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Häuptling

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Häuptling

Häuptling

Haupt n. ‘Kopf, wer an der Spitze steht, Führer, Leiter’. Neben den noch oder ursprünglich einen Diphthong in der ersten Silbe (germ. *haubiþa-) aufweisenden Formen ahd. houbit ‘Kopf, Haupt’ (8. Jh.), mhd. houbet, houpt, asächs. hōƀid, mnd. hȫvet, mnl. hōvet, hooft, nl. hoofd, aengl. hēafod, engl. head, anord. haufuð, got. haubiþ stehen mit einfachem Vokal (germ. *habuþa-) aengl. hafud, anord. hǫfuð. Nur die letztgenannten lassen sich unmittelbar an lat. caput ‘Kopf, Haupt’ und (mit l-Suffix) aind. kapā́lam ‘Schale, Hirnschale, Schädel’ anknüpfen. Es handelt sich dabei vermutlich um Nominalbildungen zu der bei heben und haben (s. d.) angeführten Wurzel ie. *kap- ‘fassen’, die mehrfach in Wörtern für Gefäße erscheint. Auch für Haupt ist daher eine Ausgangsbedeutung ‘Schalenförmiges, Gefäß’ anzunehmen, so daß eine ähnliche Bedeutungsentwicklung vorliegt wie bei Kopf (s. d.) und bei frz. tête ‘Kopf’ (aus lat. testa ‘Gefäß, Schale, Scherbe’). Schwierigkeiten bereitet jedoch die Erklärung der diphthongischen Formen, die entweder eine rein lautliche Entwicklung innerhalb des Germ. voraussetzen oder auf eine Verquickung mit Bildungen wie Haube (s. d.) hindeuten, dann allerdings auf eine andere ie. Wurzel zurückgehen. Bis zum 15. Jh. ist Haupt das einzige Wort für ‘Kopf’; es wird allgemein seit dem 16. Jh. durch Kopf (s. d.) verdrängt, bleibt aber als gehobener Ausdruck bis heute geläufig. – enthaupten Vb. ‘den Kopf abschlagen’, mhd. enthoubeten, zum gleichbed. Simplex houbeten, houpten; vgl. ahd. irhoubitōn, firhoubitōn ‘enthaupten’ (9. Jh.). Häuptling m. ursprünglich ‘Familienoberhaupt, Anführer’ (17. Jh.), seit Coopers Indianererzählungen (um 1825) nur noch ‘Stammesoberhaupt eines Naturvolkes’; zufrühst bezeugt afries. hāvding, hāvdling ‘Mitglied des friesischen Adels’. Hauptmann m. ‘eine Kompanie befehligender Offizier’, ahd. houbitman (8./9. Jh.), mhd. houbetman ‘Oberster, Hauptperson einer Vereinigung, Anführer’, frühnhd. ‘Befehlshaber über eine Kriegerschar’, auch Feldhauptmann; seit 1842 im preußischen Heer Offiziersrang (Entsprechung für frz. capitaine). Hauptsache f. ‘bedeutendster Punkt einer Angelegenheit, das Wichtigste’ (16. Jh.); vgl. spätmhd. houbetsache ‘wesentlicher Bestandteil eines Rechtsstreits, Prozesses’; hauptsächlich Adj. ‘wesentlich, führend’, Adv. ‘vor allem, vorwiegend, in erster Linie’ (16. Jh.). Hauptstadt f. ‘Sitz der Regierung eines Landes’, ahd. houbitstat (10. Jh.), mhd. houbetstat ‘vornehmste Stadt, Hauptstadt eines Landes’. Hauptwort n. Fachwort der Grammatik, im 16./17. Jh. in verschiedener terminologischer Verwendung, auch für ‘Substantiv’ (17. Jh.), in dieser Verwendung von Gottsched (1730) erfolgreich gefördert.
2691 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Häuptling

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Der Häuptling , des -es, plur. die -e, ein nur in Ostfriesland übliches Wort, einen der vornehmsten von Adel im Lande …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Häuptling

    Goethe-Wörterbuch

    Häuptling 4 Belege 1 Anführer, Oberhaupt So bringt ein Volk seine Helden hervor, die .. zu Schutz und Heil an der Spitze…

  3. modern
    Dialekt
    Häuptlingm.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Häuptling m. wie hd.: Kukuk sall min Häuptling sin im Abzählreim Ha Bes .

  4. Spezial
    Häuptling

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Häupt|ling m. (-s,-e) surastant dla tribú m. , capo-tribú m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit haeuptling

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von haeuptling

haupt + -ling

haeuptling leitet sich vom Lemma haupt ab mit Suffix -ling, mit Umlaut-Wechsel.

haeuptling‑ als Erstglied (2 von 2)

häuptlingen

DWB

haupt·lingen

häuptlingen , adv. kopfüber, mit dem haupt voran, nl. hoofdelink praecipitanter, hoofdelink afworpen, praecipitare, praecipitem dare Kilian …