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greiner

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

greiner m.

Bd. 9, Sp. 62
greiner, m. das subst. entspricht in der verschiedenheit seiner bedeutungen und ihrer vertheilung auf die dialecte wesentlich dem stammverbum. 11) als plorator besonders alem., daneben md.: gryner plorator Maaler teutsch spraach (1561) 194d; Calepinus undec. ling. (1598) 1103b; greiner clamator, plorator, quiritans, lamentans Stieler stammb. 701; piangitore Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 563a; plorator Steinbach 1, 644; diser unrüebig graf Eberhart ist nur der greiner oder rauschebart von Würtemberg genent worden, dann als sein muetter .. mit im gangen, do hat er in irem leib grinen, das für ain besonders presagium ist gemerkt worden Zimm. chron. 1, 174 Barack (doch vgl. u. 2); [] Hans Weistorfer und du machet vil zagen, als burger, landsknecht und handwerkmanner aus iren kindern gemacht greiner und zanner histor. volkslieder 2, 482 Liliencron; er (Don Galaor) wer auch nicht ein solcher zärtling und weichlicher ritter noch ein solcher greiner als sein bruder (der franz. Amadis) Bastel v. d. Sohle Don Kichote (1648) 16; denn sie sind wohl bei weitem der greiner (plorator) nicht, der ich bin D. F. Strausz 10, 58; dasz ich irre schmerzzerrissen durch die flur, ein armer greiner Kerner ged. (1847) 158; nd. wie das vb. im westfäl.: van dem sughtende deer scryers efte gryners ward de gantze kercke ghefullet Schiller-Lübben 2, 148a aus Herm. v. Lerbecks schaumburg. chron.; vgl. plorator greiner, weiner, flenner Diefenbach nov. gloss. 295b aus Kilian; in jüngerer zeit und vorwiegend norddeutsch mit scheltendem nebensinn: greinen heiszt so viel als winseln, klagen, weinen, jammern; und einer, der dieses oft und ohne ursache thut, ein greiner Lessing 7, 377, interpretation zu: für zeiten stunden junge den alten höflich auf; jetzt heist es: junger, sitze! und: alter greiner, lauf! Logau sinnged. 350 Eitner (doch vgl. unten 2); die lanzenbuben, troszhauptmänner gebrauchen diesen greiner, flenner (den zwerg), wenn sie nicht wissen, was sie woll'n Immermann 13, 276 Hempel; verfluchter greiner! Hebbel 1, 368; grîner alter geizhals, der immer über mangel klagt Staub-Tobler 2, 746; im selben sinne rappengriner Martin-Lienhart 1, 275b. dazu das compos. greinerleben, jammerleben, in dem häufigen sprichwort: zigeunerleben greinerleben Seb. Franck sprüchw. (1541) 1, 84b; schöne weise klugreden (1548) P 7b; Eyering proverbia 2, 3. 22) als zänker, tadler, schelter hauptsächlich im bair. und nachbargebieten: ain arger pöser greiner Beheim buch v. den Wienern 12, 20 Karajan; Aristoteles hat der alten mainung all verworfen, zankt und hadert sich in allen püechern mit denen, so vor im gewesen sein; darumb nennen in etlich gelert den 'greiner' Aventin bayer. chron. 4, 442, 7 Lexer; aber ich .. wil wider auf die fürgenommen fart kommen und der tadlmaister und greiner müessig sten 194, 10; der zehent heist dominus iniuriosus oder juncker greiner, zancker, raufer und balger Aeg. Albertinus Lucifers königr. 184, 23 Liliencron; graf Eberhard zu Würtemberg, den man wegen seiner unfreundlichkeit und vielfältigen kriege mit den reichsstädten contentiosum, im teutschen den greiner nannte Spangenberg henneb. chron. (1599) 197 (wohl die richtige erklärung; schwerlich nach einer gewohnheit, das gesicht zu verziehen Fischer schwäb. 3, 822); mit vorliebe von dem mürrischen, nörgelnden, scheltenden alter: die jung frau sprach (zu ihrem alten mann): du alter greyner H. Sachs 5, 263 Keller; Mentor du alter greiner und thore, waz hastu jetzo gret sagen die freier Schaidenreiszer Odyssea (1537) 7a; gang alter gryner (schelter), straaf dyn kind schweiz. schausp. d. 16. jhs. 1, 72 Bächtold; dasz gmeinglich ein schön junger mann musz ein alt unfletige han, und ein altr garstiger greiner hat ein schöners weib, als sonst keiner Ayrer 4, 2496, 33 Keller. 33) auf nd. boden ist die bedeutung 'lacher, grinser' zu erwarten; daher: nur ist mir jener greiner dort fatal (den orang-outang meinte sie) Baggesen poet. werke 4, 72. 44) als eigenname: der schlammbeiszer, wetterfisch oder greiner = cobitis fossilis Askenasy frankf. 174; uccello detto stoparuola Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 563a (gewöhnlich greinerlein, s. d.); im Zillerthal liegt eine bergkuppe namens Greiner.
4243 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GreinerDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Х Der Greiner , des — s , d. Mz . w. d. Ez; Verkleinungsw. das Greinerlein, des — s , d. Mz . w. d. Ez. im O. D. 1) Ei…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Greiner

