand, Hitze’ anschließt. Einer t-Erweiterung der nur im Germ. und Balt. vertretenen Wurzel folgen lit. kaĩsti ‘heiß machen, werden’, kaitrà, kaĩtris ‘drückende Hitze, Schwüle, Glut’, kaitrùs ‘Hitze verbreitend, brennend, sengend’, lett. kaist ‘heiß werden, brennen’. – Heißhunger m. ‘plötzlicher Appetit auf bestimmte Speisen, starker Hunger’ (2. Hälfte 17. Jh.), aus heißhungrig Adj. (1. Hälfte 17. Jh.) rückgebildet. Heißsporn m. ‘Hitzkopf, Draufgänger’, Schlegels Übersetzung (1800) von engl. Hotspur, dem Beinamen Henry Percys in Shakespeares „Heinrich IV.“.