Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Heimchen n.
Heimchen n.
Heimchen n. gelbbraune, oft in Häusern (Küchen, Backstuben) lebende Grille. Der alte Name ahd. heimo (um 900), mhd. heime, aengl. hāma mit dem Deminutivum ahd. heimilīn, heimilī (11. Jh.), mhd. heimelīn ist im Sinne von ‘dem Heim zugehöriges, vertrautes Wesen’ gebildet zu den unter Heim (s. d.) behandelten Substantivformen. Er wird abgelöst von frühnhd. (westmd.) Heymken (1477), Heymchin (1540), mnd. hēmeke, das allgemein als Deminutivum empfunden wird. Eher handelt es sich jedoch um eine Weiterbildung von unverstandenem und daher einem Deminutivum angeglichenem frühnhd. Heimamuch (vgl. noch schweiz. Heimuch, schwäb. Heimmauch), das durch Umstellung aus ahd. mūhheimo (um 900), frühnhd. mūcheime hervorgegangen ist. Dessen Bestimmungswort kann entweder im Sinne von ‘etw. Sanftes, Weiches’ mit nl. muik, anord. mjūkr ‘weich, schmiegsam’, schwed. mjuk ‘weich’, got. mūka- ‘sanft’ verbunden und an die unter Moder, 1Moos, Schmutz (s. d.) genannte Wurzel ie. *meu-, *mū̌- ‘feucht, modrig’ angeschlossen werden, oder man stellt es im Sinne von ‘etw. Heimliches’ zu meucheln (s. d.) und der dort genannten Wurzel ie. *meug- ‘heimlich und tückisch lauern’.