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Heimbürge

mhd. bis Lex. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Heimbürge

Heimbürge

Heim n. ‘Zuhause, Wohnung, Wohnstätte für einen bestimmten Personenkreis, Stätte für Zusammenkünfte und Veranstaltungen’, ahd. heima f. ‘Wohnsitz, Heim, Heimat’ (10. Jh.; vgl. faterheim m. und faterheima f. ‘Heimat, Vaterland, Geburtsland’, Hs. 12. Jh.), mhd. heim n. ‘Wohnstätte, Haus, Heimat’, asächs. hēm n., mnd. hēm(e) f., hēm n., mnl. heem, heim n., nl. (älter) heem, aengl. hām m., auch ‘Landgut, Dorf’, engl. home, anord. heimr m. ‘Heimat, Welt’, schwed. hem ‘Wohnung, Haus, Heimat’ (germ. *haima-) und (i-Stamm) got. haims f. ‘Dorf, Flecken’ gehören mit ie. mo- (bzw. mā-) Suffix wie griech. (dehnstufig) kṓmē (κώμη) ‘Dorf’, air. cōim, cōem, akymr. cum ‘lieb, teuer’, lit. šeimà ‘Familie, Gesinde’, russ.-kslaw. sěmь ‘Person’, russ. sem’já (семья) ‘Familie’ zur Wurzel ie. *k̑ei- ‘liegen’, auch ‘Niederlassung, Lager, Wohnsitz’ und weiter ‘traut, lieb’; dazu auch griech. ké͞isthai (κεῖσθαι) ‘liegen, sich befinden, stattfinden’ sowie Heirat, geheuer und vielleicht auch Oheim (s. d.). Die Bedeutung ‘Dorf, Gemeinde’ (vgl. got. haims) bewahren die Komposita Heimbürge m. ‘Gemeindevorsteher, Aufseher’, ahd. heimburgo (Hs. 12. Jh.), mhd. heimbürge (im Omd. auch ‘Leichenbestatter’, 17. Jh., dazu Heimbürgin ‘Leichenfrau’, 18. Jh.), und Heimgarten m. (obd.) ‘Gemeindegarten, Dorfanger’, ahd. heimgart(o) (10. Jh.), mhd. heim-, heingarte. Vom 16. Jh. an wird der Gebrauch des Substantivs Heim in der Literatursprache selten. Eine um die Mitte des 18. Jhs. einsetzende Neubelebung (mit neutralem Genus) erfolgt wohl unter Einfluß des nachfolgend genannten Adverbs heim. – heim Adv. ‘nach Hause’, hervorgegangen aus dem adverbiell gebrauchten Akkusativ Sing. Mask. des Substantivs, ahd. heim (9. Jh.), mhd. heim ‘nach Hause’, vgl. ahd. heime (9. Jh.), heimi (11. Jh.), mhd. heime ‘zu Hause’. daheim Adv. ‘zu Hause’, ahd. thār heime (9. Jh.), mhd. dā heim(e). Vielfach in Verbindung mit Verben, vgl. heimgehen Vb. ‘nach Hause gehen’ (15. Jh.), übertragen ‘sterben’ (18. Jh.), dazu entsprechend Heimgang m. (19. Jh.); heimkehren Vb. ‘in die Heimat, nach Hause zurückkehren’ (16. Jh.), Heimkehr f. (18. Jh.); heimzahlen Vb. ‘zurückzahlen, vergelten’ (18. Jh.), Heimzahlung f. (19. Jh.). heimisch Adj. ‘heimatlich, häuslich, vertraut, gewohnt’, ahd. heimisc (8. Jh.), mhd. heim(i)sch, auch ‘zahm, nicht wildwachsend’. heimleuchten Vb. ‘jmdn. mit einer Leuchte, Fackel nach Hause geleiten’ (16. Jh.), dann ‘wegjagen, einem Beine machen’ (18. Jh.). heimsuchen Vb. ‘in übelwollender Absicht, belästigend aufsuchen, als Unglück treffen, zustoßen’, mhd. heimsuochen ‘besuchen, feindlich überfallen’, aus mhd. heime suochen ‘in freundlicher oder feindlicher Absicht daheim aufsuchen’; Heimsuchung f. ‘schweres Unglück, harter Schicksalsschlag’, (obd.) ‘Haussuchung’, mhd. heimsuochunge ‘Hausfriedensbruch’. heimwärts Adv. ‘in Richtung Heimat, nach Hause zu’, ahd. heimwartes (9. Jh.), mhd. heimwart, heimwert (s. -wärts). Heimweg m. ‘Weg nach Hause’, mhd. heimwec. Heimweh n. ‘Sehnsucht nach der Heimat, nach dem Zuhause’ (Ende 16. Jh.). Das anfangs als Krankheitsbezeichnung wahrscheinlich in der Schweiz entstandene Substantiv verbreitet sich unter Aufgabe des medizinischen Sinnes von der 2. Hälfte des 18. Jhs. an. S. Nostalgie.
3226 Zeichen · 153 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    heimbürgeswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    heimbürge ( ahd. heimburgo Graff 3,177 ) swm. gemeindevorsteher. tribunus sumerl. 19,3. zum schultheiʒen hôret ouch daʒ …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Heimbürge

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Heimbürge , des -n, plur. die -n, ein nur an einigen Orten übliches Wort. 1) In Thüringen und einigen andern Gegende…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Heimbürge

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Heimbürge , früher, namentlich im Elsaß und in Hessen, der Vorsteher einer Dorfgemeinde, dann soviel wie Schösse; daher …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit heimbuerge

7 Bildungen · 5 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von heimbuerge 2 Komponenten

heim+buerge

heimbuerge setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

heimbuerge‑ als Erstglied (5 von 5)

Heimbürgenamt

Campe

heimbuerge·n·amt

† Das Heimbürgenamt , des — es , d. Mz . ungew. das Amt des Heimbürgen; auch die Heimbürgenschaft . S. Heimbürge 1).

Heimbürgengericht

Campe

heimbuerge·n·gericht

† Das Heimbürgengericht , des — es, Mz. die — e , ein Gericht, welches die Heimbürgen (s. d. 2) jährlich einmahl im Felde unter freiem Himme…

heimbuerge als Zweitglied (2 von 2)

Oberheimbürge

Adelung

ober·heimbuerge

Der Oberheimbürge , des -n, plur. die -n, der oberste Heimbürge, im Gegensatze des Unterheimbürgen. S. Adelung Heimbürge .

Unterheimbürge

Adelung

unter·heimbuerge

Der Unterheimbürge , des -n, plur. die -n, der zweyte Heimbürge dem Range nach, welcher dem Oberheimbürgen untergeordnet ist. S. Adelung Hei…

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Cotta, M. (2026). „heimbuerge". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/heimbuerge/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „heimbuerge". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/heimbuerge/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „heimbuerge". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/heimbuerge/pfeifer_etym.
BibTeX
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