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gutwilligkeit

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gutwilligkeit f.

Bd. 9, Sp. 1489
gutwilligkeit, f. , seit mhd. zeit bezeugt, ableitung von gutwillig, vgl. auch mhd. wolwillicheit. 11) zu gutwillig 1 selten gebildet im sinne 'rechtschaffenes wollen, wille zum guten': das auch gutwilligkeit erwachs bey meyd und knechten! räth Hans Sachs H. Sachs 9, 353 K.; gleichwie die gerechtigkeit ist eine allgemeine gutwilligkeit der weiszheit gemäsz Leibniz dtsche schr. 2, 39; blasser nach gutwillig 1 b 'aufrichtiger wille': das sie auch iren eltern folgen und solche lieb und treu auf sich erben lassen und sie dieselbe mit gutwilligkeyt ohne heucheley bewaren Mathesius ausgew. w. 2, 8 Lösche. 22) besonders häufig aus gutwillig 2 hergeleitet, vgl. gutwillikeit benivolentia Diefenbach gl. 71c. 2@aa) entsprechend gutwillig 2 a α; als 'mildtätigkeit, freigebigkeit': di sibinde (frucht) ist guitwillikeit, daz ist mildekeit des gudis parad. anim. int. 71 Strauch; es begegent wider die sünd geitikait die tugent miltikait, dieselb gebirt guotwillikait der menschen Albr. v. Eyb spiegel d. sitt. (1511) c 1b; (dann) werdet ihr vielleicht wirth, mahler und andere künstler zu zeugen eurer gutwilligkeit haben, aber wenig hungerige, durstige, nackende, krancke Schupp schr. (1663) 750; dasz der schwache magen ... bey der gutwilligkeit seiner gönnerinnen nicht zureiche Schwabe belust. (1741) 2, 253; 'freundlichkeit, freundschaft; gnade, güte': o du unaussprechliche sueszigkeit gotlicher gutwilligkeit gein dem mentschlichen geslecht hertzmaner 17b; also gehandelt werden von eynem freunde, dem mein glaub nu lange bekant, der meinen glimpf und guotwilligkeit oft erfaren Hutten opera 2, 182 Böck.; ha ihr kavallier, wird mir meine gutwilligkeit dergestalt belohnet? J. Rist d. friedewünsch. Teutschl. (1648) 103; ihm (wäre) seine freundliche gutwilligkeit um geld nicht feil E. Francisci lustig. schaub. (1697) 3, 471; gern präpositional verbunden mit aus: wir aber solchen (schlüssel) ... aus guotwilligkait und nachbarlichem willen geliehen städtechron. 32, 327; aus innerster gutwilligkeit gegen einem freund Schupp schr. (1663) 763; 'gewogenheit, gunst': so setzt der redner den anvang usz dem zimlichen teil der sach des richters neygung oder guotwillikeit zuo erlangen Fr. Riederer rhetoric (1493) a 7a; wie das fürstlich geblüt, so auch der fürstliche muth zuvor in gnädiger sänfte und gutwilligkeit gleich und eins sey Luther br. 1, 435 de Wette; suchet derwegen ire gunst und guotwilligkeit J. Gretter a. d. Römer (1566) 29; 'freundliches wohlwollen': man findet selbst beym rohesten pöbel gutwilligkeit Archenholz Engl. u. Ital. 1, 2, 423; ich näherte mich ihm voll gutwilligkeit und vielleicht nach meiner art etwas zu schnell Göthe gespr. 1, 43 Biederm. 2@a@aα) nach gutwillig 2 a β 'gutmütigkeit, nachgiebigkeit': er miszbraucht unser gutwilligkeit Luther tischr. 301a (1576) Aurif.; dasz meim Vrane ob dieser einfaltigen gutwilligkeit und wolgemeynter einfalt der Canarrier die augen anfiengen uberzugehn Fischart Garg. 430 ndr.; noch ein erschrecklicher miszbrauch ist aus der gutwilligkeit Caroli erwachsen Arnold kirch.- u. ketzerhist. (1699) 311b; die gutwilligkeit dieser Augustiner und das ansehen des landesherrn hat solche aber in ein nichts verwandelt Winckelmann s. w. 2, 89; vgl. gaudwilligkeit gutmütigkeit Schambach Gött. 60b. 2@a@bβ) für den aus geneigtem willen hervorgehenden 'guten willen, die gute absicht': sein glawb (wäre) dannoch gerecht von wegen der lieb und guotwillikait, so er zuo guoten werchen hat Berth. v. Chiemsee t. theol. 