Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Halali n.
Halali n.
Halali n. Bezeichnung für das am Ende der Jagd geblasene Hornsignal; früher bei der Parforcejagd zeigt dieses Signal wie der weidmännische Ruf halali an, daß sich das gehetzte Wild der Meute gestellt hat. Der Mitte des 18. Jhs. entlehnte Jagdausdruck beruht auf entsprechendem frz. hallali, dessen Erklärung umstritten ist. Die Ähnlichkeit mit lautmalenden Bildungen wie griech. (dor.) alalā́, alalá͞i (ἀλαλά, ἀλαλαί) ‘(Kriegs)geschrei, Jubel’ (wonach junges ital. alalà ‘hoch!’), aind. alalā- (in alalābhávant- ‘sich lebhaft bewegend’) läßt an eine expressive Wortschöpfung denken (vgl. auch span. alarido ‘Geschrei, Geheul’). FEW 16, 148 ff. stellt frz. hallali jedoch zu mfrz. frz. haler ‘die Hunde durch Schreie antreiben’, einer wohl durch Dissimilation entstandenen Lautvariante von gleichbed. mfrz. frz. harer, das seinerseits von der Interjektion mfrz. frz. hare (Schrei zum Antreiben der Hunde), afrz. hare (die Beendigung des Marktes verkündender Ruf) abgeleitet ist; diese gilt als Übernahme aus dem Germ. (anfrk. *hara ‘hierher’?), vgl. mnl. hare (selten her, hēre) ‘her, hierhin’, ferner ahd. hera (alem. Nebenform hara) ‘hierher’ (s. her). Nach ⁶314 kann darüber hinaus im zweiten Teil des frz. Jagdrufs die präpositionale Fügung à lui ‘auf ihn’ (afrz. a li) gesehen werden. Geringe Wahrscheinlichkeit wird dagegen jetzt der von Wörter oriental. Ursprungs (1927) 5 angeführten Herleitung aus dem Arab. beigemessen, auch Anschluß an den hebr. Text des Psalms 146, 1, vorgeschlagen von in: Studies in Philology 46 (1949) 514 ff., erscheint fraglich. Abwegig, da von fehlerhaftem Frz. ausgehend, ist die jahrhundertelang in der dt. Jagdliteratur tradierte Deutung ha là lit ‘ha, da liegt er!’.