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Greiner , Otto , Steinzeichner, Radierer und Maler, geb. 16. Dez. 1869 in Leipzig, war von seinem 14.–18. Jahre Lithogra…

  3. modern
    Dialekt
    Greinerm. f.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Greiner m. , Greinerin f. : ' wer beständig weint und klagt ', Greineʳ [PfL 27.11.1922], Greineʳn [ Schandein Sprachsch.…

  4. Sprichwörter
    Greiner

    Wander (Sprichwörter)

    Greiner 'S lofft'n glei der Greiner har. ( Franken. ) Es lauft ihm gleich der Greiner her; er weint leicht.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit greiner

14 Bildungen · 10 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von greiner 3 Analysen

greien + -ner

greiner leitet sich vom Lemma greien ab mit Suffix -ner, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: gr+-ei+-ner grein+-er

greiner‑ als Erstglied (10 von 10)

greinerlich

SHW

greiner-lich Band 2, Spalte 1457-1458

Greinermaul

SHW

Greiner-maul Band 2, Spalte 1457-1458

Greinersin

SHW

Greiner-sin Band 2, Spalte 1457-1458

greinerei

DWB

greine·rei

greinerei , f. , ploratus nach Drechsler W. Scherffer u. die sprache d. Schlesier 123 in: der grobianer u. die grobianerin ( Brieg 1640); gr…

greinerig

PfWB

greine·rig

greinerig Adj. : = PfWB greinerlich , greinerich [vereinzelt nördl. VPf Don-Werb]; e g. Gesicht [ FR-Bockh ]; vgl. PfWB heulerig . RhWB Rhei…

greinerin

DWB

grein·erin

greinerin , f. , clamatrix, ploratrix Stieler 701 ; Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 563 a ; die alten greinerinnen Götz Gressets paperle 13 ;…

greinerisch

DWB

greine·risch

greinerisch , adj. 1) zänkisch: aber leider dieses weib ist dermassen greinerisch und zänckisch Aeg. Albertinus hirnschleifer (1664) 158 ; e…

greinerlein

DWB

greiner·lein

greinerlein , n. 1 1) anderer name des piepers, anthus campestris Naumann naturgesch. d. vögel 2, 745 ; arcanthis flavirostris Brehm thierle…

greinerlich

DWB

grein·erlich

greinerlich , adj. adv. , weinerlich: hie redt er mit andacht gantz greinerlich Cyr. Schnausz etwas neus (1555) B 3 a ; Jahn sagt greinerlic…

Greinerwald

Meyers

greiner·wald

Greinerwald , südöstlicher Ausläufer des Böhmerwaldes in Oberösterreich, bis 1111 m hoch, fällt in Stufen mit tief eingeschnittenen Tälern z…

greiner als Zweitglied (3 von 3)

Eisengrein(er)

RhWB

eisen·greiner

Eisen-grein(er) RhWBN -jriŋ Erk-Körrenz ; -jre·ŋ.ə Bergh-Lipp m.: bärbeissiger, finsterer Mensch.

Klickergreiner

PfWB

klicker·greiner

Klicker-greiner m. : 'Junge, der weint, wenn er im Spiel einen Klicker verloren hat', verächtlich, -greineʳ [ FR-Beindh LU-Oggh Opp ]. Der z…

Ableitungen von greiner (1 von 1)

begreinerlich

DWB

begreinerlich , lamentabilis, lamentarius. Stieler 701 .