35 R.; ich hoff ..., meniglich werd mein gutwilligkeit und geneygten willen loben A. Dürer v. menschl. proportion a 2a; (er) auch unser unvermogen und unser gutwilikeit darin bedachte städtechron. 10, 419; meine dumme unwissenheit hat also über meine gutwilligkeit, dir gleich zu antworten, den meister gespielt Wackenroder w. 2, 18 v. d. Leyen; mit leicht abschätziger färbung: bei allem ... musz man seiner gutwilligkeit gerechtigkeit widerfahren lassen Görres ges. br. 3, 18. 2@bb) zu gutwillig 2 b im sinne 'bereitwilligkeit, willfährigkeit', vgl. begirlich kraft vel gutwilligkait voluntas Diefenbach gl. 628c: (er) findet bei allen iren reichen uberausz grosze guttwilligkait, volg und hilff wider den Turcken Scheurl briefb. 214 v. Soden; (sie) würden durch anreiczung unserer guttwilligkeit ... gleichmeszigen willen uns erweisen acta publ. 2, 53 Palm; ich ziehe meine vorige gutwilligkeit zurück Lohenstein Arminius 2, 604b; 'innere bereitschaft': der selb herr selig starb an allerheiligen abent mit groszer andacht und guotwillikeyt Breydenbach heyl. reyszen (1486) 142a; 'botmäszigkeit': (Cicero hat) dieselben innwoner nicht weniger durch völlige gerechtigkeit ... dann mit den waffen zuo guottwilligkeit ... bracht J. v. Schwarzenberg d. teutsch Cicero (1535) 11b; vereinzelt nach 2 c hin 'freiwilliges handeln': (wer) ihm nicht selbs mit eigener gutwilligkeit undanck ... einkramen wil v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 29. 2@cc) verdinglicht für die aus freundlichkeit, freigebigkeit hervorgegangene handlung selbst 'wohltat, freundschaftsbeweis, liebeswerk': (dasz er den) glaubigen ... für ihre gutwilligkeit und wolthaten die seligkeit mittheile Barth weibersp. (1565) d 3a; diesem nach wäre die ... opferung ... eine noth und pflicht, nicht aber eine blosze gutwilligkeit Lohenstein Arminius (1689) 2, 928a; es seynd (dem wirt) ... wegen erzeigter gutwilligkeit gegen denen frembden ... alle sünd verziehen Abraham a s. Clara etw. f. alle (1699) 1, 618; einem mann, dessen ... rathgebungen und gutwilligkeiten ich das meiste ... schuldig zu sein ... eingestehe J. H. Voss antisymb. 2, 77; 'dienstleistung': (sie auch) gegen denselben ... sich aller freuntschaft, guotwilligkait ... hiemit erbieten städtechron. 32, 279; welcher sich aller gutwilligkeit und möglicher beförderung erbotten Harsdörfer teutsche secret. (1656) 1, 323. —
5939 Zeichen · 147 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gutwilligkeit

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Die Gutwilligkeit , plur. inus. die Neigung, die Fertigkeit, da man gutwillig ist, besonders in der zweyten Bedeutung.

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Wortbildung

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Ableitung von gutwilligkeit 2 Analysen

gutwillig + -keit

gutwilligkeit leitet sich vom Lemma gutwillig ab mit Suffix -keit.

Alternativen: gutwillen+-ig+-keit

Keine Komposita gefunden — gutwilligkeit kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „gutwilligkeit". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gutwilligkeit/dwb
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Cotta, Marcel. „gutwilligkeit". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gutwilligkeit/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gutwilligkeit". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gutwilligkeit/dwb.
BibTeX
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