Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gruntruore stF.
2 ‘Stelle, wo man den Boden berührt’ , übertr.
1 ‘Recht auf Strandgut bzw. Loskaufsumme dafür’ also swenn ein schef den grunt ruͤret, daz man dann von iedem fuͦder weins dem herren, des diu gruntruͦr ist, nicht mer geben sol, dann zwelf haller UrkFrankf 2,428 (a. 1336); wir wollen, daz nieman von der gruntruͤre, die in unserm lande auf der Isere geschiet, dhain schaden oder beswerde nemen von uns [...], und [ daz ] dazselbe reht, daz billicher unreht haizzet, iemer mere abe si und von dhaim man genomen werde auf der Isere StRMünch 86,26; sub pretextu iuris, quod gruntrure dicitur UrkStVerf 196 (a. 1207); daz wir von keime burgere von Strazburg [...] niemer zol noch gruntruͦre suͤlent genemen uf dem Rine UrkStraßb 2:256,24 (a. 1313); vnd der gruntruͦre sollent si lidig sin gentzliche, wande si vnreht ist UrkCorp (WMU) 2785AB,24,23; UrkNiederrh 2,351 (a. 1270); StRSchlettst 27 (a. 1330); UrkMosel 2:293,1 (a. 1342) 2 ‘Stelle, wo man den Boden berührt’, übertr.: ich merk wol, daz ich bin komen uf die gruntruͤri [den tiefsten Grund] der nehsten einveltikeit, fúr die nieman inbaz mag kommen, der warheit wil fuͤren Seuse 331,11
MWB 2 979,58; Bearbeiter: Bohnert